07.10.2025

Jüngste Forschungsergebnisse der University of Illinois Urbana-Champaign deuten darauf hin, dass die unter der Regierung von Präsident Trump eingeführten Zölle erhebliche Auswirkungen auf den 117 Milliarden US-Dollar schweren US-Biermarkt haben könnten. In der von Aaron Staples, Professor für Agrarwirtschaft, geleiteten und von Michael McCullough von der California Polytechnic State University mitverfassten Studie wurde untersucht, wie sich höhere Zölle auf die Biernachfrage, die Marktanteile und das Wohlergehen der Verbraucher in den Vereinigten Staaten auswirken könnten.
Die Forscher konzentrierten sich auf die drei Hauptsegmente der US-Bierindustrie: kleine handwerkliche Brauereien, einheimisches, nicht handwerklich hergestelltes Bier von multinationalen Unternehmen und importiertes Bier. Laut Staples können Zölle die Produktionskosten für inländisches Bier erhöhen und den Preis für importiertes Bier in die Höhe treiben. Diese höheren Kosten werden oft an die Verbraucher weitergegeben, was die Kaufgewohnheiten ändern kann.
Anhand von experimentellen Daten von mehr als 700 Biertrinkern in den USA kam die Studie zu dem Ergebnis, dass Zölle zwar die heimische Bierproduktion fördern könnten, der größte Teil der Vorteile jedoch eher großen multinationalen Unternehmen als kleinen Handwerksbrauereien zugute käme. Der Bericht hebt hervor, dass kleine Brauereien Marktanteile verlieren könnten, da sie aufgrund ihrer begrenzten Größenvorteile und weniger flexiblen Lieferketten im Vergleich zu größeren Konkurrenten mit höheren proportionalen Preissteigerungen konfrontiert sind.
Die Studie schätzt, dass die durch die Zölle verursachten höheren Bierpreise den Wohlstand der Verbraucher um 53,1 bis 306,4 Millionen Dollar verringern könnten, je nachdem, wie die Zölle gestaltet sind und wie stark die Preise steigen.
Staples erklärte, dass die Zölle zwar nicht direkt den Verbrauchern in Rechnung gestellt werden, ihre Auswirkungen aber dennoch auf der Einzelhandelsebene zu spüren sind. Seit 2013 ist der Anteil importierter Biere am US-Markt von 14 % auf 24 % gestiegen, wobei etwa 83 % dieser Importe auf Mexiko entfallen. Während mexikanische Biere im Rahmen des Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA) zunächst von einigen Zöllen befreit waren, gilt nun ein Zollsatz von 50 % auf den Aluminiumanteil in importierten Bierdosen. Wenn diese Kosten weitergegeben werden, könnten die amerikanischen Verbraucher höhere Preise für beliebte mexikanische Lagerbiere zahlen.
Es besteht auch die Sorge, dass kleinere internationale Marken den Vertrieb in den USA einstellen könnten, wenn die Zölle ihn unrentabel machen und die Produktvielfalt für die Verbraucher verringern. In einem solchen Szenario würden etwaige Gewinne an inländischen Marktanteilen wahrscheinlich eher multinationalen Unternehmen mit hohen Werbebudgets als lokalen Handwerksbrauereien zugute kommen.
Staples wies darauf hin, dass einige multinationale Unternehmen ihre Geschäftsstrategien als Reaktion auf diese Veränderungen bereits anpassen. Sie investieren in neue Produktionsanlagen und vermarkten ihre Produkte als "American Made", um an den Nationalstolz zu appellieren.
Die Zölle betreffen nicht nur importierte Biere. Viele einheimische Brauereien sind bei wichtigen Zutaten und Materialien wie Malz, Hopfen, Stahl und Aluminium auf den internationalen Handel angewiesen. Wenn sich diese Rohstoffe aufgrund von Zöllen verteuern, steigen die Produktionskosten für alle Brauereien. Größere Unternehmen können diese Kosten dank ihrer Größe und Verhandlungsmacht oft auffangen oder ausgleichen, aber kleinere Handwerksbrauereien, die in der Regel mit geringeren Gewinnspannen arbeiten, sind anfälliger.
Wenn kleine Brauereien aufgrund steigender Kosten Schwierigkeiten haben oder schließen müssen, könnte dies negative Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft haben, in der diese Unternehmen oft eine wichtige Rolle spielen. Staples warnte, dass die Auswirkungen der Zölle zwar nicht unmittelbar spürbar sein könnten - da einige Brauereien die höheren Kosten zunächst auffangen könnten -, dass sie aber deutlich spürbar werden, wenn die Lagerbestände zur Neige gehen oder wenn die Kosten nicht mehr aufgefangen werden können. In der Vergangenheit sind die Bierpreise, sobald sie aufgrund solcher Faktoren gestiegen sind, selten wieder gesunken.
Das Thema bleibt ungeklärt, da die Debatten über die Zollpolitik und ihre Rechtmäßigkeit weitergehen. Staples bezeichnete die Situation als unbeständig und unsicher, wies aber darauf hin, dass die derzeitigen Trends auf höhere Verbraucherpreise und eine sich verändernde Landschaft sowohl für die Hersteller als auch für die Verbraucher auf dem US-Biermarkt hindeuten.
Die vollständige Studie erscheint in der Zeitschrift Food Policy unter dem Titel "Tariffs and U.S. beer demand: How protektionist policies could impact market shares and consumer welfare".
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