12.06.2026

In vielen deutschen Weinregionen blühen die Reben in diesem Jahr früher als üblich; die frühesten Standorte in wärmeren Lagen liegen nach Angaben des Deutschen Weininstituts mehr als eine Woche vor dem 30-Jahres-Durchschnitt.
Ernst Büscher, Sprecher des Instituts, sagte, die Blüte habe in einigen warmen Weinbergsstandorten bereits während der sehr sonnigen Phase Ende Mai begonnen und sich ohne Probleme rasch entwickelt. In diesen Weinbergen hätten die Beeren bereits etwa die Größe kleiner Schrotkugeln erreicht, ein Zeichen für den fortgeschrittenen Entwicklungsstand zu diesem Zeitpunkt der Saison.
Der Verlauf ist in Deutschland nicht einheitlich. In kühleren Weinbergslagen und Regionen komme die Blüte seit Anfang Juni wegen niedrigerer Temperaturen langsamer voran, sagte Büscher. Er fügte hinzu, dass der Prozess dort voraussichtlich mit steigenden Temperaturen in den kommenden Tagen abgeschlossen werde.
Das unterschiedliche Tempo bedeutet, dass Erzeuger nicht nur von Region zu Region mit verschiedenen Zeitplänen konfrontiert sind, sondern in manchen Fällen auch innerhalb desselben Weinbergs. Büscher sagte, an einigen Standorten zeigten sich größere Unterschiede im Blühfortschritt, was Winzer dazu zwingen könnte, verschiedene Teile eines einzelnen Weinbergs zu unterschiedlichen Zeiten zu lesen.
Der Zeitpunkt ist wichtig, weil Trauben in der Regel etwa 90 bis 100 Tage nach der Blüte lesereif sind. Auf Grundlage des derzeitigen Tempos in den wärmsten Gebieten zeichnet sich für einige Sorten bereits ein Lesebeginn im August ab. Damit lägen Teile des deutschen Jahrgangs 2026 auf einem früheren Kurs als üblich.
Für den Weinhandel kann ein früherer Blütekalender die Erwartungen schon lange vor Beginn der Lese prägen. Wenn sich die Entwicklung in diesem Tempo fortsetzt, müssen Weingüter und Käufer in einigen Gebieten möglicherweise mit einem früheren Traubeneingang und einem verdichteten Produktionsplan rechnen. Das könnte auch die Schätzungen für Angebot und Preise im weiteren Saisonverlauf beeinflussen, während die Erzeuger den üblichen Unsicherheiten ausgesetzt bleiben, die das Wetter in den Sommermonaten mit sich bringt.
Bislang deutet die Einschätzung des Instituts auf eine Saison hin, die sich in Deutschlands wärmeren Weinbauzonen am schnellsten entwickelt, während kühlere Gebiete weiter zurückbleiben. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich diese Unterschiede verringern oder bis zur Lese bestehen bleiben.
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