Globale Weinindustrie stellt erste vergleichende Studie zur Kohlenstoffbindung im Boden in verschiedenen Weinbergen vor

Sechzehn Projekte aus Europa und Amerika zeigen das Potenzial des regenerativen Weinbaus auf, Weinberge in klimafreundliche Kohlenstoffsenken zu verwandeln

05.02.2026

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Global Wine Industry Unveils First Comparative Study on Soil Carbon Capture Across Vineyards

International Wineries for Climate Action (IWCA) hat die Veröffentlichung der ersten weltweiten Zusammenstellung von Projekten zur Bindung von organischem Kohlenstoff im Boden angekündigt. Die Ankündigung fand auf der Barcelona Wine Week statt. Diese Initiative wurde in Zusammenarbeit mit der Porto Protocol Foundation, der Asociación de Viticultura Regenerativa und der The Regenerative Viticulture Foundation entwickelt. Sie bietet die bisher umfassendste vergleichende Analyse der Bemühungen des Weinsektors zur Bindung von organischem Kohlenstoff in den Böden.

Die Erhöhung des organischen Kohlenstoffs in den Böden der Weinberge ist zu einer Schlüsselstrategie für Weingüter geworden, die ihre Emissionen reduzieren und die Widerstandsfähigkeit der Weinberge verbessern wollen. Bislang fehlte es dem Sektor an standardisierten Methoden und einem Konsens, der für die Validierung nach ISO 14064 und die Integration in die Kohlenstoffinventare der Unternehmen erforderlich ist. Die neue IWCA-Zusammenstellung schließt diese Lücke, indem sie einen Vergleich zwischen Projekten ermöglicht und die Grundlage für eine zukünftige Harmonisierung schafft.

Die Zusammenstellung umfasst sechzehn SOC-Sequestrierungsprojekte von zwölf IWCA-Mitgliedern und dem Porto-Protokoll, die Europa und Amerika abdecken. Es wurden nur Projekte mit abgeschlossenen oder fast abgeschlossenen Ergebnissen aufgenommen, um eine solide Grundlage für Vergleiche zu gewährleisten. Es wird erwartet, dass sich weitere Weingüter an zukünftigen Ausgaben beteiligen werden, sobald ihre Projekte ausgereift sind.

Die teilnehmenden Weingüter vertreten wichtige Weinregionen in Spanien (Alma Carraovejas, Familia Torres, Jean Leon, Can Feixes, Clos Mogador), den Vereinigten Staaten (Archery Group, Chamisal Vineyards, Jackson Family Wines, Paicines Ranch Vineyard, Pine Ridge Vineyards, Dodon Vineyards in Maryland), Frankreich (Domaine Lafage), Mexiko (Clos de Tres Cantos Vineyards) und Chile (Concha y Toro, Don Melchor, Miguel Torres Chile).

Die Analyse dieser Projekte zeigt ein starkes und wachsendes Engagement von Weingütern bei der Messung und Erhöhung des Bodenkohlenstoffs als Teil ihrer Klimaschutzstrategien. Bei der regenerativen Bewirtschaftung von Weinbergen wurden positive oder neutrale Trends bei der SOC-Bindung beobachtet. Dies unterstreicht das Potenzial dieser Ansätze, Weinberge in effektive Kohlenstoffsenken zu verwandeln.

Die ersten Ergebnisse unterstreichen den regenerativen Weinbau als wissenschaftliches Instrument für den Klimaschutz und die Verbesserung der Bodengesundheit. Auf der Barcelona Wine Week wurden diese Ergebnisse auf einem Podium diskutiert. Zu den Diskussionsteilnehmern gehörten Mireia Torres, Direktorin für Innovation und Nachhaltigkeit bei Familia Torres, Eva Navascués, Direktorin für Forschung und Entwicklung bei Alma Carraovejas, Josep María Ribas, Direktor für Klimawandel bei Familia Torres und IWCA-Vorstandsmitglied, Anna Velázquez von der Asociación de Viticultura Regenerativa und Antoine Lespès, Leiter für Forschung und Entwicklung bei Domaine Lafage.

Die Zusammenstellung verwendet eine standardisierte Vorlage und Struktur für die Datenerhebung. Dies ermöglicht einen klaren Vergleich zwischen Methoden, Standorten und Ergebnissen. Diese Ausgabe konzentriert sich zwar auf die vergleichende Beobachtung, ohne die Qualität der Projekte zu bewerten, aber sie schafft eine wichtige Grundlage für die künftige Harmonisierung.

Die Initiative soll als wissenschaftlich fundierte Referenz für Projekte zur SOC-Sequestrierung im Weinsektor dienen. Darüber hinaus soll sie den Wissensaustausch und bewährte Praktiken zwischen den Weingütern erleichtern, erste Schritte zur methodischen Harmonisierung unternehmen und den Übergang zu einem nachhaltigeren und klimaresilienteren Weinbau beschleunigen.

Die IWCA ist ein Zusammenschluss von Weinbaubetrieben in 15 Ländern. Sie repräsentiert etwa 3,5 % der weltweiten Weinproduktion. Ihre Mitglieder fördern die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen und setzen internationale Standards für die Dekarbonisierung. Die Zertifizierung der Organisation wird von Einzelhändlern und Fachleuten der Branche anerkannt und bestätigt die Maßnahmen der Weinkellereien zur Reduzierung der Emissionen.

Die IWCA lädt interessierte Weinkellereien ein, sich ihrer Mission anzuschließen. Die Mitgliedschaft steht jedem Weinunternehmen offen, das sich in der Produktion - vom Weinbau bis zur Abfüllung - für strategische Maßnahmen zur Beschleunigung innovativer Klimalösungen einsetzt.

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