
Die Weinverkostung, eine uralte Praxis, die Liebhaber und Fachleute gleichermaßen fasziniert, ist oft geheimnisumwittert. Viele glauben, dass sie eine besondere Gabe oder ein angeborenes Talent erfordert. Jüngste Erkenntnisse zeigen jedoch, dass das Fachwissen der Weinverkostung nicht auf angeborenen Fähigkeiten beruht, sondern vielmehr auf einer strengen Ausbildung.
Im Mittelpunkt der Weinverkostung steht das olfaktorische System, der Teil unseres Sinnessystems, der für den Geruchssinn zuständig ist. Erstaunlicherweise ist dieses System in der Lage, Hunderttausende von verschiedenen Aromen zu unterscheiden, sofern sie isoliert dargeboten werden. Diese Erkennungsfähigkeit nimmt ab, wenn mehrere Aromen in schneller Folge dargeboten werden. Der Höhepunkt der Dufterkennung liegt etwa bei der 10-Sekunden-Marke. Jenseits dieses Zeitfensters macht das olfaktorische System eine Anpassung durch, die zu einem Verlust der Empfindlichkeit führt. Ein anschauliches Beispiel dafür findet sich im Alltag: Betritt man einen Raum, der mit einem Lufterfrischer beduftet ist, kann man feststellen, dass die Intensität des Dufts schon nach wenigen Sekunden rapide nachlässt, es sei denn, der Duft ist besonders überwältigend.
Auch wenn unsere Nasen in der Lage sind, verschiedene Düfte wahrzunehmen, besteht doch ein deutlicher Unterschied zwischen dem Erkennen eines Duftes und der Fähigkeit, ihn zu benennen oder zu identifizieren. Dieser Unterschied ist vor allem bei Weinverkostungs-Neulingen sehr ausgeprägt. In der Ausbildung wird daher betont, wie wichtig es ist, eine solide Verbindung zwischen diesen beiden Aspekten herzustellen.
Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass die individuellen Bedingungen oder die spezifische Ausbildung, die man absolviert hat, keine Garantie für eine universelle Erfahrung sind. Keine zwei Personen nehmen denselben Duft auf die gleiche Weise wahr oder identifizieren ihn, da der physische oder psychische Zustand einer Person zum Zeitpunkt der Verkostung ihre Geruchserfahrung stark beeinflussen kann. Dies führt zu einer inhärenten Subjektivität der Weinverkostung, die es schwierig macht, eine Verkostung als völlig objektiv zu betrachten.
Um die Fähigkeit zu verbessern, die Aromen von Weinen zu erkennen und richtig zu benennen, ist es unerlässlich, sich zunächst mit den grundlegenden Aromen vertraut zu machen. Standardtests auf dem Gebiet der Geruchserkennung teilen Düfte in zehn Gruppen ein: blumig, fruchtig, pflanzlich, nussig, mikrobiell, holzig, würzig, karamellisiert, erdig und chemisch.
Bei diesen Wahrnehmungs- und Erkennungstests werden die Teilnehmer einer Reihe von Gläsern ausgesetzt, die bestimmte Düfte in bestimmten Konzentrationen enthalten. Diese können direkt oder durch mit der Substanz getränkte Filterpapierstreifen erschnuppert werden. Um diese Erfahrung zu Hause zu simulieren, könnte man in ein professionelles Duftset investieren, das im Fachhandel erhältlich ist. Alternativ könnte ein Freund oder eine Freundin verschiedene Düfte aus den oben genannten Gruppen zusammenstellen - Fruchtscheiben, Nüsse, Bonbons, Brot, geröstete Gegenstände, Holzspäne, Erde usw. - und sie in durchsichtige Gläser füllen, die mit Folie abgedeckt sind, damit der Inhalt verborgen bleibt. Mit verbundenen Augen kann die Person dann versuchen, jeden Duft zu identifizieren.
Um eine Ermüdung des Geruchsinns zu vermeiden, wird empfohlen, nicht mehr als zehn Düfte in einer Sitzung zu probieren, mit Pausen dazwischen. Es sollte eine einheitliche Riechtechnik angewandt werden, die zwei bis drei tiefe und langsame Einatmungen umfasst. Im Laufe der Zeit und mit konsequenter Übung kann man von der Assoziation von Düften mit allgemeinen Namen oder beschreibenden Ausdrücken bis hin zu ihrer genauen chemischen Nomenklatur vordringen.
Die Beherrschung der Weinverkostung erfordert mehrere Sitzungen, viel Geduld und regelmäßiges Üben. Auch wenn der Weg dorthin entmutigend erscheinen mag, ist die Belohnung, wenn man in der Lage ist, eine Fülle von Aromen zu erkennen und zu benennen, wirklich unvergleichlich und verleiht der Wertschätzung von Weinen eine neue Tiefe.
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