Europas Weinbranche tagt in Italien, während Brüssel über Änderungen der Agrarpolitik nachdenkt

Erzeuger und politische Entscheidungsträger wollen über Klimastress, sinkenden Konsum und Gesundheitsvorschriften diskutieren, die die Zukunft des Sektors prägen

18.06.2026

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Europäische Weinproduzenten und politische Entscheidungsträger kommen am 25. Juni in Taranto in der süditalienischen Region Apulien zu einem Gipfel zusammen, der sich auf die Zukunft des Sektors konzentriert, während die Europäische Union Änderungen an ihrer Gemeinsamen Agrarpolitik vorbereitet.

Das von dem Europäischen Komitee der Weinunternehmen, bekannt als CEEV, organisierte Treffen findet in einer schwierigen Phase für die Branche statt. Laut dem von den Organisatoren veröffentlichten Hintergrundpapier zum Gipfel sieht sich der Sektor mit dem Klimawandel, sinkendem Weinkonsum, veränderten Verbrauchergewohnheiten, geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheit, steigenden Produktionskosten und wachsender regulatorischer Komplexität konfrontiert.

Christophe Hansen, der EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, soll die Schlussbemerkungen halten. Zu den weiteren Teilnehmern zählen Damiano Li Vecchi, Generaldirektor für internationale und europäische Politik im italienischen Landwirtschaftsministerium, sowie die Mitglieder des Europäischen Parlaments Dario Nardella und Michele Picaro.

CEEV erklärte, die Veranstaltung solle Unternehmen, Wissenschaftler und öffentliche Vertreter zusammenbringen, um politische Antworten zu erörtern, die Resilienz, Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und langfristiges Wachstum entlang der gesamten Wertschöpfungskette Wein unterstützen könnten. Die Organisation richtet den Gipfel gemeinsam mit ihren italienischen Mitgliedern Federvini und Unione Italiana Vini aus.

Aus dem Programm geht hervor, dass eine der Hauptdebatten sich auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik oder GAP konzentrieren wird und darauf, ob die bestehenden europäischen Unterstützungsinstrumente für Weinproduzenten noch zu den aktuellen Marktbedingungen passen. An diesem Panel sollen Nardella; Luca Rigotti, Vorsitzender der Wein-Arbeitsgruppe bei Copa-Cogeca; Samuel Masse, Präsident von CEVI, der europäischen Konföderation unabhängiger Winzer; sowie Piero Mastroberardino, Vorstandsmitglied von CEEV, teilnehmen.

Ein zweites Panel wird sich mit Wein- und Gesundheitspolitik befassen, einem Thema, das in Europa sensibler geworden ist, da Regierungen und Gesundheitsbehörden über Alkoholkennzeichnung, öffentliche Gesundheitsbotschaften und Konsumempfehlungen diskutieren. Als Redner sind Picaro; Attilio Giacosa, Präsident von IRVAS, einem italienischen Institut für Forschung zu Wein, Lebensmitteln und Gesundheit; Sandro Sartor, Präsident von Wine in Moderation; sowie Fabiola Sfodera von der Sapienza-Universität Rom vorgesehen.

Zur Einordnung der Debatte soll Tiziana Sarnari, Marktanalystin bei ISMEA und CEEV-Expertin am EU Wine Market Observatory, einen Überblick über die aktuelle Lage des Weinmarkts geben.

Der Gipfel findet von 15 Uhr bis 17.30 Uhr Ortszeit im Relais Histó in Taranto statt. Arbeitssprachen sind Englisch und Italienisch. Die Anmeldung sollte am 19. Juni enden; die Teilnahme ist kostenlos, steht jedoch unter dem Vorbehalt einer Bestätigung durch die Organisatoren.

CEEV vertritt Unternehmen der Europäischen Union aus den Bereichen Wein und aromatisierter Wein. Die Gruppe sagt, sie vereine 25 nationale Organisationen aus 13 EU-Mitgliedstaaten sowie Mitglieder in der Schweiz, im Vereinigten Königreich und in der Ukraine sowie ein Konsortium aus vier großen europäischen Weinunternehmen. Nach Angaben von CEEV entfallen auf die von ihr vertretenen Unternehmen mehr als 90% der EU-Weinexporte.

Die Wahl der Themen spiegelt den breiteren Druck wider, unter dem Europas Weinbranche steht. Produzenten in mehreren Regionen haben mit schwächerer Binnennachfrage zu kämpfen und müssen sich zugleich an heißere Vegetationsperioden und volatilere Wetterbedingungen anpassen. Gleichzeitig prüft Brüssel, wie sich die Agrarstützung in den kommenden Jahren entwickeln sollte – einschließlich der Frage, ob traditionelle Sicherheitsnetze für Sektoren wie den Weinbau noch angemessen sind.

Indem die Organisatoren die Reform der GAP und die Gesundheitspolitik in den Mittelpunkt des Treffens in Taranto stellen, signalisieren sie aus ihrer Sicht einige der dringendsten Debatten: wie sich wirtschaftliche Unterstützung für Erzeuger bewahren lässt und zugleich auf veränderte Konsummuster sowie eine strengere öffentliche Kontrolle von Alkohol reagiert werden kann.

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