09.01.2026

Einem neuen Bericht der Europäischen Kommission zufolge wird der Weinverbrauch in der Europäischen Union in den nächsten zehn Jahren weiter sinken. Im EU-Agrarausblick 2025-35 wird prognostiziert, dass der Weinkonsum bis 2035 um 0,9 % pro Jahr sinken und etwa 19,3 Liter pro Kopf erreichen wird. Dies entspricht einem Rückgang von 9 % im Vergleich zum durchschnittlichen Verbrauch zwischen 2021 und 2025.
In dem Bericht werden mehrere Faktoren für diesen Rückgang genannt. Gesundheitliche Bedenken spielen eine wichtige Rolle, denn immer mehr Verbraucher entscheiden sich dafür, ihren Alkoholkonsum einzuschränken. Auch politische Maßnahmen, die einen moderaten Alkoholkonsum aus gesundheitlichen Gründen fördern, beeinflussen das Verhalten. Darüber hinaus gibt es eine wachsende Konkurrenz durch andere Getränke, einschließlich alkoholfreier Optionen und alternativer Getränke.
Vor allem die jüngeren Generationen treiben diese Veränderungen voran. Die Kommission stellt fest, dass jüngere Trinker tendenziell weniger Alkohol konsumieren als frühere Generationen. Außerdem verschieben sich die Präferenzen hin zu höherwertigen Weinen, wobei sich die Verbraucher eher für "gehobene" Produkte entscheiden als für größere Mengen preiswerterer Weine.
Der Rückgang des Weinkonsums ist nicht in allen EU-Ländern gleich. In Ländern mit einem historisch hohen Weinkonsum, wie Frankreich und Deutschland, sind einige der stärksten Rückgänge zu verzeichnen. Gleichzeitig steigt der Absatz von weinhaltigen Getränken, einschließlich alkoholfreier und alkoholarmer Weine, aber diese Produkte machen immer noch einen kleinen Anteil am Gesamtmarkt aus.
Dieser Trend ist nicht auf den EU-Binnenmarkt beschränkt. Auch in wichtigen Exportländern wie den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich ist die Nachfrage nach EU-Weinen rückläufig. Infolgedessen wird in dem Bericht vorausgesagt, dass die Weinerzeugung in der EU in den nächsten zehn Jahren jährlich um 0,5 % zurückgehen könnte, wodurch die Produktion bis 2035 auf 138 Millionen Hektoliter sinken könnte.
Als Hauptgrund für den künftigen Produktionsrückgang wird eine voraussichtliche Verringerung der Weinanbauflächen genannt, die bis 2035 auf 0,6 % pro Jahr geschätzt wird, wobei von stabilen Wetterbedingungen und Erträgen ausgegangen wird. Das anhaltende Überangebot an Wein hat Winzer in mehreren Ländern dazu veranlasst, Maßnahmen auf EU-Ebene zu fordern. Frankreich und Deutschland haben sich für "Rodungsinitiativen" ausgesprochen, bei denen Rebstöcke gerodet werden, um das Überangebot zu verringern.
Im Dezember erzielten die Mitglieder des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates eine vorläufige Einigung über Maßnahmen zur Unterstützung des Weinsektors in der EU. Dazu gehört die Verwendung von EU-Mitteln zur Unterstützung von Plänen zur Rodung von Rebstöcken, um das Angebot an die sinkende Nachfrage anzupassen.
Der Bericht der Kommission weist auch auf Risiken für das Exportwachstum hin. Die EU war vorübergehend von rückläufigen Lieferungen in ihren wichtigsten Exportmarkt, die USA, betroffen. Es wird erwartet, dass die Weinexporte aus der EU zwischen 2025 und 2035 um 0,6 % pro Jahr zurückgehen, während die Importe im gleichen Zeitraum um 1,9 % pro Jahr sinken werden. Das Vereinigte Königreich, ein weiterer wichtiger Markt für EU-Weinexporte, verzeichnet ebenfalls einen Rückgang der Lieferungen.
Obwohl die Nachfrage nach EU-Weinen in Regionen wie Lateinamerika und Afrika steigt, dürfte dieses Wachstum die Rückgänge auf den traditionellen Märkten nicht ausgleichen oder die Gesamtausfuhren stabilisieren. Die Aussichten deuten darauf hin, dass sich sowohl die Erzeuger als auch die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Jahren an die sich ändernden Verbrauchergewohnheiten und globalen Marktbedingungen anpassen müssen.
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