16.03.2026

Die deutschen Winzer sehen sich auf dem US-amerikanischen Markt aufgrund der auf europäische Weine erhobenen Zölle erheblichen Herausforderungen gegenüber. Diese Zölle, die im Rahmen der anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union eingeführt wurden, haben zu einem starken Rückgang der Ausfuhren von deutschem Wein in die USA geführt. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts sind die Ausfuhren in die USA im vergangenen Jahr um fast 20 % zurückgegangen. Die USA sind traditionell einer der wichtigsten Überseemärkte für deutschen Wein, insbesondere für Riesling und andere weiße Sorten.
Die Zölle, die erstmals Ende 2019 eingeführt und seitdem mehrfach angepasst wurden, liegen derzeit bei 25 % auf viele europäische Weine mit einem Alkoholgehalt von unter 14 %. Darunter fällt auch ein großer Teil der deutschen Weine. Importeure und Händler in den USA sagen, dass diese zusätzlichen Kosten oft an die Verbraucher weitergegeben werden und deutsche Weine im Vergleich zu heimischen oder außereuropäischen Alternativen weniger wettbewerbsfähig machen.
Winzer in Regionen wie der Mosel, dem Rheingau und der Pfalz berichten, dass sich die Bestellungen von amerikanischen Partnern deutlich verlangsamt haben. Viele kleine und mittelgroße Erzeuger sagen, dass sie Schwierigkeiten haben, ihre Präsenz auf dem US-Markt aufrechtzuerhalten. Einige haben den Export sogar ganz eingestellt, weil die Kosten die möglichen Gewinne übersteigen. Größere Hersteller, die über mehr Ressourcen verfügen, haben versucht, einen Teil der Zollkosten aufzufangen oder ihren Schwerpunkt auf andere Exportmärkte zu verlagern, aber das ist nicht für jeden eine Option.
Branchenvertreter argumentieren, dass sich die Zölle unverhältnismäßig stark auf kleinere Weingüter auswirken, die für ihr Überleben stark auf den Export angewiesen sind. Sie weisen auch darauf hin, dass Wein als Druckmittel in Handelsstreitigkeiten eingesetzt wird, die wenig mit der Landwirtschaft oder Getränken zu tun haben. Der ursprüngliche Streit drehte sich um Subventionen für die Flugzeughersteller Airbus und Boeing, aber Wein wurde zu einem von mehreren Produkten, auf die Vergeltungszölle erhoben wurden.
Amerikanische Importeure und Einzelhändler haben auch Bedenken über die langfristigen Auswirkungen dieser Zölle geäußert. Einige sagen, sie hätten ihr Sortiment an deutschen Weinen reduziert oder durch Weine aus Ländern ersetzt, die nicht von den Zöllen betroffen sind, wie Chile oder Südafrika. Andere befürchten, dass die Verbraucher das Interesse an deutschen Weinen verlieren werden, wenn sie zu teuer oder schwer zu finden sind.
Die Verhandlungen zwischen den USA und der EU über Handelsfragen gehen weiter, aber es gibt keinen klaren Zeitplan, wann oder ob die Zölle aufgehoben werden. In der Zwischenzeit suchen die deutschen Winzer nach Möglichkeiten, sich anzupassen. Einige investieren verstärkt in den Direktvertrieb innerhalb Deutschlands und Europas, während andere neue Märkte in Asien erschließen.
Für viele Erzeuger, die über Jahrzehnte hinweg enge Beziehungen zu amerikanischen Kunden aufgebaut haben, bleibt die Situation ungewiss. Im Moment können sie nur hoffen, dass eine Lösung gefunden wird, bevor weitere Weingüter von einem ihrer wichtigsten Exportmärkte verdrängt werden.
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