28.05.2026

Indien hat Pernod Ricard vorgeworfen, wichtige Details über Alter und Zusammensetzung des ins Land importierten Scotch Whiskys zurückgehalten zu haben, um niedrigere Zölle zu zahlen. Damit verschärft sich ein Steuerstreit, der den französischen Spirituosenkonzern mit mehr als 600 Millionen Dollar an Zöllen und Strafen belasten könnte.
Im Zentrum des Falls steht Pernod, Hersteller von Chivas Regal Whisky und Absolut Vodka, der eigenen Angaben zufolge in Indien nach Volumen der größte Markt ist. Indische Steuerbehörden werfen dem Unternehmen vor, über mehr als ein Jahrzehnt hinweg den Wert einiger Whisky-Lieferungen zu niedrig angegeben zu haben, indem Informationen nicht offengelegt wurden, die für die zollrechtliche Bewertung relevant gewesen wären. Die Regierung fordert rund 314 Millionen Dollar an Steuern; nach Angaben von Beamten könnte sich die Summe deutlich erhöhen, wenn Strafen hinzukommen.
Pernod geht gegen die Feststellungen vor dem Delhi High Court vor und versucht, ein im September ergangenes Urteil im Zusammenhang mit dem Streit aufheben zu lassen. Das Unternehmen bestreitet Fehlverhalten und wehrt sich gegen die bundesstaatliche Steuerforderung, wie Reuters unter Berufung auf Moneycontrol berichtet.
Der Streit ist deshalb bedeutsam, weil Indien bei importierten Spirituosen je nach Produktklassifizierung, Alter und Zusammensetzung unterschiedliche Zolltarife anwendet. In einem Markt, in dem Scotch-Importe von Aufsichtsbehörden und Wettbewerbern gleichermaßen genau beobachtet werden, könnte ein Urteil gegen Pernod Auswirkungen darauf haben, wie andere ausländische Alkoholhersteller Lieferungen deklarieren und Abgaben berechnen.
Indische Ermittler sagen, es gehe um mehr als nur eine einzelne Lieferung oder eine Marke. Ihrer Darstellung zufolge beeinflussten Pernods Importpraktiken über Jahre hinweg die Bewertung und damit die Höhe der auf Scotch-Importe nach Indien fälligen Zölle. Die rechtliche Anfechtung des Unternehmens rückt diese Bewertungsregeln nun in den Fokus – zu einem Zeitpunkt, da Indien weiterhin zu den am schnellsten wachsenden Spirituosenmärkten der Welt zählt.
Pernod hat öffentlich nicht im Detail erläutert, wie die strittigen Importe eingestuft wurden. Der Fall sorgt dennoch für Aufmerksamkeit, weil er einen der größten globalen Getränkekonzerne und einen Markt betrifft, der für seine Wachstumsstrategie zentral geworden ist. Das Ergebnis könnte künftige Durchsetzungsmaßnahmen bei importiertem Whisky und anderen Premium-Spirituosen in Indien prägen, wo die steuerliche Behandlung je nach Warenbeschreibung an der Grenze stark variieren kann.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: [email protected] | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien