Macron unterstützt das Ausreißen unrentabler Rebstöcke, um Frankreichs angeschlagene Weinindustrie wiederzubeleben

Französische Regierung legt 130 Mio. € Fonds zur Unterstützung von Weinbergbesitzern bei der Beseitigung überschüssiger Reben auf, da die Exporte in die USA um 20 % zurückgehen

09.02.2026

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Macron Backs Uprooting Unprofitable Vines to Revive France’s Struggling Wine Industry

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron besuchte am Montag die Messe Wine Paris 2026, wo er die anhaltende Krise der französischen Weinindustrie ansprach. In einer direkten Ansprache an die Erzeuger sagte Macron, dass das Ausreißen unrentabler Rebstöcke notwendig sei, damit sich der Sektor von der Überproduktion und der sinkenden Nachfrage erholen könne. Er bezeichnete den Wein als einen wichtigen Teil der französischen Lebensart" und versprach weitere staatliche Unterstützung.

Die französische Regierung hat letzte Woche einen neuen Fonds in Höhe von 130 Millionen Euro aufgelegt, um in Schwierigkeiten geratenen Weinbergsbesitzern zu helfen. Das Programm bietet Subventionen für diejenigen, die bereit sind, Rebstöcke zu entfernen, die nicht mehr rentabel sind. Macron erklärte den Anwesenden, dass diese Maßnahme wichtig sei, um den Wert des französischen Weins für andere Erzeuger zu erhalten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Regionen wie Bordeaux und Languedoc, die von den rückläufigen Verkäufen preiswerter Rotweine stark betroffen sind.

Der französische Weinsektor hatte in den letzten Jahren mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen. Veränderte Trinkgewohnheiten haben zu einem Rückgang des inländischen Verbrauchs geführt, während die internationale Konkurrenz zugenommen hat. Auch Exportschwierigkeiten haben eine Rolle gespielt, insbesondere nachdem die Vereinigten Staaten Zölle auf europäische alkoholische Getränke erhoben haben. Im Jahr 2025 stiegen die Zölle auf französische Weinexporte in die USA zunächst um 10 % und dann um 15 %. Den französischen Zolldaten zufolge sind die Ausfuhren in die USA - dem größten Markt für französischen Wein - im vergangenen Jahr um 20 % auf 3,2 Milliarden Euro zurückgegangen.

Branchenverbände schätzen, dass Frankreich derzeit einen Überschuss von etwa 100.000 Hektar Rebfläche hat. Etwa 50.000 Hektar wurden bereits im Rahmen früherer Maßnahmen gerodet, und weitere 30.000 Hektar sollen im Rahmen des neuen Programms beseitigt werden. In den vergangenen Jahren wurde ein Teil des überschüssigen Weins als Übergangslösung in Ethanol für die industrielle Nutzung umgewandelt.

Während seines Besuchs erhielt Macron Geschenke von den Erzeugern, darunter eine Flasche mit der Aufschrift "For Sure", in Anspielung auf eine Rede, die er kürzlich in Davos gehalten hatte. Er nahm auch eine Magnumflasche chinesischen Weins in Augenschein und würdigte Chinas wachsende Kompetenz in der Weinherstellung - eine Entwicklung, die einigen französischen Erzeugern Sorgen bereitet.

Macron betonte die Notwendigkeit für Frankreich, seine Weine international zu verteidigen und neue Märkte zu erschließen. Er verwies auf Indien, Kanada und Brasilien als vielversprechende Ziele nach den jüngsten Handelsabkommen der Europäischen Union mit diesen Ländern.

Auf der diesjährigen Wine Paris gibt es zum ersten Mal einen eigenen Bereich für alkoholfreie und alkoholarme Weine und Spirituosen, um den veränderten Verbraucherpräferenzen und der wachsenden Nachfrage von Menschen, die keinen Alkohol trinken, Rechnung zu tragen.

Das Konzept der französischen Regierung zielt darauf ab, den Sektor zu stabilisieren, indem das Überangebot abgebaut und die Erzeuger bei der Anpassung an die neuen Marktgegebenheiten unterstützt werden. Man hofft, dass diese Maßnahmen es der französischen Weinindustrie ermöglichen werden, sowohl im Inland als auch im Ausland wettbewerbsfähig zu bleiben.

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