Wetherspoons-Gründer weist Ryanairs Grenzen für Flughafenalkohol zurück

Sir Tim Martin sagt, der Vorschlag sei schwer durchzusetzen und könnte Passagiere dazu bringen, vor der Sicherheitskontrolle zu trinken.

11.05.2026

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JD-Wetherspoons-Gründer Sir Tim Martin hat Ryanairs Vorschlag kritisiert, den Alkoholverkauf an Flughäfen in den frühen Morgenstunden einzuschränken. Er sagte, der Plan der Airline sei schwer durchzusetzen und könnte Passagiere dazu verleiten, noch vor der Sicherheitskontrolle Getränke zu kaufen.

Ryanair-Chef Michael O’Leary sagte am Mittwoch, Flughäfen sollten das frühe Bier am Morgen verbieten und Passagieren ein Zwei-Drink-Limit auferlegen, um störendes Verhalten an Bord zu verringern. Alkohol sei bei einigen Vorfällen an Bord ein Faktor, argumentierte er, und die Airlines hätten mit zu vielen Fällen ungebührlicher Passagiere zu tun.

In am Donnerstag von The Times veröffentlichten Kommentaren wies Martin die Idee als „Big-Brother“-Ansatz zurück. Zwar liege gutes Verhalten an Flughäfen und an Bord im Interesse aller, doch ein Zwei-Drink-Limit lasse sich ohne Atemtests nur schwer kontrollieren, sagte er. Er bezeichnete den Vorschlag als Überreaktion, zumal viele Probleme nach seinen Worten auf ankommenden Flügen und nicht vor dem Abflug beginnen.

Wetherspoons erklärte in einer Stellungnahme, Beschränkungen beim Trinken am Flughafen könnten den Umsatz schlicht von Bars und Restaurants in den Terminals weg und hin zu Off-Trade-Käufen verlagern, etwa zu Alkohol aus Supermärkten oder Off-Lizenzen vor der Ankunft am Flughafen. Die Firma sagte, ihre Flughafen-Pubs arbeiteten in streng überwachten Umgebungen mit klaren Regeln, die übermäßigen Alkoholkonsum verhindern sollen.

Die Kette erklärte zudem, es sei nie behauptet worden, ihre Kunden seien für Flugstörungen verantwortlich, und verwies darauf, dass der Großteil ihres Umsatzes nicht alkoholbezogen sei. Martins Äußerungen kamen, nachdem O’Leary gesagt hatte, Ryanair leite im Schnitt fast einen Flug pro Tag um, weil sich Passagiere störend verhielten; dafür machte er teilweise Alkohol verantwortlich.

Zahlen der Civil Aviation Authority zeigen, dass die Zahl der Vorfälle mit störenden Passagieren seit der Pandemie gestiegen ist. Anders als Pubs an Land unterliegen Einrichtungen im Sicherheitsbereich nicht den üblichen Lizenzzeiten für Alkoholverkauf. O’Leary argumentiert, die Regeln an Flughäfen sollten stärker denen von Pubs anderswo entsprechen.

Betrunken in einem Flugzeug zu sein ist in Großbritannien eine Straftat und kann mit einer Geldstrafe sowie bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden.

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