Spirituosenabsatz in britischen Gastronomiebetrieben sinkt in der zweiten Oktoberwoche in Folge um mehr als 13 Prozent

NIQ-Daten zeigen den Rückgang in bewirtschafteten Pubs, Bars und Restaurants kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft

Montag, 26. Oktober 2026

Teilen!

Spirituosenabsatz in britischen Gastronomiebetrieben sinkt in der zweiten Oktoberwoche in Folge um mehr als 13 Prozent

Der Spirituosenabsatz im britischen Gastgewerbe sank Mitte Oktober in der zweiten Woche in Folge um mehr als 13 Prozent. Damit setzte sich der starke Rückgang in Pubs, Bars und Restaurants unmittelbar vor der Feierzeit zum Jahresende fort.

Von NielsenIQ, kurz NIQ, veröffentlichte Daten weisen für Spirituosen, die über bewirtschaftete Betriebe und Ketten in Großbritannien verkauft wurden, im Jahresvergleich Rückgänge von 16,3 Prozent in der Woche bis zum 10. Oktober und von 13,2 Prozent in der Woche bis zum 17. Oktober aus. Die Zahlen stammen aus dem Daily Drinks Tracker von NIQ, der von der Geschäftseinheit CGA Strategy erstellt wird und die Verkäufe im Außer-Haus-Markt erfasst.

Das Ergebnis der zweiten Woche fiel weniger negativ aus als das der ersten; der Rückgang verringerte sich um 3,1 Prozentpunkte. Die Kategorie verzeichnete jedoch weiterhin einen klar zweistelligen Rückgang. Die Veränderung zwischen den beiden Messwerten bezieht sich auf den Vergleich mit denselben Wochen des Vorjahres. Sie bedeutet nicht, dass der Spirituosenabsatz von einer Woche zur nächsten um 3,1 Prozent gestiegen ist.

Die Zahlen waren in NIQs Marktbericht vom 23. Oktober mit dem Titel „Getränkeabsatz zu Beginn eines ruhigen Oktobers unverändert“ enthalten. In der öffentlich zugänglichen Kurzfassung nannte das Unternehmen keine absoluten Absatzwerte für Spirituosen und veröffentlichte auch keine kumulierte Monatszahl für die Kategorie. Aus den verfügbaren Informationen geht zudem nicht hervor, welcher Anteil der Veränderung auf niedrigere Absatzmengen, Preisänderungen oder Verschiebungen im Produktmix zurückzuführen war.

Die jüngsten Daten sind daher eher ein Richtungssignal als ein vollständiges Bild des Marktes. Dennoch deutet das Ausmaß der Rückgänge in zwei aufeinanderfolgenden Wochen auf eine deutliche Schwäche bei Spirituosen in Gastronomiebetrieben hin – zu einem Zeitpunkt, an dem Betreiber und Lieferanten auf Halloween, Weihnachtsfeiern und weitere Anlässe zum Jahresende setzen, die den Getränkeabsatz üblicherweise beleben.

NIQ ist ein internationales Unternehmen für Verbrauchermessungen, das nach eigenen Angaben in mehr als 90 Ländern tätig ist und rund 23.000 Kunden betreut. Die Geschäftseinheit CGA Strategy ist auf den Außer-Haus-Sektor spezialisiert und unterhält Büros in Manchester und Chicago. Diese Unternehmensangaben beschreiben den Datenanbieter, nicht die Größe der britischen Stichprobe hinter dem Tracker.

Der Markt, den die Spirituosenwerte abbilden, ist zudem enger gefasst als der gesamte britische Getränkemarkt. Der Tracker konzentriert sich auf bewirtschaftete Gastronomiebetriebe und Ketten in Großbritannien und erfasst nicht jeden Pub, jedes Restaurant und jede Bar im Land. Die Zahlen sind daher weder als Maß für den gesamten Alkoholverkauf in Großbritannien noch für die Verbrauchernachfrage über sämtliche Einzelhandels- und Gastronomiekanäle hinweg zu verstehen.

Dennoch ist der Rückgang über zwei Wochen sowohl wegen seines Ausmaßes als auch wegen des Zeitpunkts bemerkenswert. Getränkehersteller und Betreiber beobachten den Oktober gewöhnlich genau, da er zwischen der Sommersaison und dem stärkeren Weihnachtsgeschäft zum Jahresende liegt. Ein schwacher Monatsbeginn kann Sorgen über die Konsumausgaben, die Besucherzahlen und die Bereitschaft der Gäste wecken, zu höherpreisigen Getränken zu greifen.

Spirituosen können solchen Belastungen besonders stark ausgesetzt sein, da ihr Konsum bei geselligen Anlässen und spätabends häufig von frei verfügbarem Einkommen abhängt. Wenn Kunden seltener ausgehen, kürzer bleiben oder auf günstigere Getränke umsteigen, kann sich das schnell in dieser Kategorie bemerkbar machen. Die NIQ-Veröffentlichung schlüsselt die Zahlen nicht nach einzelnen Spirituosensegmenten wie Wodka, Gin, Rum, Tequila oder Whisky auf. Anhand der öffentlichen Daten lässt sich daher nicht feststellen, ob der Rückgang breit angelegt war oder sich auf einige Bereiche konzentrierte.

Aus den Zahlen geht auch nicht hervor, ob weniger Getränke verkauft wurden, ob sich die Rabattaktionen änderten oder ob Verbraucher auf kleinere Ausschankmengen auswichen. Ohne diese Angaben lässt sich schwer beurteilen, ob der Rückgang auf eine schwächere Nachfrage, Preiseffekte, Veränderungen im Kanal-Mix oder eine Kombination dieser Faktoren zurückzuführen ist.

Für Betreiber erschweren die Daten die Steuerung des Absatzes in einer Zeit, die vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts häufig schwankend verläuft. Für Lieferanten deuten sie darauf hin, dass das Gastronomiegeschäft mit Spirituosen in der ersten Oktoberhälfte weiter unter Druck stand, obwohl NIQ den Getränkemarkt insgesamt zu Monatsbeginn als unverändert beschrieben hatte.

Da die Quelle ein kommerzieller Markttracker mit nur teilweiser Kanalabdeckung ist, dürften Analysten und Unternehmen die Werte als wichtigen, aber unvollständigen Indikator betrachten. Weitergehende Schlussfolgerungen zum britischen Spirituosenmarkt erfordern detailliertere Absatz-, Preis- und Mengendaten aus Gastronomie und Einzelhandel.

Trotz dieser Einschränkungen ist die Aussage der beiden Wochenwerte eindeutig: Der Spirituosenabsatz in bewirtschafteten Gastronomiebetrieben in Großbritannien lag in den Wochen bis zum 10. und 17. Oktober deutlich unter dem Vorjahresniveau. Damit startete die Kategorie klar unter Druck in die Vorweihnachtszeit.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn!

Cookies

Wir verwenden Cookies und andere Technologien, um die Website zu betreiben, ihre Nutzung zu analysieren und externe Inhalte anzubieten. Sie können optionale Cookies akzeptieren, ablehnen oder konfigurieren.

Cookie-Richtlinie