Was in Ihrer Weinflasche steckt

Was sind die Weinbestandteile?

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Im Herzen eines jeden Glases Wein steckt eine komplexe Alchemie, eine Mischung aus Wissenschaft, Natur und Kunstfertigkeit, die einfache Trauben in eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen, Aromen und Texturen verwandelt. Während viele von uns das Endprodukt genießen, befassen sich nur wenige mit der faszinierenden Zusammensetzung von Wein, einem Getränk, das in seinem Kern ein aus der Erde selbst gewobener Wandteppich ist.

Wasser

Wasser, das Lebenselixier der Rebe, macht mit 75-89 % den größten Teil des Weinvolumens aus. Es ist nicht irgendein Wasser, sondern ein lebendiges Zeugnis des Weges, den die Rebe zurückgelegt hat, mit den Mineralien und Salzen, die sie aus der Erde aufgenommen hat.

Alkohol

Und dann ist da noch der Alkohol, vor allem das Ethanol, das durch das magische Zusammenspiel von Hefe und Traubenzucker während der Gärung entsteht. Mit einem Anteil von 10-15 % an der Zusammensetzung des Weins ist Ethanol das stille Rückgrat, das den Körper und das Mundgefühl des Weins prägt und sein Bouquet subtil hervorhebt.

Der Glycerin-Touch

Glycerin, ein sekundärer Alkohol, trägt zur Komplexität des Weins bei, indem er seine Viskosität und Süße auf subtile Weise verstärkt. Es verleiht dem Wein seine seidige Textur und diese bezaubernden "Tränen" im Glas, ein Zeichen für Qualität und Reichtum.

Eine Symphonie der Aromen

Im Aromaprofil des Weins liegt die wahre Magie. Man kennt etwa 1.000 aromatische Komponenten, von denen die Hälfte von den Hefen während der Gärung gebildet wird. Diese flüchtigen Verbindungen, die von fruchtig und blumig bis hin zu erdig und würzig reichen, bilden ein Bouquet, das sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und neue Nuancen offenbaren kann. Es handelt sich um ein empfindliches Gleichgewicht, bei dem schon eine geringfügige Änderung der Temperatur oder der Luftzufuhr verborgene Aromaschichten zum Vorschein bringen kann.

Säuregehalt: Das Rückgrat der Frische

Die Säuren im Wein, vor allem die Weinsäure und die Apfelsäure, sind die unbesungenen Helden, die die Struktur und die Langlebigkeit des Weins erhalten. Die malolaktische Gärung, bei der die härtere Apfelsäure in eine sanftere Milchsäure umgewandelt wird, ist ein entscheidender Prozess, der den Wein weicher macht und ihm mehr Komplexität verleiht. Dieses Zusammenspiel der Säuren sorgt dafür, dass der Wein lebendig bleibt, seine Süße ausgleicht und zu seiner Gesamtharmonie beiträgt.

Süße und Struktur: Glukose und Fruktose

Restzucker wie Glukose und Fruktose sind die Überbleibsel der Gärung und verleihen dem Wein einen unterschiedlichen Grad an Süße.

Phenolische Verbindungen

Die Rolle der phenolischen Verbindungen ist jedoch vielschichtig. Sie befinden sich in den Schalen, Kernen und Stielen der Trauben und sind für die Farbe, die Gerbstoffe und den Geschmack verantwortlich. Vor allem die Tannine sorgen für Adstringenz und Struktur, die für das Alterungspotenzial von Rotweinen entscheidend sind.

Mineralien, Vitamine und mehr

Mineralien und Vitamine spielen eine unterstützende Rolle, tragen zum Nährwert des Weins bei und beeinflussen sein Geschmacksprofil. Auch wenn sie nur dezent vorhanden sind, tragen sie zur Komplexität und zum gesundheitlichen Nutzen des Weinkonsums bei.

Wein ist mehr als nur vergorener Traubensaft. Er ist eine komplexe Mischung aus Wasser, Alkohol, Säuren, Zucker, phenolischen Verbindungen und einer Vielzahl aromatischer Moleküle, die alle eine entscheidende Rolle bei der Herstellung des Endprodukts spielen. Das Verständnis dieser Komponenten steigert nicht nur unsere Wertschätzung für den Wein, sondern vertieft auch unsere Verbindung zu den Weinbergen und dem Handwerk der Winzer.

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