Spanische Exporte verpackter Stillweine bis August um 5,4 % gesunken – Ausfuhrmenge um 9,3 % rückläufig
Die Erlöse sanken auf 1.020,8 Millionen Euro. Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung machten den größten Teil des Rückgangs aus.
Montag, 26. Oktober 2026

Spaniens Exporte verpackter Stillweine erzielten von Januar bis August 2026 einen Erlös von 1.020,8 Millionen Euro. Das waren 58,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum, da die geringeren Ausfuhrmengen den Anstieg des durchschnittlichen Werts je Liter mehr als aufwogen.
Der Rückgang um 5,4 % wurde von der Interprofessionellen Organisation des spanischen Weins (OIVE) gemeldet, einem Branchenverband mit Sitz in Madrid, in dem repräsentative Organisationen der spanischen Weinproduktion und -vermarktung zusammengeschlossen sind. Der Bericht, der auf den jüngsten Handelsdaten zum internationalen Absatz basiert, weist für die ersten acht Monate des Jahres eine Ausfuhrmenge von 341,4 Millionen Litern verpackten Stillweins aus. Im Zeitraum von Januar bis August 2025 waren es 376,6 Millionen Liter gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 35,2 Millionen Liter beziehungsweise 9,3 %.
Der durchschnittliche Exportwert stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,3 % auf 2,99 Euro je Liter. Dieser Anstieg begrenzte den Erlösrückgang, reichte jedoch nicht aus, um den Mengenverlust auszugleichen. Die Zahlen zeigen, dass Spanien weniger verpackten Stillwein ins Ausland verkaufte, obwohl der durchschnittliche Erlös je Liter zunahm.
Ein großer Teil des Rückgangs entfiel auf Stillweine mit geschützter Ursprungsbezeichnung, die gemessen am Exporterlös gewichtigste Kategorie. Der Absatz in diesem Segment sank von 761,9 Millionen auf 705,6 Millionen Euro – ein Minus von 56,3 Millionen Euro beziehungsweise 7,4 %. Die Ausfuhrmenge ging noch stärker zurück und fiel um 11,6 % von 149,4 Millionen auf 132 Millionen Liter. Der durchschnittliche Wert stieg zwar um 4,7 % auf 5,34 Euro je Liter, verhinderte aber keinen Rückgang der Gesamterlöse.
Gemessen am Wert entfielen weiterhin die größten Anteile der spanischen Exporte verpackter Stillweine auf diese Weine. Den OIVE-Zahlen zufolge machten Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung im Berichtszeitraum rund 69,1 % der Exporterlöse in dieser Kategorie aus, obwohl ihr Anteil an der Ausfuhrmenge bei 38,7 % lag. Ein Jahr zuvor hatte ihr Erlösanteil rund 70,6 % betragen. Damit verloren sie innerhalb der Gesamtkategorie leicht an Gewicht.
Auch Stillweine mit geschützter geografischer Angabe verzeichneten einen deutlichen Rückgang. Die Exporterlöse sanken um 13,8 % von 79,6 Millionen auf 68,6 Millionen Euro, während die Ausfuhrmenge um 16,8 % von 67,2 Millionen auf 55,9 Millionen Liter zurückging. Der durchschnittliche Wert stieg um 3,6 % auf 1,23 Euro je Liter. Das milderte die Auswirkungen der geringeren Ausfuhren, änderte aber nichts an der rückläufigen Absatzentwicklung.
Zusammengenommen entfielen auf die beiden Kategorien mit geografischer Herkunftsangabe der größte Teil der Erlöseinbußen bei den Exporten verpackter Stillweine. Ihr gemeinsamer Rückgang übertraf das Gesamtminus der Kategorie. Das bedeutet, dass Zuwächse in anderen Segmenten den Rückgang teilweise ausglichen.
Ein solcher Zuwachs entfiel auf Rebsortenweine. Die Exporterlöse in diesem Segment stiegen um 9,4 % von 102,7 Millionen auf 112,4 Millionen Euro. Die Ausfuhrmenge legte leicht um 1,4 % von 59,2 Millionen auf 60 Millionen Liter zu, während der durchschnittliche Wert um 7,9 % auf 1,87 Euro je Liter stieg. Der Erlöszuwachs war somit stärker auf den höheren Wert je Liter als auf einen deutlichen Anstieg der Ausfuhren zurückzuführen.
