Italienische Lebensmittel- und Getränkeexporte legten im ersten Halbjahr 2026 nur um 0,5 % zu

Ein Rückgang der Verkäufe in den USA um 10,8 % machte Zuwächse in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien zunichte

Freitag, 30. Oktober 2026

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Die italienischen Lebensmittel- und Getränkeexporte wuchsen im ersten Halbjahr 2026 kaum, da schwächere Verkäufe in die Vereinigten Staaten Zuwächse in mehreren europäischen Märkten zunichtemachten. Das geht aus von Nomisma für das Konsortium Italia del Gusto erstellten Daten hervor, über die Mark Up am Donnerstag, dem 29. Oktober, berichtete.

Den Daten zufolge stiegen die italienischen Lebensmittel- und Getränkeexporte im Wert gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 lediglich um 0,5 %. Hauptgrund für die Verlangsamung war der US-Markt, in den die Exporte um 10,8 % zurückgingen. Dieser Rückgang überwog die besseren Ergebnisse in mehreren nahegelegenen Märkten, darunter Deutschland mit einem Exportplus von 19,3 %, Frankreich mit 15 % und das Vereinigte Königreich mit 11,9 %. Spanien verzeichnete einen geringeren Zuwachs von 4,9 %.

Die Zahlen deuten auf einen deutlichen Verlust an Dynamik in einem Sektor hin, der für Italiens Industrie- und Handelsprofil von zentraler Bedeutung ist. Alberto Volpe, Direktor des Konsortiums Italia del Gusto, sagte, das geringe Wachstum von 0,5 % in den ersten sechs Monaten 2026 verdeutliche eine Verlangsamung, die nicht unterschätzt werden dürfe. Der Rückgang auf dem US-Markt trotz positiver Ergebnisse in einigen europäischen Ländern bestätige, wie wichtig es sei, die Exportmärkte zu diversifizieren und die bereits erarbeitete Position in bestehenden Märkten zu stärken.

Auch einige der bekanntesten italienischen Exportkategorien verzeichneten Rückgänge. Die Olivenölexporte sanken gegenüber dem Vorjahr wertmäßig um 21,9 %, die Weinexporte um 6 % und die Pastaexporte um 1,1 %. Dem Bericht zufolge beziehen sich diese Veränderungen auf den Exportwert und nicht auf die Liefermengen. Die Zahlen geben somit den mit Verkäufen im Ausland erzielten Umsatz wieder, nicht die ausgelieferte Produktmenge.

Der Rückgang der Weinexporte um 6 % fällt für die Getränkeindustrie besonders ins Gewicht, da eines der wichtigsten italienischen Produkte auf dem Weltmarkt betroffen ist. Der Rückschlag könnte den Druck auf die Erzeuger erhöhen, ihre geografische Reichweite auszuweiten und ihre Vertriebsstrategien zu überprüfen – insbesondere in einer Zeit, in der die Abhängigkeit von einem einzelnen großen Markt die Gesamtentwicklung rasch bremsen kann. Allgemein deuten die Zahlen darauf hin, dass Getränkeunternehmen, darunter Weinproduzenten und andere Exporteure im Lebensmittel- und Getränkesektor, mit einer ungleichmäßigeren globalen Nachfrage konfrontiert sein könnten, selbst wenn Teile Europas weiterhin für Unterstützung sorgen.

Italia del Gusto, das mehr als 30 Unternehmen vertritt, erklärte, internationale Wettbewerbsfähigkeit erfordere langfristige Investitionen, eine stärkere Koordination innerhalb des Sektors und auf die jeweiligen Länder zugeschnittene Marktstrategien. Die Gruppe betonte, die Qualität italienischer Erzeugnisse bleibe ein zentraler Vorteil. Dieser müsse jedoch durch eine kommerzielle Präsenz ergänzt werden, die neue Wachstumschancen erschließen könne.

Die unterschiedliche Entwicklung in den USA und Europa gehörte zu den auffälligsten Merkmalen der Ergebnisse für das erste Halbjahr. Während Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich allesamt Zuwächse verzeichneten, zeigte das Ausmaß des Rückgangs in den USA, wie stark Exporteure gefährdet sein können, wenn ein großer Markt schwächelt. Für Erzeuger von Wein, Olivenöl und anderen Markenlebensmitteln könnte diese Kluft die Absatzplanung für den Rest des Jahres 2026 beeinflussen, wenn Unternehmen entscheiden, wohin sie Werbung, Investitionen in den Vertrieb und Preismaßnahmen lenken.

Der Bericht erläuterte die Gründe für die schwächere Entwicklung in den USA nicht. Die Zahlen zeigen jedoch, dass die stärkeren Verkäufe in Europa nicht ausreichten, um das Expansionstempo früherer Zeiträume wiederherzustellen. Das ist für italienische Exporteure bedeutsam, da höherwertige Kategorien wie Wein und Olivenöl häufig auf eine stabile Nachfrage in wichtigen Überseemärkten angewiesen sind, um ihre Margen und Markenpositionierung zu stützen.

Die Daten für das erste Halbjahr zeigen vorerst einen Sektor, der zwar weiter wächst, aber nur geringfügig, und in einigen seiner sichtbarsten Kategorien unter deutlichem Druck steht. Der Rückgang um 10,8 % in den Vereinigten Staaten, das Exportwachstum von insgesamt nur 0,5 % und die Einbußen bei Wein, Olivenöl und Pasta deuten darauf hin, dass Italiens Lebensmittel- und Getränkeindustrie im Außenhandel in eine anspruchsvollere Phase eintritt. In dieser könnten die Diversifizierung der Märkte und eine konsequentere Vertriebsarbeit wichtiger werden als bisher.

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