29.04.2026

Der Konflikt im Iran blockiert Bestellungen in rund 20 Märkten mit einem Jahreswert von etwa 80 Millionen Euro im Weinexport und verursacht zusätzliche Kosten für eine Branche, die bereits unter Druck steht, teilte die italienische Weinunion am Donnerstag mit.
Lamberto Frescobaldi, Präsident der Unione Italiana Vini, sagte, die Störung wirke sich bereits auf Märkte im Golfraum und in benachbarten Ländern aus und löse eine Kette von Problemen aus, die sich auf den gesamten Sektor ausweiten könnte. Er sprach bei der Sitzung des nationalen Rates der Gruppe in der Cantina Girlan in Cornaiano in Norditalien.
„Wir sehen die ersten direkten Schäden durch den Iran-Konflikt“, sagte Frescobaldi laut Mitteilung des Verbands. Die Blockade von Bestellungen in rund 20 Märkten summiere sich auf jährliche Exporterlöse von etwa 80 Millionen Euro. Zudem warnte er vor steigenden Kosten für trockene Materialien wie Glas, Papier, Karton, Kapseln und Drahtkörbe sowie vor höheren Transportkosten und schwächerem Tourismus und Weintourismus.
Nach Angaben des Weinobservatoriums der UIV könnten allein diese zusätzlichen Kosten den Endpreis einer 4-Euro-Flasche um 10% bis 20% erhöhen. Die Gruppe erklärte, die Weinunternehmen könnten diese Steigerungen nicht auffangen, zumal sie ihre Export-Listenpreise in die USA 2025 im Durchschnitt um 11% und im ersten Quartal dieses Jahres wegen der Zölle um 13% senken mussten.
Die UIV teilte mit, dass die Frachtkosten bereits innerhalb Italiens steigen und auch die internationalen Seefrachtraten zulegen; bei Containern werde mit einem Preisanstieg von 20% bis 50% gerechnet. Der Verband erklärte, das volle Risiko durch Einbußen im Tourismus oder durch breitere inflations- oder rezessionsbedingte Belastungen lasse sich noch nicht beziffern.
Frescobaldi rief die italienische Regierung und die Europäische Union dazu auf, mögliche Unterstützungsmaßnahmen für den Weinsektor rasch auf den Weg zu bringen. Die Branche stehe zugleich vor aktuellen Störungen und künftigen Risiken – zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage ohnehin nachlasse.
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