Auch Stillwein im Bag-in-Box-Format, im Bericht als BiB bezeichnet, legte zu. Die Exporterlöse stiegen um 5,9 % von 58,6 Millionen auf 62 Millionen Euro, die Ausfuhrmenge um 5,6 % von 46,4 Millionen auf 49 Millionen Liter. Der durchschnittliche Wert blieb mit einem Plus von 0,3 % auf 1,27 Euro je Liter nahezu unverändert. Das deutet darauf hin, dass die Verbesserung vor allem auf höhere Absatzmengen und nicht auf einen höheren Erlös je Einheit zurückzuführen war.
Bei Stillweinen ohne geschützte Ursprungsbezeichnung oder geschützte geografische Angabe blieben die Erlöse nahezu stabil. Ihr Exportwert sank um 0,7 % von 135,1 Millionen auf 134,1 Millionen Euro. Gleichzeitig ging die Ausfuhrmenge um 7,3 % von 100,8 Millionen auf 93,4 Millionen Liter zurück. Der durchschnittliche Wert stieg um 7,1 % auf 1,44 Euro je Liter und trug dazu bei, die Gesamterlöse trotz der geringeren Ausfuhren nahezu stabil zu halten.
Der OIVE-Bericht ordnet den Rückgang bei verpackten Stillweinen in einen allgemeinen Rückgang der spanischen Weinexporte ein. Über alle Weinkategorien hinweg sanken die Exporterlöse von Januar bis August um 6,8 % von 1.900,6 Millionen auf 1.771,9 Millionen Euro. Die Ausfuhrmenge ging um 13,9 % von 1.306,1 Millionen auf 1.124,7 Millionen Liter zurück. Gemessen am Erlös entwickelte sich das Segment verpackter Stillweine damit etwas besser als der gesamte Weinmarkt. Bei beiden waren jedoch rückläufige Mengen und höhere Durchschnittswerte zu beobachten.
Betrachtet man neben Wein auch alle im Bericht erfassten Erzeugnisse des Weinsektors, sanken die Exporterlöse um 8,4 % von 2.287,8 Millionen auf 2.095,3 Millionen Euro. Die Ausfuhrmenge ging um 17,2 % von 1.853,3 Millionen auf 1.534,6 Millionen Liter zurück. Der gesamte Sektor verzeichnete damit einen stärkeren Rückgang als die Kategorie verpackter Stillweine.
Auch andere Segmente verpackter Weine standen unter Druck. Die Exporterlöse für Schaumwein sanken um 7,4 % von 320,4 Millionen auf 296,8 Millionen Euro, die Ausfuhrmenge um 7,6 % von 94,1 Millionen auf 86,9 Millionen Liter. Der durchschnittliche Wert in diesem Segment stieg lediglich um 0,3 % auf 3,41 Euro je Liter. Bei Perlwein entwickelte sich die Ausfuhrmenge in die entgegengesetzte Richtung und legte um 4 % zu. Dennoch sanken die Erlöse um 5 % auf 19,8 Millionen Euro, da der durchschnittliche Wert um 8,6 % auf 1,46 Euro je Liter fiel. Likörweine verzeichneten einige der stärksten Rückgänge: Die Exporterlöse sanken um 15,8 % auf 28 Millionen Euro, die Ausfuhrmenge um 19,2 % auf 5,5 Millionen Liter.
Die zentrale Aussage der Zahlen zu verpacktem Stillwein ist eindeutig: Spanien erzielte durchschnittlich mehr je Liter, verkaufte im Ausland aber zu wenige Liter, um einen Rückgang der Exporterlöse zu verhindern. Der höhere Durchschnittswert begrenzte die Einbußen, kehrte den mengenmäßig gemessenen Rückgang der Auslandsnachfrage jedoch nicht um. Die Zahlen im Bericht beschreiben Exporterlöse und Ausfuhrmengen, nicht die Kosten oder Gewinnmargen der Unternehmen. Die Durchschnittswerte spiegeln zudem die Zusammensetzung der in den verschiedenen Märkten und Kategorien verkauften Weine wider.