Weinbaufläche in Baden-Württemberg schrumpft um 3%, weil die Winzer unter wirtschaftlichem Druck stehen

Sinkende Nachfrage und steigende Kosten zwingen die Erzeuger, den Anbau aufzugeben, und die wichtigsten Rebsorten verlieren in der gesamten Region an Boden.

13.03.2026

Teilen

Vineyard Area in Baden-Württemberg Shrinks by 3% as Economic Pressures Hit Winegrowers

Die Rebflächen in Baden-Württemberg sind weiter geschrumpft. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Landesamtes in Fellbach hervor. Im Jahr 2025 verringerte sich die Gesamtrebfläche in dem südwestdeutschen Bundesland um 3% auf 25.822 Hektar. Der Rückgang ist vor allem auf den wirtschaftlichen Druck zurückzuführen: Viele Winzer verzichten auf die Bewirtschaftung ihrer Flächen, weil sich die Weinproduktion nicht mehr rechnet.

Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erklärte, dass die derzeitigen Bedingungen für den Weinbau in Baden-Württemberg schwierig seien und die Herausforderungen in ganz Europa widerspiegelten. Der Weinmarkt wird als angespannt beschrieben, der Konsum ist europaweit rückläufig. Für diesen Trend werden mehrere Faktoren angeführt: Inflation, eine alternde Bevölkerung, veränderte Konsumgewohnheiten und ein kostenbewussteres Einkaufsverhalten aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit. Diese Entwicklungen haben zu einem Marktungleichgewicht geführt, das nun die wirtschaftliche Lage der Weinkellereien, Genossenschaften und Traubenerzeuger in der Region bestimmt.

Infolge dieses Drucks übersteigt das Angebot an Rebflächen inzwischen bei weitem die Nachfrage. Das Ministerium stellte fest, dass die Anpassung der Branche an diese Marktgegebenheiten dazu geführt hat, dass in einigen Gebieten Rebstöcke aus der Produktion genommen wurden.

Die Verringerung der Rebfläche war in den beiden großen Weinbauregionen Baden-Württembergs nicht einheitlich. In Baden, dem größeren der beiden Anbaugebiete, sank die bewirtschaftete Rebfläche um 2 % auf 15 142 Hektar. In Württemberg war der Rückgang mit 4,4 % stärker ausgeprägt, so dass noch 10.610 Hektar bewirtschaftet wurden.

Bestimmte Rebsorten sind von diesen Veränderungen besonders betroffen. In Baden ging die Anbaufläche der meistangebauten roten Rebsorte Blauer Spätburgunder im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zurück und liegt nun bei 4.765 Hektar. Auch die wichtigsten weißen Sorten wie Ruländer (Grauburgunder) und Müller-Thurgau verloren an Boden.

In Württemberg dominieren nach wie vor die roten Rebsorten, die aber ebenfalls Rückgänge zu verzeichnen haben. Die Anbaufläche von Trollinger sank um 8,3 % auf 1.614 Hektar, die von Lemberger um 3,8 % auf 1.661 Hektar. Auch der Riesling, die führende weiße Rebsorte Württembergs, wurde auf weniger Fläche als zuvor angebaut.

Branchenvertreter und Regierungsbeamte sind sich einig, dass in den kommenden Jahren mit einer weiteren Verringerung der Rebfläche zu rechnen ist, sofern sich die Marktbedingungen nicht verbessern oder neue Strategien zur Steigerung der Nachfrage und der Rentabilität entwickelt werden. Die anhaltende Schrumpfung spiegelt die allgemeinen Trends wider, von denen die europäischen Weinregionen betroffen sind, da sie sich an die veränderten wirtschaftlichen und demografischen Gegebenheiten anpassen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn