Stabilisierung des Weinmarktes durch Umstellung der Käufer auf preisgünstigere Etiketten

Die Daten von Liv-ex zeigen, dass die europäische Nachfrage um 48,2 % gestiegen ist und der Handel sich ausgeweitet hat, was einen vorsichtigen Optimismus für die Erholung im Jahr 2026 nährt.

09.02.2026

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Fine Wine Market Stabilizes as Buyers Shift to Lower-Priced Labels

Der Markt für edle Weine zeigte Ende 2025 Anzeichen einer Stabilisierung, so die neuen Daten von Liv-ex, der globalen Börse für edle Weine. Der Marktbericht des Unternehmens vom Januar deutet auf eine Verschiebung des Käuferverhaltens hin, bei der vermehrt Weine im unteren Preissegment gehandelt werden und ein breiteres Spektrum an Etiketten gehandelt wird. Dieser Trend hat zu einem vorsichtig optimistischen Ausblick für Anfang 2026 geführt.

Die wichtigsten Indizes von Liv-ex blieben im Dezember stabil. Der Fine Wine 100, der die Preisentwicklung von 100 sehr gefragten Weinen abbildet, stieg um 0,4 %. Der breitere Fine Wine 1000 Index, der 1.000 Weine aus der ganzen Welt umfasst, blieb im Vergleich zum November unverändert. Nur 37,9 % der Komponenten des Fine Wine 1000-Index verzeichneten im Dezember einen Preisrückgang, der niedrigste Anteil seit September 2022.

Trotz dieser Stabilität verzeichnete der Fine Wine 1000 im Jahr 2025 einen Rückgang von 4,5 %. Die durchschnittlichen Kosten pro gehandelte Kiste sanken jedoch um 12,3 %, was darauf hindeutet, dass die Gesamtzahl der gehandelten Weine zwar ähnlich hoch war wie in den Vorjahren, das Handelsvolumen für Weine im unteren Preissegment jedoch deutlich zunahm. Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass die Käufer nach preiswerten Weinen suchen und ihre Einkäufe auf erschwinglichere Optionen ausdehnen.

Die europäischen Käufer spielten bei diesem Trend eine wichtige Rolle. Im Jahr 2025 stieg der Gesamtwert der europäischen Einkäufe auf Liv-ex im Vergleich zum Vorjahr um 48,2 %. Es wird erwartet, dass sich dieser Anstieg bis 2026 fortsetzen wird, da die europäische Nachfrage stark bleibt. Tom Burchfield, Head of Market Intelligence bei Liv-ex, kommentierte, dass "die Aussichten zu Beginn des Jahres 2026 deutlich positiver sind als noch zu Beginn des Jahres 2025". Er stellte fest, dass die europäischen Käufer neue Möglichkeiten sehen und dass sich die Stimmung auf dem asiatischen Markt ebenfalls verbessert hat.

Der britische Markt ist nach wie vor zurückhaltend, zeigt aber Anzeichen eines neuen Interesses, da einige Marktteilnehmer wieder auf Vorrat zu kaufen beginnen. Im Gegensatz dazu herrscht auf dem US-Markt aufgrund der anhaltenden Zölle auf importierte Weine weiterhin Unsicherheit. Trotz der gedämpften Nachfrage amerikanischer Käufer sind die Analysten von Liv-ex der Meinung, dass der globale Markt für feine Weine in eine Erholungsphase eintritt.

Betrachtet man die Unterindizes innerhalb der Liv-ex-Daten, so lag der Rhone 100 mit einem Plus von 1,6 % im Dezember an der Spitze und war der einzige Index, der im gesamten Jahr 2025 positive Renditen verzeichnete. Am schlechtesten schnitten die Indizes Second Wine 50 (-9,4%), Right Bank 100 (-8,2%) und Right Bank 50 (-7,3%) ab. Während sich die Preise stabilisiert haben, erholt sich die Marktaktivität insgesamt noch immer; das Handelsvolumen ging im vierten Quartal 2025 um 7,2 % und der Handelswert um 9,2 % gegenüber dem vierten Quartal 2024 zurück.

Eine bemerkenswerte Entwicklung ist die Breite der auf Liv-ex gehandelten Weine im Jahr 2025, die mit mehr als 5.000 einzigartigen Etiketten und mehr als 12.000 einzigartigen Etiketten- und Jahrgangskombinationen, die im Laufe des Jahres den Besitzer wechselten, ein Rekordhoch erreichte.

Da sich die globalen Nachfragemuster verschieben und die Käufer sich auf wertorientierte Käufe konzentrieren, werden Branchenbeobachter genau beobachten, ob diese ersten Anzeichen einer Erholung in der ersten Hälfte des Jahres 2026 anhalten.

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