Amerikanische Brennereien bleiben zurückhaltend, da Kanada die Zölle auf Spirituosen aufhebt

Provinzen nehmen US-Produkte trotz geänderter Bundespolitik nur langsam wieder in die Regale der Spirituosengeschäfte auf, was den Handel verunsichert

28.08.2025

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American distillers remain cautious as Canada lifts tariffs on spirits

Amerikanische Brennereien haben mit Vorsicht auf die jüngste Entscheidung Kanadas reagiert, die Zölle auf US-Spirituosen aufzuheben, da der Zugang zu den Regalen der Spirituosengeschäfte in den Provinzen des Landes noch nicht vollständig wiederhergestellt ist. Am Freitag kündigte der kanadische Premierminister Mark Carney an, dass die Zölle auf US-Waren, die unter das Abkommen zwischen Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko (CUSMA) fallen, ab Montag, dem 1. September, abgeschafft würden. Die Zölle in Höhe von 25 % auf in den USA hergestellte Spirituosen wurden erstmals im März als Gegenmaßnahme zu den US-Abgaben auf kanadische Produkte eingeführt.

Die anfängliche Einführung der Zölle veranlasste mehrere kanadische Provinzen, US-Spirituosen aus ihren staatlich geführten Spirituosengeschäften zu entfernen. Während Alberta und Saskatchewan den Verkauf von amerikanischem Alkohol im Juni wieder aufgenommen haben, sind andere Provinzen, darunter Ontario, diesem Beispiel noch nicht gefolgt. Die anhaltende Abwesenheit von US-Spirituosen in den Regalen der Läden hat die amerikanischen Hersteller und Handelsverbände skeptisch gemacht, was die praktischen Auswirkungen der Abschaffung der Zölle angeht.

Chris Swonger, Präsident und CEO des Distilled Spirits Council of the United States (DISCUS), bezeichnete Carneys Ankündigung als "ein sehr positives Zeichen". Er betonte jedoch, dass die Vorteile begrenzt bleiben werden, bis alle Provinzen amerikanische Spirituosen wieder in ihren Einzelhandelsgeschäften zulassen. Swonger wies darauf hin, dass die Entfernung von US-Produkten aus den kanadischen Regalen nicht nur den amerikanischen Brennereien geschadet, sondern auch die Einnahmen der Provinzregierungen geschmälert und Herausforderungen für die kanadischen Verbraucher und das Gastgewerbe geschaffen hat.

Branchendaten unterstreichen die Auswirkungen dieser Beschränkungen. Nach Angaben des Branchenverbands Spirits Canada sind die Verkäufe von US-Spirituosen in Kanada zwischen März und Ende April um mehr als 66 % zurückgegangen, nachdem die Provinzen begonnen hatten, amerikanische Produkte aus den Geschäften zu nehmen. Der Gesamtabsatz von Spirituosen in Kanada ging im gleichen Zeitraum um 12 % zurück.

Cal Bricker, Präsident und CEO von Spirits Canada, erklärte, dass der nordamerikanische Spirituosensektor in hohem Maße miteinander verflochten ist und dass die anhaltenden Beschränkungen für US-Produkte für die Hersteller auf beiden Seiten der Grenze problematisch sind.

Das Liquor Control Board of Ontario (LCBO), das die staatlichen Spirituosengeschäfte in Ontario betreibt, hat sich noch nicht dazu geäußert, ob es nach der Entscheidung der Bundesregierung, die Zölle aufzuheben, den Verkauf importierter US-Spirituosen wieder aufnehmen wird. Die Reaktion der LCBO wird sowohl von Branchenverbänden als auch von Verbrauchern, die sich eine Rückkehr zu normalen Handelsbeziehungen wünschen, als kritisch angesehen.

Die Situation ist nach wie vor unklar, da die Beteiligten auf weitere Maßnahmen der Provinzbehörden warten. Im Moment beobachten die amerikanischen Brennereien genau, ob Kanadas Politikwechsel zu einem neuen Zugang zu einem ihrer wichtigsten Exportmärkte führen wird.

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