Frankreich: Wichtigster Markt für portugiesischen Wein

Frankreichs Liebesaffäre mit portugiesischem Wein sorgt für Exporterfolg

11.07.2024

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Im ersten Quartal 2024 verzeichneten die portugiesischen Weinexporte eine differenzierte Entwicklung, die durch einen leichten Rückgang des Volumens, aber eine Stabilität der Einnahmen gekennzeichnet war. Nach Angaben des portugiesischen Zolls exportierte das Land 74,3 Millionen Liter Wein, was einem Rückgang von 2,1 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2023 entspricht. Dies ist die niedrigste Menge in diesem Zeitraum seit 2020. Trotz des Rückgangs des Volumens blieben die Einnahmen aus diesen Exporten stabil und erreichten fast 212 Millionen Euro, dank eines Anstiegs des Durchschnittspreises pro Liter um 2,2 %, der nun bei 2,85 Euro liegt.

In diesem Zeitraum wurden mehrere bedeutende Verschiebungen in der Marktdynamik beobachtet. Frankreich hat sich zum wichtigsten globalen Markt für portugiesischen Wein entwickelt und Angola mengenmäßig und die Vereinigten Staaten wertmäßig überholt. Diese Veränderung unterstreicht den wachsenden Appetit Frankreichs auf portugiesischen Wein und seine Bereitschaft, dafür einen Aufpreis zu zahlen.

Der Aufstieg Frankreichs zum führenden Markt ist eine bemerkenswerte Entwicklung. Französische Verbraucher und Importeure erkennen zunehmend die Qualität und Vielfalt der portugiesischen Weine, die von den kräftigen Rotweinen aus dem Douro-Tal bis zu den frischen, aromatischen Weißweinen des Vinho Verde reichen. Dieser Wandel ist nicht nur auf den gestiegenen Verbrauch zurückzuführen, sondern auch auf die strategischen Marketingbemühungen und die wachsenden Vertriebsnetze in Frankreich.

Im ersten Quartal 2024 war auch ein außergewöhnliches Wachstum der Weinexporte nach Brasilien und Russland zu verzeichnen, zwei Märkte, die ein zunehmendes Interesse an portugiesischen Weinen gezeigt haben.

Brasilien, inzwischen der drittgrößte Markt für portugiesischen Wein, verzeichnete in diesem Zeitraum ein bemerkenswertes Wachstum. Die kulturellen und historischen Bindungen zwischen Portugal und Brasilien haben den Handel schon immer begünstigt, aber die jüngsten Trends zeigen, dass die brasilianischen Verbraucher portugiesischen Wein deutlich mehr zu schätzen wissen. Dieser Anstieg lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen, darunter die verbesserte wirtschaftliche Lage in Brasilien, wirksame Marketingkampagnen und eine aufkeimende Weinkultur unter den brasilianischen Verbrauchern.

Die vielleicht auffälligste Entwicklung ist der Aufstieg Russlands zu einem bedeutenden Markt für portugiesischen Wein, der zum ersten Mal unter den Top 10 auftaucht. Dieser neu entdeckte Enthusiasmus in Russland ist auf eine wachsende Mittelschicht mit einer Vorliebe für importierte Weine und die strategischen Bemühungen der portugiesischen Exporteure, diesen Markt zu erschließen, zurückzuführen. Die geopolitische Landschaft und die Handelspolitik haben ebenfalls eine Rolle gespielt, da die russischen Importeure angesichts der schwankenden internationalen Beziehungen nach alternativen Quellen für Qualitätswein suchen.

Die stabilen Umsatzzahlen trotz eines Mengenrückgangs deuten auf eine solide Preisstrategie der portugiesischen Weinerzeuger und -exporteure hin. Indem sie sich darauf konzentrieren, den wahrgenommenen Wert und die Qualität ihrer Weine zu steigern, ist es ihnen gelungen, selbst auf einem schwierigen globalen Markt höhere Preise zu erzielen.

Damit Portugal seine Einnahmen aus dem Weinexport halten und steigern kann, muss es die Qualität seiner Weine beibehalten und sich an die Vorlieben von Schwellenländern wie Brasilien und Russland anpassen. Dazu gehört nicht nur die Herstellung von Weinen, die den Geschmacksprofilen dieser Verbraucher entsprechen, sondern auch Investitionen in Marketing- und Vertriebskanäle, die die Sichtbarkeit und Verfügbarkeit in diesen Regionen gewährleisten.

Der globale Weinhandel ist voller Herausforderungen, darunter schwankende wirtschaftliche Bedingungen, sich ändernde Verbraucherpräferenzen und geopolitische Spannungen. Die portugiesischen Weinexporteure müssen diese Komplexität meistern, indem sie agil und reaktionsschnell auf Markttrends reagieren. Dies könnte bedeuten, dass sie ihre Exportmärkte weiter diversifizieren, neue Weinsorten einführen und Technologien zur Verbesserung der Produktions- und Vertriebseffizienz nutzen.

Das erste Quartal 2024 bot gemischte, aber vielversprechende Aussichten für die portugiesischen Weinexporte. Zwar ging das Volumen leicht zurück, doch die Fähigkeit, die Einnahmen durch strategische Preisgestaltung und Marktexpansion in Ländern wie Brasilien und Russland zu halten, zeigt die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der portugiesischen Weinindustrie. Da Frankreich seine Position als führender Markt festigt und neue Möglichkeiten in Brasilien und Russland entstehen, sind die portugiesischen Weinerzeuger gut positioniert, um von diesen Trends zu profitieren und ihren Wachstumskurs fortzusetzen.

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