09.08.2024

Der asiatische Weinmarkt befindet sich in einem dynamischen Wandel, wobei Schwellenländer wie Indien, Vietnam und Thailand die Aufmerksamkeit der globalen Weinindustrie auf sich ziehen. Inmitten dieses wachsenden Interesses ist China jedoch weiterhin der vielversprechendste und wichtigste Markt in der Region. Auch wenn das Land in letzter Zeit mit wirtschaftlichen Unsicherheiten zu kämpfen hat, ist es nach wie vor der größte Weinkonsument in Asien, und es wird erwartet, dass seine Führungsrolle beim Weinkonsum auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt.
Der chinesische Weinmarkt hatte in den letzten Jahren mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen, was zu einem deutlichen Rückgang der Weinimporte führte. Von einem Höchststand von 452 Millionen Litern im Jahr 2018 sanken die Importe bis 2023 auf 249 Millionen Liter, was einem Rückgang von fast 45 % entspricht. Dieser Rückgang lässt sich auf mehrere miteinander verbundene Faktoren zurückführen. Die weltweite COVID-19-Pandemie hat die Lieferketten und das Verbraucherverhalten stark beeinträchtigt, während die Einführung von Zöllen auf australische Weine - das Ergebnis diplomatischer Spannungen - den Markt zusätzlich belastet hat. Darüber hinaus haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Chinas, die durch eine Immobilienkrise ausgelöst und durch steigende Zinssätze in den Vereinigten Staaten beeinflusst wurden, zu einem Rückgang der Verbraucherausgaben für Luxusgüter, einschließlich Wein, beigetragen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt der chinesische Weinmarkt in seinem Kern lebendig. Die Leidenschaft der chinesischen Verbraucher für Wein hat nicht nachgelassen; vielmehr haben die wirtschaftlichen Bedingungen eine vorübergehende Mäßigung der Ausgaben erforderlich gemacht. Die latente Nachfrage nach Wein deutet darauf hin, dass sich der Weinkonsum wieder erholen wird, sobald sich die wirtschaftlichen Bedingungen stabilisieren und das Vertrauen der Verbraucher wiederhergestellt ist.
Für Weinproduzenten und -exporteure ist der chinesische Markt zu bedeutend, um ihn zu ignorieren, selbst angesichts der derzeitigen Schwierigkeiten. Die großen urbanen Zentren des Landes, insbesondere die Städte der ersten und zweiten Reihe, zeigen weiterhin ein starkes Interesse an Wein. Dies gilt vor allem für Weißweine und solche mit einer überzeugenden Geschichte oder Tradition - Elemente, die bei den chinesischen Verbrauchern, die Authentizität und Tradition schätzen, Anklang finden.
Da sich die wirtschaftliche Landschaft in China verändert, suchen einige in der Weinindustrie nach Wachstumschancen auf anderen asiatischen Märkten. In Ländern wie Indien, Vietnam und Thailand steigt der Weinkonsum allmählich an, angetrieben durch expandierende Volkswirtschaften und eine wachsende Mittelschicht. Im Vergleich zu China stecken diese Märkte jedoch noch in den Kinderschuhen und können nicht mit dem schieren Umsatzvolumen Chinas mithalten.
In Vietnam beispielsweise ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol zwar hoch, aber Wein macht nur einen kleinen Teil dieses Verbrauchs aus. Kulturelle Präferenzen tendieren stark zu Bier und Spirituosen, was die Marktdurchdringung von Wein einschränkt. Indien hat trotz seines Status als bevölkerungsreichstes Land der Welt einen relativ kleinen Weinmarkt. Das Wachstumspotenzial ist zwar vorhanden, wird aber durch ein komplexes regulatorisches Umfeld, hohe Zölle und eine überwiegend auf Spirituosen ausgerichtete Trinkkultur behindert.
Japan, ein etablierterer Markt in der Region, ist nach wie vor von Bedeutung, steht aber vor einer Reihe von Herausforderungen. Eine alternde Bevölkerung und wirtschaftliche Stagnation werden den Weinkonsum mittel- bis langfristig wahrscheinlich negativ beeinflussen.
Andere Regionen in Asien, wie Malaysia, Indonesien, die Philippinen, Taiwan, Südkorea, Hongkong und Singapur, bieten aufgrund kultureller, wirtschaftlicher oder demografischer Faktoren nur begrenzte Möglichkeiten. Diese Märkte wachsen zwar, bleiben aber im Vergleich zum breiteren asiatischen Markt eine Nische.
In Anbetracht der gegenwärtigen Situation ist es klar, dass China weiterhin der Brennpunkt für die globale Weinindustrie in Asien sein wird. Für Weinmarken und -exporteure ist es entscheidend, in China präsent zu sein. Diejenigen, die sich in der Komplexität des Marktes zurechtfinden und starke Partnerschaften mit lokalen Importeuren und Händlern aufbauen können, werden gut positioniert sein, um von der möglichen Erholung des Weinkonsums zu profitieren.
Der Aufbau und die Aufrechterhaltung der Markenpräsenz in China ist entscheidend, um den Marktanteil zu halten. Dazu gehört nicht nur eine Präsenz im physischen Einzelhandel, sondern auch ein starker digitaler Fußabdruck, da Chinas Verbraucher sehr digital sind. Der Kontakt mit den Verbrauchern über Online-Plattformen, soziale Medien und E-Commerce-Kanäle wird eine Schlüsselstrategie sein, um das Interesse und die Loyalität der Verbraucher auch in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern, die Zugang zu den richtigen Kanälen haben und effektive Programme zur Einbindung der Verbraucher durchführen können, von entscheidender Bedeutung. Diese Partnerschaften werden dafür sorgen, dass die Marken bei den chinesischen Verbrauchern ganz oben auf der Liste stehen, wenn die Wirtschaft wieder anspringt und die Ausgaben für Wein wieder ansteigen.
Auch wenn der asiatische Weinmarkt im weiteren Sinne einige interessante Möglichkeiten bietet, bleibt China der unangefochtene Marktführer und der attraktivste Markt in der Region. Die derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen sind zwar erheblich, schmälern aber nicht das langfristige Potenzial des chinesischen Weinmarktes. Wer in der Weinbranche in China auch in turbulenten Zeiten auf Kurs bleibt, wird in Zukunft wahrscheinlich erhebliche Gewinne erzielen.
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