19.01.2026

Die US-Weinexporte sind im vergangenen Jahr stark zurückgegangen, und zwar um fast ein Drittel, da die Branche auf ihren wichtigsten Überseemärkten große Rückschläge hinnehmen musste. Nach Angaben von Del Ray AMW, einem in Spanien ansässigen Analystenunternehmen, das sich auf Zahlen von S&P Global mit Sitz in New York stützt, verzeichneten die Vereinigten Staaten den stärksten Rückgang der Weinexporte unter den weltweit führenden Erzeugern. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 sanken die Weinexportumsätze der USA von knapp 1 Milliarde US-Dollar auf 655 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 31,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einem Verlust von 300 Millionen US-Dollar entspricht.
Am stärksten war der Rückgang auf dem kanadischen und dem chinesischen Markt, die beide seit jeher wichtige Absatzmärkte für amerikanischen Wein sind. Der Bericht weist auf die kommerziellen Turbulenzen als Hauptursache hin, wobei die unter der Trump-Administration eingeführten Handelszölle als Schlüsselfaktor für den Zusammenbruch dieser Exportmärkte identifiziert wurden. Der Analyst merkte an, dass restriktive Handelsmaßnahmen weitreichende Folgen haben können, indem sie das Exportvolumen und die Einnahmen verringern und letztlich alle am internationalen Handel beteiligten Parteien beeinträchtigen.
Im Vergleich zu anderen wichtigen weinausführenden Ländern war der Rückgang in den USA wesentlich gravierender. Australiens Weinexporte gingen im gleichen Zeitraum um fast 9 Prozent zurück, die Georgiens um 11,5 Prozent, die Argentiniens um 7,1 Prozent und die Chiles um 3,9 Prozent. Unter den Handelsplätzen verzeichnete Hongkong mit einem Rückgang der Ausfuhren um 21,5 Prozent ebenfalls einen erheblichen Rückgang. Andere Länder wie Singapur, Dänemark, Belgien und die Niederlande meldeten ebenfalls Rückgänge, die zwischen 7,5 und 8,3 Prozent lagen.
Einigen Ländern gelang es, sich dem Trend zu widersetzen und im vergangenen Jahr Exportzuwächse zu verzeichnen. Moldawien steigerte seine Weinexporte um 6,5 Prozent, Neuseeland um 4,3 Prozent und Südafrika um 4 Prozent.
Das Ausmaß des Rückgangs in den USA wird noch deutlicher, wenn man es in absoluten Zahlen vergleicht. Der Rückgang des Wertes der US-Weinexporte war fast dreimal so hoch wie der Australiens, dessen Exporte im gleichen Zeitraum um 108 Millionen Dollar zurückgingen.
Nach Ansicht von Branchenbeobachtern ist der Zeitpunkt dieses Exporteinbruchs angesichts der anhaltenden Überproduktion in Kalifornien und des wettbewerbsfähigen Preis-Qualitäts-Verhältnisses für amerikanische Weine auf dem Weltmarkt besonders bemerkenswert. Der französische Weinnachrichtendienst Vitisphere bezeichnete den US-Exportrückgang vor diesem Hintergrund als besonders auffällig.
Die Daten zeigen, wie empfindlich der internationale Weinhandel auf politische Veränderungen und Marktstörungen reagieren kann. Für amerikanische Winzer und Exporteure könnte es eine Herausforderung sein, verlorenen Boden auf wichtigen Märkten wie Kanada und China zurückzugewinnen, da sie sowohl mit dem Druck auf die heimische Produktion als auch mit der sich verändernden Dynamik des Welthandels zurechtkommen müssen.
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