07.07.2026

Hamburg wird das öffentliche Alkoholverbot im Stadtteil St. Georg im August ausweiten und damit die bereits rund um den Hauptbahnhof geltenden Beschränkungen auf ein größeres Gebiet in der Nähe von Hansaplatz, Steindamm und dem zentralen Busbahnhof ausdehnen, wie NDR berichtet.
Nach den neuen Regeln dürfen Menschen weiterhin eine verschlossene Flasche oder Dose in einer Tasche mitführen, das Trinken von Alkohol auf Straßen und Plätzen innerhalb der ausgewiesenen Zone ist jedoch nicht erlaubt. Ein erster Verstoß wird mit einer Geldstrafe von 40 Euro geahndet. Wiederholte Verstöße können Strafen von bis zu 200 Euro nach sich ziehen.
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Sicherheitspolitik, die Hamburg seit mehr als zwei Jahren rund um den Hauptbahnhof und den Vorplatz einsetzt. Stadtvertreter sagen, das ursprüngliche Verbot sei eingeführt worden, um den Bereich um den Bahnhof sicherer zu machen. NDR berichtete, dass viele der von dieser Politik erfassten Probleme später in nahe gelegene Teile von St. Georg verlagert wurden, woraufhin das Innenministerium die Sperrzone ausweitete.
Dem Bericht zufolge musste die Polizei die Bedingungen Straße für Straße prüfen, bevor die Ausweitung rechtlich begründet werden konnte. Die Behörden mussten nachweisen, dass Alkohol in den betroffenen Gebieten bei einer erheblichen Zahl von Straftaten eine Rolle spielte. In der neu erfassten Zone sei dies bei Körperverletzungen und Sexualdelikten der Fall gewesen.
Das ausgeweitete Verbot soll zunächst für ein Jahr gelten. Danach wollen Stadtvertreter nach Gesprächen mit Anwohnern und lokalen Unternehmen entscheiden, ob es verlängert wird.
Hamburg bereitet zudem einen möglichen nächsten Schritt vor, der sowohl den Verkauf als auch den Konsum von Alkohol betreffen könnte. NDR berichtete, dass die Behörden ein Verbot des Verkaufs von Alkohol zum Mitnehmen in Kiosken im selben Gebiet erwägen. Eine endgültige Entscheidung zu dieser Maßnahme wurde noch nicht bekannt gegeben.
Der Schritt ist auch über die Polizeiarbeit hinaus relevant, weil er beeinflussen könnte, wie Getränke in einem der dicht bebauten innerstädtischen Geschäftsviertel Hamburgs verkauft und konsumiert werden. Für Bars, Kioske und andere Getränkehändler könnten strengere Regeln zum Trinken auf der Straße die Nachfrage nach Mitnahmeprodukten, die Verkaufsmuster in den späten Abendstunden und die Betriebsabläufe in der Nähe von Verkehrsknotenpunkten und Ausgehvierteln verändern.
Hamburg hat bereits beschlossen, das bestehende Alkoholverbot rund um den Hauptbahnhof um weitere drei Jahre zu verlängern. NDR sagte, die alkoholbedingte Kriminalität dort sei in den ersten zwei Jahren der Beschränkung deutlich zurückgegangen, ein Ergebnis, das Stadtvertreter offenbar als Unterstützung für die Ausweitung der Politik auf die benachbarten Straßen von St. Georg heranziehen.
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