20.01.2026

Die deutschen Weinerzeuger befinden sich in einer tiefen Krise, da der Weinkonsum sowohl weltweit als auch in Deutschland weiter zurückgeht. Im Jahr 2024 wird der durchschnittliche Deutsche über 16 Jahren nur noch 22,2 Liter Wein pro Jahr konsumieren, was einem Rückgang von 0,3 Litern gegenüber dem Vorjahr entspricht. Steigende Preise, Inflation und veränderte Konsumgewohnheiten wie der "Dry January"-Trend haben zu diesem Rückgang beigetragen. Zudem haben die jüngsten Gesundheitskampagnen, die vor jeglichem Alkoholkonsum warnen, die Verbraucher verunsichert und das Image des Weins negativ beeinflusst.
Das Deutsche Weininstitut (DWI) mit Sitz in Bodenheim bei Mainz bereitet eine neue Kommunikationskampagne vor, um das Image des deutschen Weins zu verbessern und den Absatz zu steigern. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Darstellung von Wein als Teil attraktiver Lifestyle-Momente und verantwortungsvollen Genusses. Die EU-Vorschriften verbieten jedoch Werbung, die Menschen beim Genuss von Wein in geselliger Runde zeigt, was die kreativen Möglichkeiten für solche Kampagnen in den letzten Jahren eingeschränkt hat.
Die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt (FDP) kündigte auf der Grünen Woche in Berlin an, dass das Land die neue Kampagne mit 1 Million Euro unterstützen wird. Diese Mittel werden gemeinsam mit den regionalen Weinvermarktungsorganisationen aus Rheinhessen, der Pfalz und der Mosel bereitgestellt. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium wird sich mit 1 Million Euro beteiligen, wie Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) ankündigte. Die Geschäftsführerin des DWI, Melanie Broyé-Engelkes, sagte, dass die Kombination von Mitteln des Bundes und der Länder mit deren eigenem Budget die Wirkung der Kampagne maximiere.
Bei der Krise des deutschen Weins geht es nicht nur um sinkende Absatzzahlen, sondern auch um die öffentliche Wahrnehmung. Jüngste Äußerungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die sich Studien der Weltgesundheitsorganisation zu eigen machte, wonach bereits geringe Mengen Alkohol Krebs verursachen können, haben zu einer verstärkten Skepsis gegenüber einem moderaten Weinkonsum geführt. Viele Wissenschaftler bestreiten diese Behauptungen und verweisen auf Studien, die den gesundheitlichen Nutzen eines moderaten Weinkonsums belegen. Dennoch haben sich negative Botschaften weit verbreitet.
Statistiken der Barmer Krankenkasse zeigen, dass Regionen, in denen der Wein ein wichtiger Bestandteil der lokalen Kultur ist - wie Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg - mit die niedrigsten Raten der Alkoholabhängigkeit in Deutschland aufweisen. Rheinland-Pfalz hat mit 12,4 % die niedrigste Rate, während Mecklenburg-Vorpommern im Norden 23,1 % aufweist. Dies deutet darauf hin, dass die kulturelle Vertrautheit mit Wein einen verantwortungsvolleren Konsum fördern könnte.
Die neue DWI-Kampagne soll im zweiten Quartal 2026 anlaufen und wird sich an Verbraucher außerhalb der traditionellen Weinanbaugebiete richten, insbesondere über Supermärkte und Einzelhandelsgeschäfte. Eine Testkampagne wurde bereits im Dezember 2025 in nordrhein-westfälischen Lebensmittelläden und Weinfachgeschäften durchgeführt; die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der bundesweiten Einführung ein.
Ministerin Schmitt betonte, dass weniger als die Hälfte aller in Deutschland verkauften Flaschen heimischen Wein enthalten und viele Verbraucher stattdessen zu Importweinen greifen. Sie rief die Verbraucher dazu auf, die lokalen Erzeuger zu unterstützen, indem sie regionale Weine kaufen und deren Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis hervorheben.
Die Kampagne findet zu einer Zeit statt, in der internationale Handelsabkommen neue Märkte für deutsche Weine eröffnen könnten. Das kürzlich unterzeichnete MERCOSUR-Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und südamerikanischen Ländern könnte die Zölle auf deutsche Weine senken, die nach Brasilien und Argentinien exportiert werden, wo wachsende Mittelschichten neue Absatzmöglichkeiten bieten.
Am Donnerstag werden Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses des Bundestages den rheinland-pfälzischen Stand auf der Grünen Woche besuchen, um die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven der deutschen Weinerzeuger zu diskutieren. Minister Schmitt sagte, es sei wichtig, dass die Bundespolitik sowohl die wirtschaftliche als auch die kulturelle Bedeutung des Weinbaus in Deutschland anerkenne.
Das DWI hofft, mit seinen neuen Marketingmaßnahmen dazu beizutragen, den Absatzrückgang umzukehren und das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen, indem es für einen verantwortungsvollen Genuss wirbt und das kulturelle Erbe des deutschen Weins hervorhebt.
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