Wirtschaftswissenschaftler stellt fest, dass Informationsmangel die Wahrnehmung hoher Weinpreise in Brasilien fördert

Studie legt nahe, dass eine klarere Kennzeichnung und Verbraucheraufklärung das Vertrauen stärken und den brasilianischen Weinmarkt neu gestalten könnte

29.01.2026

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Economist Finds Lack of Information Drives Perception of High Wine Prices in Brazil

Eine aktuelle Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Mauro Salvo, die auf dem Weinmarketingkongress an der Universität Bordeaux im Dezember 2025 vorgestellt wurde, gibt Aufschluss darüber, warum brasilianische Verbraucher Wein oft als teures Produkt ansehen. Salvo zufolge ist diese Wahrnehmung weitgehend auf Informationsasymmetrien auf dem brasilianischen Weinmarkt zurückzuführen. Er argumentiert, dass die Verbraucher keinen Zugang zu klaren und zuverlässigen Informationen über Wein haben, was zu Unsicherheit führt und dazu, dass sie sich bei Kaufentscheidungen auf Empfehlungen Dritter verlassen.

Salvo, der bei der brasilianischen Zentralbank arbeitet und mehrere Weinzertifikate besitzt, darunter WSET Level 1 bis 3 und ein Master-Sommelier-Diplom von ABS-RS, hat sein Fachwissen in den Bereichen Wirtschaft und Wein kombiniert, um den brasilianischen Markt zu analysieren. Er stellt fest, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Wein in Brasilien im Vergleich zu anderen Ländern nach wie vor niedrig ist, obwohl das Angebot seit den 1990er Jahren gestiegen ist. Seine Untersuchungen deuten darauf hin, dass eines der Haupthindernisse für einen höheren Verbrauch nicht nur der Preis selbst ist, sondern auch die Art und Weise, wie die Verbraucher den Wert von Wein wahrnehmen, weil sie ihn nicht richtig verstehen.

Ausgehend von der Wirtschaftstheorie erklärt Salvo, dass ein effizienter Markt voraussetzt, dass sowohl Käufer als auch Verkäufer Zugang zu ähnlichen Informationen haben. Im Fall von Wein in Brasilien wissen die Erzeuger und Verkäufer oft viel mehr über ihre Produkte als die Verbraucher. Dieses Ungleichgewicht ermöglicht es den Verkäufern, höhere Preise festzusetzen, und macht es den Käufern schwer, Qualität und Wert zu beurteilen. Infolgedessen fühlen sich viele Verbraucher bei der Auswahl von Weinen unsicher und verlassen sich eher auf Empfehlungen von Freunden oder Bekannten, als dass sie auf der Grundlage von Produktinformationen eine unabhängige Entscheidung treffen.

Eine von Salvo zitierte Umfrage ergab, dass sich brasilianische Weinkäufer häufig eine detailliertere Etikettierung und klarere Informationen über das, was sie kaufen, wünschen. Viele der Befragten gaben an, dass sie Wein für relativ teuer halten, räumten aber auch ein, dass ihr mangelndes Wissen zu dieser Wahrnehmung beiträgt. In der Studie wird hervorgehoben, dass eine Verbesserung der Transparenz - z. B. mehr Details auf den Etiketten über Rebsorten, Produktionsmethoden, Herkunft und Preisfaktoren - den Verbrauchern helfen könnte, sich sicherer zu fühlen und besser informierte Entscheidungen zu treffen.

Salvo weist darauf hin, dass in anderen Sektoren mit ähnlichen Informationslücken, z. B. im Finanzwesen, die Aufsichtsbehörden von den Unternehmen verlangt haben, den Kunden Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen. Obwohl es in Brasilien keine vergleichbare Regulierungsbehörde für den Weinmarkt gibt, schlägt er vor, dass Branchenverbände diese Rolle übernehmen könnten, indem sie Initiativen zur "Weinkompetenz" fördern. Dazu könnten klarere Etikettierungsstandards und Aufklärungskampagnen gehören, die darauf abzielen, den Wein für den Durchschnittsverbraucher zu entmystifizieren.

Der Wirtschaftswissenschaftler ist der Ansicht, dass die meisten der erforderlichen Informationen den Erzeugern bereits zur Verfügung stehen und mit minimalen zusätzlichen Kosten weitergegeben werden könnten. Indem sie diese Daten zugänglich macht, könnte die Branche die Unsicherheit der Verbraucher verringern und ein wettbewerbsfähigeres Marktumfeld fördern. Salvo argumentiert, dass sich die Preiswahrnehmung der Verbraucher in dem Maße ändern könnte, in dem sie mehr über Wein wissen - sie würden Wein nicht mehr als unerschwinglich ansehen, wenn sie wüssten, wie er hergestellt wird und was eine Flasche von einer anderen unterscheidet.

Letztlich deuten die Untersuchungen von Salvo darauf hin, dass mehr Transparenz und Aufklärung nicht nur zu höheren Umsätzen, sondern auch zu einer gesünderen Marktdynamik führen könnten, bei der die Zufriedenheit stärker mit den Erwartungen in Einklang gebracht wird. Dieser Ansatz könnte dazu beitragen, Wein für die Brasilianer als ein zugänglicheres Getränk zu positionieren und die Abhängigkeit von der Beratung durch Dritte beim Kauf zu verringern. Die Ergebnisse haben in der Branche eine Diskussion darüber ausgelöst, wie diese Veränderungen am besten umgesetzt werden können, um eine breitere Wertschätzung für Wein in Brasilien zu fördern.

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