05.05.2026

Ein neuer Bericht der EASL-Lancet Commission fordert europäische Regierungen auf, bei der Alkoholpolitik rasch zu handeln. Er warnt davor, dass Lebererkrankungen in der gesamten Region zunehmen und die derzeitigen Präventionsbemühungen mit dem Ausmaß des Problems nicht Schritt halten.
Die Kommission teilte am 30. April mit, dass Zirrhose und Leberkrebs in Europa inzwischen rund 284.000 Todesfälle pro Jahr verursachen, also fast 780 pro Tag, und dass die Sterblichkeit durch Leberkrebs seit 2000 um mehr als 50 % gestiegen ist. Der Bericht mit dem Titel „From Evidence to Impact: Implementing Sustainable Liver Health in Europe“ argumentiert, dass Alkohol, Adipositas und virale Hepatitis weiterhin die Haupttreiber leberbedingter Todesfälle sind und dass strengere Regulierung nötig ist, um Schäden zu verringern.
Für die Bierbranche könnten die Empfehlungen direkte Folgen haben. Die Kommission forderte Warnhinweise auf Alkoholprodukten, strengere Grenzen für digitales Marketing an junge Menschen sowie eine stärkere Besteuerung und Regulierung von Marketing für Alkohol und hochverarbeitete Lebensmittel. Zudem rief sie die Regierungen dazu auf, die Lebergesundheit als Teil einer umfassenderen Politik gegen nichtübertragbare Krankheiten zu behandeln – neben Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs.
Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Entscheidungsträger unter wachsendem Druck stehen, alkoholbedingte Schäden anzugehen, ohne auf freiwillige Maßnahmen der Branche zu warten. Die Kommission erklärte, kommerzielle Faktoren wie Preisgestaltung, Verfügbarkeit und Marketing prägten weiterhin das Trinkverhalten, insbesondere bei jüngeren Konsumenten. Eine Verringerung dieser Risiken könne die Last von Lebererkrankungen deutlich senken und zugleich die Raten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs reduzieren.
Hans Kluge, Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation für Europa, sagte, die Daten müssten als Weckruf dienen. Zirrhose und Leberkrebs machten rund 3 % aller Todesfälle in der WHO-Region Europa aus; Maßnahmen gegen Alkohol, ungesunde Ernährung und virale Hepatitis müssten Teil jeder ernsthaften Antwort auf nichtübertragbare Krankheiten sein.
Auch die wirtschaftliche Dimension spielte im Bericht eine zentrale Rolle. Er schätzt, dass die Volkswirtschaften der Länder der Europäischen Union und der assoziierten Staaten ohne Lebererkrankungen jedes Jahr zusammen rund 55 Milliarden Euro größer wären. Die Kommission erklärte, Lebererkrankungen minderten das Bruttoinlandsprodukt in der Region um etwa 0,3 % – durch Produktivitätsverluste, vorzeitige Todesfälle und Fehlzeiten bei der Arbeit.
Der Bericht stellt fest, dass auch die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung, kurz MASLD, zunimmt, da die Adipositasraten steigen und die Ernährung weiterhin schlecht bleibt. Er beschreibt Lebererkrankungen als eine der wenigen großen nichtübertragbaren Krankheiten in Europa, die weiter wachsen, obwohl bei anderen Erkrankungen Fortschritte erzielt wurden.
Tom H. Karlsen, Ko-Vorsitzender der Kommission, sagte, Europa verfüge bereits über das Wissen und die Instrumente, um einen Großteil der Belastung zu verhindern, setze sie aber nicht in allen Ländern konsequent um. Nun gebe es ein Zeitfenster, um die Gesundheitspolitik in der Region besser aufeinander abzustimmen.
Die Kommission forderte außerdem ausgeweitete Hepatitis-Tests und eine bessere Versorgung von Migranten und unterversorgten Bevölkerungsgruppen, eine stärker integrierte Behandlung zwischen Hausärzten und Fachärzten, einen besseren Zugang zu erschwinglichen Medikamenten durch gemeinsame Beschaffung unter den EU-Mitgliedstaaten sowie robustere Überwachungssysteme, damit Regierungen Fortschritte verfolgen können.
Für Patienten heißt es in dem Bericht, dass noch immer zu viele Fälle erst spät diagnostiziert werden, wenn die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind. Marko Korenjak, Präsident der European Liver Patients Association, sagte, frühere Diagnosen und integrierte Versorgung entsprächen genau dem, was Patienten gefordert hätten, und rief die politischen Entscheidungsträger zum Handeln auf.
Debbie Shawcross, Generalsekretärin von EASL, sagte, Lebererkrankungen seien keine stille Erkrankung mehr, sondern ein wachsendes Versagen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Was fehle, sei nicht Evidenz, sondern Handeln.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: [email protected] | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien