31.07.2024

Die Aufhebung der chinesischen Zölle auf australischen Wein hat der australischen Weinindustrie neuen Optimismus verliehen, und die Ausfuhren nach China sind deutlich gestiegen. Dieser Aufschwung findet jedoch vor dem Hintergrund allgemeiner Herausforderungen auf den globalen Weinmärkten statt und wirft einen Schatten auf die längerfristigen Aussichten der australischen Weinerzeuger.
Die australischen Weinexporte stiegen wertmäßig um 17 % und erreichten in dem am 30. Juni 2024 endenden Steuerjahr einen Wert von 2,2 Mrd. AU$, wie aus einem aktuellen Bericht von Wine Australia hervorgeht. Dieses Wachstum stellt den höchsten Exportwert seit September 2021 dar, der vor allem durch einen bemerkenswerten Anstieg der Lieferungen nach China nach der Abschaffung der Strafzölle Ende März 2024 angetrieben wurde. Die Mengenexporte nach China stiegen von nur 1 Million Liter im Vorjahr auf 33 Millionen Liter, was einem Wertzuwachs von 392 Millionen AU$ entspricht.
Diese Zahlen deuten zwar auf eine kräftige Erholung hin, sind aber immer noch weit von den Werten vor der Einführung der Zölle entfernt. Vor der Einführung der Zölle exportierten über 2.000 australische Unternehmen Wein nach China. Im letzten Geschäftsjahr waren es nur noch 574, was auf einen vorsichtigen Aufschwung hindeutet.
Der Wiedereintritt in den chinesischen Markt ist zwar vielversprechend, aber nicht unbedingt ein Zeichen für eine vollständige Erholung. Peter Bailey, Wine Australia's Manager of Market Insights, betonte, dass diese Zahlen eher die Wiederauffüllung der Lagerbestände widerspiegeln als die tatsächlichen Verkäufe an die Verbraucher. Er wies darauf hin, dass es Zeit braucht, um die Reaktion der chinesischen Verbraucher auf die erneute Verfügbarkeit von australischem Wein zu beurteilen. Darüber hinaus ist der Weinkonsum in China, sowohl der inländische als auch der importierte, in den letzten sechs Jahren deutlich zurückgegangen, was eine Herausforderung für die Rückgewinnung von Marktanteilen darstellt.
Die australische Weinindustrie hat auch mit einem Überangebot an Rotweintrauben zu kämpfen, insbesondere aus Regionen wie Riverland, Riverina und dem Murray Valley. Diese Gebiete sind aufgrund des anhaltenden Überangebots, das sich durch den früheren Verlust des chinesischen Marktes noch verschlimmert hat, finanziell unter Druck geraten. Die australische Regierung hat sogar eine Task Force eingerichtet, die sich mit diesem Problem befassen soll, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen.
Abgesehen von China bleibt das globale Bild für die australischen Weinexporte gemischt. Die Gesamtexporte (ohne China) gingen um 4 % auf 1,8 Mrd. AU$ zurück, wobei das Volumen um 5 % auf 587 Mio. Liter sank - der niedrigste Stand seit 2003/04. Der Rückgang war auf dem US-amerikanischen und dem kanadischen Markt am stärksten ausgeprägt, insbesondere bei Weinen des unteren Preissegments. Der weltweite Trend zu einem moderateren Alkoholkonsum und die steigenden Lebenshaltungskosten tragen zu diesen Rückgängen bei.
Der Mangel an Schiffen und die steigenden Frachtkosten, die den weltweiten Handel beeinträchtigen, haben diese Schwierigkeiten noch verstärkt. Auf den wichtigsten Märkten wie den USA, dem Vereinigten Königreich und Kanada sind die Exporte entweder zurückgegangen oder stagnieren, nur Festlandchina und Hongkong verzeichnen ein deutliches Wachstum.
Der jüngste Anstieg der Exporte nach China ist eine positive Entwicklung für die australische Weinindustrie, doch stellt er nur einen Teil des Gesamtbildes dar. Die Branche steht nach wie vor vor großen Herausforderungen, darunter globale Veränderungen im Verbraucherverhalten, Unterbrechungen der Lieferkette und ein Überangebot an Trauben. Die Aufhebung der chinesischen Zölle hat zwar einen wichtigen Markt geöffnet, doch der Weg zu einer vollständigen Erholung - und zum Erreichen früherer Exporthöchststände - ist nach wie vor ungewiss. Die Fähigkeit der Branche, sich auf diese Herausforderungen einzustellen, wird ihren künftigen Kurs bestimmen und eine Kombination aus strategischem Marktengagement und inländischen Anpassungen zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage erfordern.
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