Weinabsatz in Deutschland sinkt wegen schwacher Konsumausgaben um 7%

Die Haushalte kaufen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und der sich ändernden Vorlieben weniger häufig und in geringeren Mengen Wein, wie Daten der Branche zeigen.

02.03.2026

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Wine Sales in Germany Drop 7% as Consumer Spending Weakens

Der Weinkonsum in Deutschland ist im Jahr 2025 zurückgegangen. Das geht aus neuen Daten hervor, die das Deutsche Weininstitut (DWI) in Bodenheim bei Mainz veröffentlicht hat. Wie das DWI mitteilt, sanken sowohl die von den Haushalten gekaufte Weinmenge als auch der daraus resultierende Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 7 %. Das Institut führt diesen Rückgang auf ein bundesweit anhaltend schwaches Konsumklima zurück.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Nielsen, bei der rund 20.000 Haushalte befragt wurden. Die Umfrage lieferte zwar keine absoluten Zahlen, zeigte aber, dass der Rückgang sowohl inländische als auch internationale Weine gleichermaßen betraf.

Melanie Broyé Engelkes, Geschäftsführerin des DWI, sagte, dass die Zahl der Haushalte, die Wein kaufen, im vergangenen Jahr relativ stabil geblieben sei. Allerdings kauften diese Haushalte weniger häufig und in geringeren Mengen Wein. Die Gesamtsituation auf dem Weinmarkt bezeichnete sie als angespannt, ohne unmittelbare Anzeichen einer Erholung.

Trotz des allgemeinen Abschwungs konnten deutsche Weine ihren Marktanteil in Deutschland leicht ausbauen. Nach Angaben des DWI lag der Anteil inländischer Weine am gesamten Weinabsatz im Jahr 2025 bei 42,6 % und damit geringfügig höher als im Vorjahr. Italienische Weine hatten einen Marktanteil von 17%, gefolgt von spanischen Weinen mit 13% und französischen Weinen mit 9%.

Das DWI betonte, dass die gedämpfte Stimmung unter den Verbrauchern weiterhin auf den Weinabsatz drückt. Die wirtschaftliche Unsicherheit und das vorsichtige Ausgabeverhalten haben viele Haushalte dazu veranlasst, ihre Einkäufe von nicht lebensnotwendigen Gütern, einschließlich Wein, zu reduzieren. Dieser Trend hat sich trotz der Bemühungen von Herstellern und Einzelhändlern, die Nachfrage durch Werbeaktionen und neue Produktangebote anzukurbeln, fortgesetzt.

Branchenbeobachter stellen fest, dass diese Entwicklungen die allgemeinen Herausforderungen widerspiegeln, mit denen der Getränkesektor in Deutschland konfrontiert ist. Steigende Energie- und Rohstoffkosten haben die Hersteller zusätzlich unter Druck gesetzt, während sich die veränderten Verbraucherpräferenzen - wie das wachsende Interesse an alkoholfreien Alternativen - ebenfalls auf das Kaufverhalten auswirken.

Das DWI wird die Trends im Weinkonsum weiter beobachten und mit Partnern aus der Industrie zusammenarbeiten, um die deutschen Weinerzeuger in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Das Institut plant außerdem Aufklärungskampagnen, die die Qualität und Vielfalt der deutschen Weine hervorheben sollen, in der Hoffnung, das Interesse der Verbraucher wieder zu wecken.

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