16.02.2026

Die Champagnerlieferungen im Jahr 2025 beliefen sich auf 266 Millionen Flaschen, was einen Rückgang von 2 % gegenüber den 271 Millionen Flaschen im Jahr 2024 bedeutet. Trotz dieses offensichtlichen Rückgangs argumentieren Branchenführer, dass die Zahlen die zugrunde liegende Stabilität der weltweiten Nachfrage nicht vollständig widerspiegeln. David Chatillon, Co-Präsident des Comité Champagne und Vorsitzender der Union des Maisons de Champagne (UMC), hat sich in der vergangenen Woche zu diesen Ergebnissen geäußert und auf Faktoren hingewiesen, die den Vergleich mit dem Vorjahr verzerren.
Laut Chatillon wurde der Rückgang der Verschiffungen vor allem durch ungewöhnliche Handelsmuster Ende 2024 beeinflusst. In Erwartung möglicher Zollerhöhungen unter der neuen US-Regierung beschleunigten viele Champagnerhersteller Ende 2024 ihre Lieferungen in die Vereinigten Staaten. Dieser Schritt führte dazu, dass schätzungsweise 2 Millionen zusätzliche Flaschen vorzeitig auf den US-Markt geschickt wurden, was die Versandzahlen für 2024 vorübergehend in die Höhe trieb und zu Überbeständen bei den amerikanischen Händlern führte. Infolgedessen verlangsamten sich die Nachbestellungen aus den USA Anfang 2025, so dass die Versandzahlen für dieses Jahr schwächer erschienen als die tatsächlichen Verbrauchstrends.
Chatillon stellte fest, dass die Nachfrage nach Champagner im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 im Wesentlichen stabil war, wenn man diese außergewöhnlichen US-Lieferungen herausrechnet. Er schlug vor, dass "die Lieferungen im Jahr 2025 wahrscheinlich genau die gleichen sind wie 2024, wenn man die Lieferungen in die USA berücksichtigt, die im Dezember 2024 verschickt wurden". Diese Anpassung zeigt, dass der offensichtliche Rückgang weniger mit der sinkenden Nachfrage als vielmehr mit dem Timing und der Bestandsverwaltung zu tun hat.
Die Exportmärkte außerhalb Frankreichs zeigten sich im Jahr 2025 widerstandsfähig. Nach Angaben von Chatillon verzeichneten das Vereinigte Königreich, Japan und Kanada im Laufe des Jahres einen Anstieg der Champagnereinfuhren. Die globale Gesamtleistung wurde jedoch durch einen erheblichen Rückgang der französischen Inlandsnachfrage beeinträchtigt. Frankreich ist nach wie vor der größte Einzelmarkt für Champagner und war für den größten Teil des weltweiten Rückgangs verantwortlich. Die Lieferungen innerhalb Frankreichs sanken um etwas mehr als 4 Millionen Flaschen, von 118,2 Millionen im Jahr 2024 auf 114 Millionen im Jahr 2025. Dieser Rückgang macht mehr als 80 % des weltweiten Gesamtrückgangs von 5 Millionen Flaschen aus.
Im Gegensatz dazu gingen die Exporte nur geringfügig zurück, nämlich um 1,2 Millionen Flaschen von 153,2 Millionen im Jahr 2024 auf 152 Millionen im Jahr 2025. Die relative Stärke der Exportmärkte trug dazu bei, einen Teil der Schwäche im Inland auszugleichen.
Gemessen am Wert und nicht am Volumen war die Leistung der Champagne etwas besser. Der vorläufige Wert der weltweiten Lieferungen im Jahr 2025 beläuft sich auf 5,7 Milliarden Euro, was einem Rückgang von nur 1,7 % gegenüber 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 entspricht. Dieser geringere Rückgang deutet darauf hin, dass die Preise trotz der rückläufigen Mengen stabil blieben.
Chatillon brachte die jüngste Entwicklung der Champagne eher mit der allgemeinen Verbraucherstimmung in Verbindung als mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten oder der Kaufkraft. Er bezeichnete die Champagne als "ein gutes Barometer für die weltweite Stimmung" und stellte fest, dass die anhaltenden geopolitischen Spannungen und die Inflation in den letzten zwei Jahren den Konsum von Festlichkeiten weltweit gedämpft haben. Speziell in Frankreich hat die politische Instabilität die Verbraucher zusätzlich davon abgehalten, Luxusgüter wie Champagner zu kaufen. Chatillon wies darauf hin, dass die Ersparnisse der französischen Haushalte den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten erreicht haben, was eher auf Vorsicht als auf einen Mangel an Mitteln hindeutet.
Mit Blick auf das Jahr 2026 rechnet Chatillon nicht mit einem dramatischen Wiederanstieg der Lieferungen, sondern hofft auf ein bescheidenes Wachstum, wenn sich die Marktbedingungen stabilisieren. Er gibt zu bedenken, dass Prognosen aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung der Verbraucherstimmung und des anhaltenden Preisdrucks schwierig bleiben. Der starke Euro verteuert den Champagner für Käufer, die andere wichtige Währungen wie das britische Pfund, den US-Dollar, den Yen und den australischen Dollar verwenden, was das Exportwachstum begrenzen könnte, selbst wenn die Produktionskosten in Frankreich konstant bleiben.
Historische Daten zeigen, dass der Wert des Champagners mit 6,3 Milliarden Euro im Jahr 2022 und 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2023 zwar einen Höchststand erreicht hat, seitdem aber rückläufig ist, aber immer noch über dem Niveau vor der Pandemie zwischen 2015 und 2019 liegt.
Branchenbeobachter werden genau beobachten, ob sich das Verbrauchervertrauen so weit verbessert, dass die Champagne-Erzeuger im kommenden Jahr sowohl auf dem heimischen als auch auf dem internationalen Markt wieder wachsen können.
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