09.01.2025

Das italienische Landwirtschaftsministerium hat den historischen und landschaftlichen Wert der Weinberge in der Region Canavese am linken Ufer des Flusses Dora Baltea offiziell anerkannt. Die seit dem Mittelalter bewirtschafteten terrassierten Weinberge wurden in das Nationale Verzeichnis der historischen ländlichen Landschaften aufgenommen, eine Auszeichnung, die ihre kulturelle und ökologische Bedeutung hervorhebt. Bruno Mecca Cici, Präsident von Coldiretti Torino, begrüßte die Eintragung und bezeichnete sie als einen wichtigen Schritt zum Schutz und zur Wiederbelebung des heroischen Weinbaus in der Region.
Das Register umfasst ländliche Gebiete, die ihre einzigartigen kulturellen und landwirtschaftlichen Merkmale über Jahrhunderte hinweg bewahrt haben und zu einem festen Bestandteil der lokalen Landschaft und des lokalen Erbes geworden sind. In Canavese sind die terrassierten Weinberge ein Beispiel für die Anpassung des Menschen an die alpine Umwelt. Die Trockenmauern, die diese Terrassen stützen, schaffen ein günstiges Mikroklima für den Weinanbau unter schwierigen Bedingungen, indem sie die Wärme reflektieren und das Gelände stabilisieren.
Die Weinbautradition in Canavese, das am Eingang des Aostatals im Piemont liegt, ist tief in der lokalen Geschichte verwurzelt. Die Terrassen, auch Tupiun genannt, werden von Steinsäulen, den Pilun, gestützt, einer jahrhundertealten, von Generation zu Generation weitergegebenen Anbautechnik. Dieses kulturelle Erbe droht jedoch zu verschwinden, da die landwirtschaftlichen Flächen zunehmend aufgegeben werden, weil die Landbevölkerung altert und es an jüngeren Generationen fehlt, die die Bewirtschaftung der Weinberge übernehmen.
Die Anerkennung des Ministeriums unterstreicht die Notwendigkeit, diese Weinberge nicht nur wegen ihres kulturellen Wertes zu schützen, sondern auch wegen ihrer Rolle bei der Verhinderung von Bodenerosion und Erdrutschen an den steilen Hängen der Region. Angesichts der extremen Bedingungen, unter denen die Landwirte vor Ort arbeiten, gilt der Erhalt dieser Weinberge nach italienischem Recht als heroischer Weinbau. Trotz ihrer Bedeutung stehen diese Weinbauern vor zahlreichen Herausforderungen, um ihre Tätigkeit aufrechtzuerhalten.

Mecca Cici betonte, dass die Aufnahme in das nationale Verzeichnis mit konkreten Maßnahmen zur Unterstützung des Bergweinbaus einhergehen muss. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören der Schutz der Weinberge vor wilden Tieren, der Bau von Landstraßen und Transportsystemen, um den Zugang zu den terrassierten Parzellen zu verbessern, sowie Anreize für den Erwerb verlassener Flächen. Auch die Entwicklung des Fremdenverkehrs und der Infrastrukturen, die die einzigartige Landschaft des Canavese wirtschaftlich nutzbar machen könnten, wird vorangetrieben.
Die Förderung des Tourismus wird als Chance gesehen, die lokale Wirtschaft wiederzubeleben. Coldiretti Torino hat sich dafür ausgesprochen, die Weinberge in bestehende touristische Routen wie die Via Francigena einzubinden und lokale Besonderheiten wie die Balmetti von Borgofranco di Ivrea - in den Fels gehauene Naturkeller, die zur Lagerung von Wein und anderen Produkten genutzt werden - zu präsentieren.
Die Weine des Canavese stehen im Mittelpunkt dieser Wiederbelebungsbemühungen. Die Region beherbergt renommierte Appellationen wie den Nebbiolo di Carema und den Erbaluce di Caluso, Weine, die nach Ansicht von Experten angesichts des Klimawandels ein großes Potenzial haben. Außerdem wird an denselben Hängen der Olivenanbau gefördert, der in dieser Bergregion bis vor kurzem noch unwahrscheinlich schien, nun aber vielversprechende Ergebnisse liefert.
Der von den Gemeinden rund um die Seen von Ivrea aufgestellte Entwicklungsplan sieht Maßnahmen zur Förderung des Pergola-Weinbaus und des Olivenanbaus an den Alpenhängen vor. Coldiretti Torino hat sich verpflichtet, mit den lokalen Weinkonsortien und dem Bergverein von Mombarone zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die Anerkennung mehr als eine bürokratische Formalität ist. Ziel ist es, diese Auszeichnung in konkrete Projekte umzusetzen, die den heroischen Weinbau in der Region wiederbeleben.
Mecca Cici betonte, dass ein aktives Engagement der piemontesischen Regionalregierung und anderer Institutionen unerlässlich ist, um diese einzigartige Landschaft zu erhalten. "Wenn wir unser weinbauliches Erbe wirklich schützen wollen, müssen wir mehr für unsere Winzer tun. Es reicht nicht aus, den historischen Wert dieser Weinberge anzuerkennen, wir müssen auch diejenigen unterstützen, die sie jeden Tag bewirtschaften", schloss er.
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