Bruno Paillard stellt Blanc de Blancs Grand Cru auf dunklere Flaschen um und erhöht den Altglasanteil
Das Champagnerhaus erklärt, eichenfarbenes Glas schütze den Wein besser vor Licht. Der Recyclingglasanteil steigt von 25 auf mindestens 85 Prozent.
Donnerstag, 5. November 2026
Champagne Bruno Paillard teilte am Donnerstag, dem 5. November, mit, dass der Blanc de Blancs Grand Cru künftig in einer neuen, eichenfarbenen Flasche abgefüllt wird. Damit weitet das in Reims ansässige Haus eine Verpackungsänderung aus, die es bereits für seine Première Cuvée Extra-Brut eingeführt hatte.
Nach Angaben des Unternehmens soll die neue Glasfarbe zwei Ziele zugleich erfüllen: den Wein schützen und die Umweltbelastung durch die Flasche verringern. In einer Pressemitteilung aus Reims erklärte der Erzeuger, das dunkler getönte Glas biete besseren Schutz vor Licht und verbessere die Bedingungen für Lagerung und Reifung. Der Wechsel weg von Klarglas ermögliche zudem einen deutlich höheren Anteil an Recyclingmaterial in der Flasche.
Glas verursache allein fast 15 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Champagne, erklärte Bruno Paillard. Nach Angaben des Hauses kann getöntes Glas im Durchschnitt mindestens 85 Prozent Altglasscherben enthalten, während der Anteil bei Klarglas etwa 25 Prozent beträgt. Dadurch müsse weniger natürliches Rohmaterial für die Flaschenherstellung abgebaut werden.
Die Änderung betrifft einen der Kernweine des Hauses: den Blanc de Blancs Grand Cru, einen Champagner aus Chardonnay-Trauben von Grand-Cru-Lagen. Der Erzeuger stellte die neue Flaschenfarbe als sichtbares Zeichen einer umfassenderen Nachhaltigkeitsstrategie dar und nicht als einmalige Verpackungsänderung. Der Schritt folge auf eine vergleichbare Umstellung bei der Première Cuvée Extra-Brut.
Bruno Paillard stellte die neue Flasche in den Zusammenhang mit einem umfassenderen Umweltansatz, der das Haus nach eigenen Angaben seit mehr als 40 Jahren prägt. Das Unternehmen erklärte, bereits seit Bruno Paillard seine ersten Weinberge gekauft habe, auf Herbizide zu verzichten – zu einer Zeit, als dies deutlich weniger verbreitet gewesen sei als heute. Die Bewirtschaftungsmethoden in den Weinbergen seien darauf ausgerichtet, den Boden zu schützen und die Wurzelsysteme zu stärken.
Das Haus erklärte außerdem, seine gesamte eingekaufte Energie stamme aus erneuerbaren Quellen. Investitionsentscheidungen bei Anlagen und Ausrüstung richteten sich zudem nach Reparierbarkeit und geringerem Energieverbrauch. In der Mitteilung verwies der Erzeuger auf die Dämmarbeiten in seinem modernen Keller im Jahr 1990 als frühe Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz. Als weiteres Beispiel nannte er den 2024 errichteten Standort in Avize, der mehr Energie erzeugen könne, als er verbrauche.
Auch die Verpackung ist Teil des vom Unternehmen skizzierten Plans. Bruno Paillard erklärte, Recyclinglösungen für Verpackungsrollen eingeführt zu haben, zu 100 Prozent recycelbare Kraftkartons zu verwenden und Holzkisten und -schachteln so zu gestalten, dass sie sich dank einheitlicher Materialien leichter wiederverwenden oder recyceln lassen.
Alice Paillard, Inhaberin der Maison Bruno Paillard, erklärte, die neue Flaschenfarbe stehe für einen grundlegenden Wert des Hauses: den Respekt vor seinem Ökosystem und den Terroirs der Weinberge. Zugleich bedeute die Umstellung das Ende von Weiß- beziehungsweise Klarglas für diesen Wein. Die neuen Flaschen lagerten bereits seit mehr als vier Jahren in den Kellern des Hauses, bevor sie auf den Markt kämen.
Bruno Paillard hat seinen Sitz an der Avenue de Champagne in Reims, einer der zentralen Städte der Champagne im Nordosten Frankreichs. Das Unternehmen ordnete die Flaschenumstellung als Teil einer fortlaufenden Verringerung seines CO₂-Fußabdrucks ein: Neben der Première Cuvée Extra-Brut wird nun auch der Blanc de Blancs Grand Cru in dunklerem Glas abgefüllt.