Cantina Tramin eröffnet Erweiterung im Wert von 15 Millionen Euro in Südtirol

Die überwiegend unterirdische Anlage setzt auf per Schwerkraft gesteuerte Traubenverarbeitung, um die Präzision bei Lesejahren zu verbessern, die von Wettervolatilität geprägt sind.

10.08.2026

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Cantina Tramin, eine der bekanntesten Winzergenossenschaften Südtirols, hat in Tramin in Norditalien eine neue Produktionsanlage eröffnet und damit eine 15-Millionen-Euro-Erweiterung abgeschlossen, die darauf abzielt, die Traubenverarbeitung und die Weinqualität während der Lese zu verbessern.

Das Projekt ist die größte Investition in der 128-jährigen Geschichte der Genossenschaft. Cantina Tramin, die 1898 gegründet wurde, vereint rund 300 Winzer, die 270 Hektar bewirtschaften, und gehört damit zu den führenden Weinproduzenten in Alto Adige, der italienischen Region, die auch als Südtirol bekannt ist. Das Gebiet ist weithin für Weißweine bekannt und zählt zu Italiens etabliertesten Bergweinregionen.

Die neue Struktur wurde von dem Architekten Werner Tscholl entworfen, der auch den markanten, 2010 fertiggestellten Sitz der Kellerei geschaffen hat. Dieses Gebäude wurde in Tramin zu einem lokalen Wahrzeichen, und der Neubau greift dieselbe visuelle Sprache auf, konzentriert sich jedoch auf die Produktionsanforderungen und nicht auf öffentlich zugängliche Bereiche.

Nach Angaben der Kellerei wurde der Großteil der Erweiterung unterirdisch auf einem bereits versiegelten Areal errichtet, um zusätzliche Umweltauswirkungen zu begrenzen. Die neue Anlage umfasst zwei unterirdische Ebenen und wurde so geplant, dass die Lese schneller, flexibler und schonender für die Trauben abläuft, insbesondere in Jahren, in denen Wetterbedingungen dazu zwingen, viele Weinbergsparzellen gleichzeitig zu lesen.

Das Layout setzt in den ersten Produktionsschritten stark auf die Schwerkraft, um Trauben und Saft zu bewegen und so den Bedarf an Pumpen zu verringern. Zudem hat die Kellerei drei neue Pressen installiert, eine Maßnahme, die die Präzision und Schonung der Traubenverarbeitung verbessern soll. In einer Region, in der die Weinbergsflächen durch Höhe, Hangneigung und Exposition stark zersplittert sind, kann die Möglichkeit, das Lesegut getrennt zu halten, für Qualität und Stil wichtig sein.

Willi Stürz, der Kellermeister und technische Direktor von Cantina Tramin, sagte, die neue Anlage werde sich direkt auf die Weine auswirken, da sie mehr getrennte Vinifikationen und kleinere Partien ermögliche. Das, so Stürz, sollte der Kellerei helfen, die Identität einzelner Parzellen und Jahrgänge mit größerer Präzision herauszuarbeiten. Stürz ist seit den 1990er-Jahren eine Schlüsselfigur in der Genossenschaft, als sich die Kellerei entschiedener auf eine qualitätsorientierte Strategie ausrichtete und ihr höherwertiges Sortiment ausbaute.

Das Projekt hat auch eine größere Bedeutung für den Südtiroler Weinsektor, in dem das Genossenschaftsmodell nach wie vor ein zentraler Bestandteil der Produktion ist. Die Investition von Cantina Tramin erfolgt, während sich die Region weiterhin als hochwertiges Weinbaugebiet positioniert. Eine jüngst veröffentlichte Studie der American Association of Wine Economists stellte Südtirol bei der pro Hektar aus dem Weinbau geschaffenen Wertschöpfung direkt hinter die Champagne; ein Ranking, das von Erzeugern in der Region häufig als Beleg für die wirtschaftliche Stärke ihres Weinbaus angeführt wird.

Auch architektonisch führt das neue Gebäude das Bestreben der Kellerei fort, den Produktionsraum mit der umgebenden Weinbergslandschaft zu verbinden. Die Fassade verwendet profiliertes Glas in unterschiedlichen Grüntönen, passend zum Stil der bestehenden Struktur. Die oberirdischen Elemente sind so gestaltet, dass sie leicht und transparent wirken, während sie die funktionaleren Bereiche dahinter abschirmen. Die unterirdischen Abschnitte wurden mit Erde bedeckt und mit Reben bepflanzt, wodurch die visuelle Wirkung der Erweiterung weiter verringert wird.

Gleichzeitig hat die Kellerei ihre Photovoltaikanlage erweitert. Cantina Tramin teilte mit, die Solaranlage decke nun rund 67% des Energiebedarfs des Kellers und verknüpfe das Produktions-Upgrade mit einer breiter angelegten Anstrengung, den externen Energiebedarf zu senken.

Die Eröffnung markiert den Abschluss eines Projekts, das sich über mehrere Jahre in Entwicklung befand, und spiegelt die Ansicht der Kellerei wider, dass Investitionen in die Infrastruktur auch in einer Zeit unerlässlich bleiben, in der viele europäische Weinproduzenten unter Druck durch Klimavariabilität, steigende Kosten und veränderte Konsumgewohnheiten stehen. In Südtirol, wo sich der Erntezeitpunkt schnell ändern kann und die Arbeit im Weinberg von steilem Gelände und kleinen Parzellen geprägt ist, ist die Fähigkeit, Trauben rasch und sorgfältig zu verarbeiten, zu einem zunehmend wichtigen Bestandteil der Qualitätssicherung geworden.

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