HK steht vor einer Revolution in der Spirituosenindustrie

Aufhebung der Branntweinsteuer in Hongkong löst heftige Debatte aus

05.08.2024

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Die mögliche Abschaffung der Branntweinsteuer in Hongkong hat eine heftige Debatte ausgelöst und den Chef der Exekutive, John Lee Ka-chiu, unter erheblichen Druck gesetzt, dieses Thema vor seiner politischen Rede im Oktober anzusprechen. Sowohl Politiker als auch Einzelhändler argumentieren, dass die Abschaffung oder Senkung dieser Steuer den Spirituosenmarkt der Region erheblich verändern könnte.

Derzeit werden Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von über 30 % mit einer saftigen Steuer von 100 % belegt. Dieser Satz ist im Vergleich zu benachbarten Regionen wie Macau und China, wo die Steuer nur 10 % beträgt, deutlich höher. Hainan, ein weiterer wichtiger Markt, hat sogar Pläne zur vollständigen Abschaffung der Mehrwertsteuer und der Verbrauchssteuern auf importierte Spirituosen angekündigt, obwohl ein konkreter Zeitplan noch nicht festgelegt wurde.

Dominic Lee Tsz-king, ein Abgeordneter der Neuen Volkspartei, wies darauf hin, dass die Abschaffung der Weinsteuer im Jahr 2008 Hongkong zu einem globalen Zentrum für Weinauktionen und -handel gemacht hat. Lee ist der Ansicht, dass ein ähnlicher Schritt für Spirituosen eine vergleichbare Wirkung haben könnte und Hongkong zu einem internationalen Zentrum für Spirituosenauktionen und -handel machen würde.

Die Abschaffung der Weinsteuer hat zu positiven Ergebnissen geführt. Bis 2018 stiegen die Weineinfuhren nach Hongkong auf 153 Millionen Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber 121 Millionen Dollar im Jahr 2006. Lee argumentiert, dass die wirtschaftlichen Vorteile einer Senkung der Branntweinsteuer - in Bezug auf den Einzelhandel, den Reiseverkehr und die Wirtschaft - die Steuereinnahmen, die in den letzten acht Jahren nur 0,1 % der Gesamteinnahmen ausmachten, überwiegen würden.

Darüber hinaus schlägt Lee vor, dass eine Nullbesteuerung von Spirituosen den Schmuggel und die Fälschung von Alkohol eindämmen könnte, und schlägt eine schrittweise Senkung der Steuer um 30 % in drei Phasen vor, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Eine andere politische Gruppierung, die Democratic Alliance for the Betterment and Progress of Hong Kong (DAB), hat vorgeschlagen, die Steuer, falls sie nicht abgeschafft werden kann, auf den Alkoholgehalt und nicht auf den Großhandelspreis zu stützen. Dieses System, das dem in Taiwan und Japan ähnelt, könnte als gerechter angesehen werden.

Im Januar schlug der DAB bei den Haushaltsberatungen für 2024-2025 eine Senkung der Branntweinsteuer um 90 % vor, doch wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Die Regierung argumentierte, dass das Ad-Valorem-Steuersystem gerechter sei und dass die Branntweinsteuer ein wirksames Instrument sei, um vom Alkoholkonsum abzuschrecken.

Zachary Chan Tin-ying, Mitbegründer und Direktor von HK Liquor Store, ist mit den Behauptungen der Regierung zum Thema Gesundheit nicht einverstanden. Chan zufolge sollten alle Arten von alkoholischen Getränken, einschließlich Wein und Bier, besteuert werden, wenn die wahre Absicht darin besteht, den Alkoholkonsum einzuschränken. Er weist auch darauf hin, dass eine Senkung der Alkoholsteuer Einzelhändlern wie ihm nicht zugute käme, da sie einen unhaltbaren Preiskampf auslösen könnte. Chan befürwortet eine Steuersenkung um 25-30 % und spricht sich für ein System auf der Grundlage des Alkoholgehalts aus, in der Hoffnung, dass dies die Einfuhr von Premium- und Handwerksmarken fördern wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die mögliche Abschaffung der Branntweinsteuer in Hongkong zwar mehr Geschäfte und Alkoholversteigerungen anziehen könnte, aber auch Bedenken hinsichtlich der Fairness und der öffentlichen Gesundheit aufwirft. Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen, und endgültige Entscheidungen werden in den kommenden Monaten erwartet. Das Ergebnis dieser Debatte wird wahrscheinlich weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft Hongkongs und seine Position auf dem globalen Spirituosenmarkt haben.

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