WSWA-Warnungen zu den Auswirkungen der Tarife

Zölle auf importierte Weine und Spirituosen könnten fast 100.000 Arbeitsplätze kosten, warnen Experten

20.12.2024

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Am 10. Dezember 2024 veranstaltete die Wine & Spirits Wholesalers of America (WSWA) ein Webinar mit dem Titel "Navigating Trade Challenges", bei dem führende Branchenvertreter die wirtschaftlichen und kommerziellen Auswirkungen der von der neuen Trump-Regierung vorgeschlagenen Zölle auf importierte Weine und Spirituosen diskutierten. Bei dieser Veranstaltung kamen wichtige Experten zusammen, um die potenziellen Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die US-Alkoholgetränkeindustrie und ihre Verbraucher zu analysieren.

Zu den Teilnehmern gehörten Dina Opici, Präsidentin von Opici Family Distributing und derzeitige Präsidentin der WSWA, Theo Koebel, Executive Vice President von Winebow, Michael Correra, Executive Director der Metropolitan Package Store Association, und Dawson Hobbs, Executive Vice President of Government Affairs der WSWA. Die während des Webinars von John Dunham and Associates vorgestellten Daten beleuchteten die möglichen Auswirkungen von Zöllen zwischen 10 und 30 % auf alle importierten Weine und Spirituosen sowie eine spezielle Analyse eines 25 %igen Zolls auf mexikanische Produkte.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein Zoll von 10 % zum Verlust von 12.000 Arbeitsplätzen und zu Lohneinbußen in Höhe von 644 Millionen Dollar führen könnte, während ein Zoll von 30 % 91.000 Arbeitsplätze und Lohneinbußen in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar zur Folge haben könnte. Die gesamten wirtschaftlichen Auswirkungen, einschließlich der Steuer- und Produktionsverluste, könnten beim höchsten Zollszenario 14,9 Milliarden Dollar erreichen. Für Tequila, ein einzigartiges Produkt, das 13 % des gesamten in den USA verkauften Spirituosenvolumens ausmacht, könnte ein Zoll von 25 % einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen, mit geschätzten Verlusten von 14.000 Arbeitsplätzen und 2,5 Milliarden Dollar.

Dina Opici wies auf die Kaskadeneffekte hin, die diese Maßnahmen auf die Vertriebskette, den Einzelhandel und das Gastgewerbe haben könnten, die in hohem Maße von importierten Produkten abhängig sind. Sie wies darauf hin, dass die Zölle den beabsichtigten Zielen zuwiderlaufen und die Arbeitsplätze und die Stabilität vieler lokaler Unternehmen gefährden könnten. Michael Correra fügte hinzu, dass diese Maßnahmen nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Verbrauchern schaden würden, insbesondere im Premiumsegment, wo höhere Preise den Zugang einschränken könnten.

Theo Koebel betonte, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette aufrechtzuerhalten, um die Widerstandsfähigkeit der Branche gegenüber Handelsspannungen zu gewährleisten. Er warnte davor, dass Zölle den Zugang zu internationalen Märkten einschränken und die Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern beeinträchtigen könnten. Dawson Hobbs erläuterte, dass Zölle zwar häufig in internationalen Verhandlungen eingesetzt werden, ihre direkten Auswirkungen jedoch von amerikanischen Unternehmen zu spüren sind, die die zusätzlichen Kosten, die letztendlich an die Verbraucher weitergegeben werden, auffangen müssen.

Die WSWA bekräftigte ihre Entschlossenheit, sich gemeinsam mit ihren Partnern aus der Industrie gegen diese Politik zu wehren. Die Organisation setzt sich für den Erhalt eines zusammenhängenden Handelsnetzes ein, um die Interessen der Arbeitnehmer und Verbraucher zu schützen. Die neue US-Regierung betrachtet Zölle jedoch als ein Instrument zur Stärkung der heimischen Wirtschaft. Im Fall von Wein und Spirituosen macht die Abhängigkeit von Importen - 30 bis 35 % des Marktes - diese Maßnahmen besonders heikel.

Die vorgeschlagenen Zölle hätten schwerwiegende Auswirkungen auf Produkte wie Tequila, schottischen Whisky und Champagner, für die es aufgrund ihrer geografischen Herkunft und einzigartigen Produktionsmethoden keine einheimischen Ersatzprodukte gibt. Laut John Dunham and Associates könnten diese Maßnahmen zum Verlust von fast 100.000 Arbeitsplätzen, zu fiskalischen Einbußen in Höhe von 5 Milliarden Dollar und zu einem erheblichen Rückgang der Wirtschaftsleistung führen.

Der US-amerikanische Markt für alkoholische Getränke sieht sich bereits einem Rückgang des Volumens um 5,2 % gegenüber, wie jüngste Daten zeigen, was den Druck auf eine Branche erhöht, die mit veränderten Verbraucherpräferenzen und wirtschaftlichen Faktoren wie einem Inflationsanstieg von 2,7 % im vergangenen Jahr zu kämpfen hat. Distributoren und Einzelhändler haben außerdem mit Altbeständen aus der Pandemie zu kämpfen, während sie mit den Kosten neuer Zölle konfrontiert sind und gleichzeitig versuchen, die Preise für die Verbraucher erschwinglich zu halten.

Theo Koebel schlug vor, das Produktportfolio zu diversifizieren, um die Auswirkungen der Zölle abzumildern, neue Kategorien wie alkoholfreie oder alkoholarme Getränke zu erforschen und mit amerikanischen Weinkellereien zusammenzuarbeiten, um alternative Märkte zu erschließen. Gleichzeitig betonte die WSWA, wie wichtig es ist, internationale Koalitionen mit ausländischen Herstellern und Regierungen zu bilden, um den Dialog zu fördern und Maßnahmen zu vermeiden, die den Markt destabilisieren könnten.

Der Schutz der alkoholischen Getränkeindustrie als zusammenhängender Sektor ist nicht nur für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Unternehmen in den Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Sicherstellung des Zugangs zu Produkten, die für die Verbraucherkultur und den internationalen Handel unerlässlich sind.

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