US-Einzelhandelsumsatz mit Wein Ende Oktober um 5,3 % gesunken – erneut vor allem wegen Stillwein
Stillwein verlor 5,8 % Absatzvolumen, Schaumwein legte um 0,1 % zu und alkoholfreier Wein wuchs um 14,6 %.
Dienstag, 3. November 2026
Ein am Montag, dem 2. November, von Wine Industry Advisor veröffentlichter NielsenIQ-Bericht zum Einzelhandel zeigt, dass sich der US-Weinabsatz Ende Oktober weiter abschwächte. Stillwein war für den Großteil des Rückgangs verantwortlich, während Schaumwein wieder ein leichtes Wachstum verzeichnete und alkoholfreier Wein weiterhin kräftig zulegte.
In den vier Wochen bis zum 24. Oktober sank der gesamte Weinabsatz im US-Einzelhandelspanel von NielsenIQ gegenüber demselben Vierwochenzeitraum 2025 um 5,3 % nach Volumen und um 3,8 % nach Umsatz in Dollar. Die Erhebung schließt weinhaltige Cocktails aus und bildet erfasste Einzelhandelsumsätze ab, nicht den gesamten Weinkonsum in den USA.
Stillwein blieb der wichtigste Belastungsfaktor für den Markt. Sein Absatzvolumen sank im Jahresvergleich um 5,8 %, während der Umsatz in Dollar um 4,6 % zurückging. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich die allgemeine Marktschwäche weiterhin auf traditionellen Tafelwein konzentriert. Dieser macht den größten Teil der Kategorie aus und war der Hauptgrund für den Rückgang des Weinabsatzes im Einzelhandel insgesamt.
Schaumwein entwickelte sich dagegen leicht positiv. Das Absatzvolumen stieg gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 0,1 %, der Umsatz in Dollar um 1,5 %. Der Zuwachs war gering, bedeutete aber eine Verbesserung gegenüber der vorherigen NielsenIQ-Auswertung, die für die vier Wochen bis zum 17. Oktober einen Volumenrückgang von 0,3 % bei Schaumwein ausgewiesen hatte. Damit kehrte die Kategorie in den positiven Bereich zurück, wenn auch nur knapp.
Alkoholfreier Wein wuchs weiterhin deutlich schneller als der übrige Markt. In den vier Wochen bis zum 24. Oktober stieg sein Absatzvolumen im Jahresvergleich um 14,6 %, der Umsatz in Dollar um 18,4 %. Damit verzeichnete die Kategorie weiterhin ein zweistelliges Wachstum und hob sich vom breiteren Weinmarkt ab, in dem die Rückgänge weit verbreitet blieben.
Der neue Bericht zeigte außerdem, dass sich die Jahresvergleichswerte des Marktes gegenüber der vorherigen Vierwochenauswertung verschlechtert hatten. Im Vergleich zum Bericht für die vier Wochen bis zum 17. Oktober vergrößerte sich der jährliche Rückgang des gesamten Weinmarkts um 0,4 Prozentpunkte beim Volumen und um 0,5 Prozentpunkte beim Umsatz in Dollar. Die jüngsten Daten zeigten somit einen schwächeren Vergleich mit dem gleichen Zeitraum 2025, obwohl sich einige kurzfristige Absatzkennzahlen verbesserten.
Die wöchentliche Auswertung von NielsenIQ deutete auf diese kurzfristige Verbesserung hin. In der jüngsten Einzelwoche des Berichts erreichte der Umsatz mit Wein insgesamt 372,5 Millionen US-Dollar und lag damit rund 3,9 Millionen US-Dollar über der Vorwoche. Dieser Wochenanstieg reichte jedoch nicht aus, um den schwächeren Jahrestrend im rollierenden Vierwochenzeitraum auszugleichen.
Der Vergleich der beiden Vierwochenberichte ist mit Vorsicht zu betrachten, da die Zeiträume keine getrennten Monate abbilden. Die vier Wochen bis zum 24. Oktober und die vier Wochen bis zum 17. Oktober umfassen drei identische Wochen. Die Veränderung zwischen den Berichten spiegelt daher lediglich wider, dass eine neue Woche in den rollierenden Zeitraum aufgenommen und eine ältere Woche herausgenommen wurde. Dennoch zeigte die Aktualisierung, dass die jüngste Marktschwäche stark genug war, um den Gesamtrückgang zu vergrößern.
Auch die Differenz zwischen Absatzvolumen und Umsatz in Dollar blieb im gesamten Markt sichtbar. Der Gesamtumsatz in Dollar sank weniger stark als das Gesamtvolumen; dasselbe Muster zeigte sich bei Stillwein. Das bedeutet, dass die verkaufte Weinmenge schneller zurückging als die damit erzielten Erlöse – trotz weiterhin unter Druck stehender Verbrauchernachfrage.
Der Bericht untermauert die Anzeichen dafür, dass sich das US-Weingeschäft je nach Segment weiterhin uneinheitlich entwickelt. Stillwein schrumpfte weiterhin deutlich, Schaumwein erholte sich nur minimal, und alkoholfreier Wein blieb der wichtigste Wachstumsbereich. Da die Zahlen aus dem Einzelhandelspanel von NielsenIQ stammen, beziehen sie sich auf die erfassten Verkaufsstellen und nicht auf den gesamten US-Markt. Sie deuten jedoch darauf hin, dass der Markt mit einer schwächeren Jahresdynamik als in der vorherigen Auswertung in die letzte Oktoberphase eintrat.