Die neuen Grenzen des Roséweins: Premium-, Schaumwein- und alkoholfreie Varianten

Premium-Marken und neue Formate glänzen inmitten des Abschwungs

05.07.2024

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Der Roséwein, der einst als frivol und simpel abgetan wurde, hat in den letzten Jahrzehnten einen bemerkenswerten Wandel vollzogen und sich zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Galt er früher als leichtes, zwangloses Getränk, das sich für gesellige Zusammenkünfte oder den Genuss im Freien eignete - außer in der Provence, wo er einen verehrten Status genoss -, so begann sich das Image des Roséweins im späten 20. Dieser Wandel wurde vor allem von Importeuren vorangetrieben, die trockene Roséweine in den Vereinigten Staaten einführten. Anfänglich übersehen, gewannen diese Weine allmählich an Zugkraft und Popularität.

In den frühen 2000er Jahren stieg der Absatz französischer Roséweine an. Dieser Aufschwung wurde durch geschicktes Marketing, die Unterstützung von Prominenten und eine überzeugende Mischung aus erstklassiger Qualität und günstigen Preisen unterstützt. Zwischen 2010 und 2016 haben sich die Rosé-Importe verzehnfacht. In der Provence, dem Kernland des Rosé, stiegen die Exporte laut Impact Databank von 123.000 Kisten auf 1,3 Millionen Kisten.

Mehrere Jahre lang ging das Rosé-Fest ungebremst weiter. Marken auf der ganzen Welt begannen, ihre Rosé-Versionen zu produzieren, mit unterschiedlichem Erfolg. Der Wein mit seinen ansprechenden Farbtönen fand eine Nische für verschiedene Verbrauchergruppen und Preisklassen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt außergewöhnlichen Wachstums begann der Rosé-Markt jedoch abzuflachen. Es zeichnete sich eine Sättigung mit minderwertigen Roséweinen ab, die aus verschiedenen Rebsorten hergestellt wurden. Die Ausfuhren von Roséwein aus der Provence gingen drei Jahre in Folge zurück, bevor sie sich 2022 mit einem Anstieg der Ausfuhren in die USA um 4 % auf insgesamt 1,9 Millionen Kisten und einen Rekordwert von 151,1 Millionen US-Dollar leicht erholten.

Im Jahr 2023 verlangsamte sich das Wachstum erneut und gab Anlass zu Spekulationen darüber, ob der Rosé-Markt auf eine Korrektur zusteuert oder einfach nur reift. Die 16 größten französischen Rosé-Hersteller in den USA verzeichneten gemeinsam einen Rückgang von 3,3 % und lieferten 2023 2,36 Millionen Kisten. Trotz dieses Rückgangs lieferten diese Hersteller immer noch 400.000 Kisten mehr aus als vor der Pandemie.

Die Verkaufszahlen der großen Erzeuger waren uneinheitlich, wobei einige Marken deutliche Rückgänge verzeichneten, während andere bemerkenswerte Zuwächse erzielten. Trotz dieser Schwankungen übertrifft der Roséwein weiterhin andere Weinkategorien. Zur Veranschaulichung: Laut IWSR ist der weltweite Absatz von alkoholischen Getränken im Jahr 2023 mengenmäßig um 1 % zurückgegangen, wertmäßig jedoch um 2 % gestiegen. Währenddessen verzeichnete der gesamte Weinsektor einen Rückgang von 4 %, während Roséwein eine leichte Stabilität aufwies.

Premium-Rosé ist in Schlüsselmärkten wie den USA, Großbritannien und Australien nach wie vor sehr beliebt. Weine, die von Prominenten empfohlen werden, gedeihen in diesen Regionen, da sie eine globale Fangemeinde haben und kontinuierlich über soziale Medien und traditionelle Medienkanäle beworben werden.

Das Premium-Rosé-Segment verzeichnet eine wachsende Nachfrage, da die Verbraucher bereit sind, für ein hochwertiges Erlebnis mehr zu bezahlen. Dieser Trend zeigt sich in steigenden Preisen in Spitzenrestaurants. Außerdem hat Rosé in alternativen Formen wie Sekt und alkoholfreien Varianten Erfolg. Ikonische Marken haben im Segment der Rosé-Champagner ein deutliches Wachstum verzeichnet. Auch die Nachfrage nach alkoholfreien Weinen steigt, angetrieben durch den bewussten Konsumtrend der Millennials und der Generation Z. IWSR berichtet von einem Anstieg des Umsatzes mit alkoholfreien Weinen um 6 % und mit alkoholfreiem Sekt um 7 % im Jahr 2023.

Die Zukunft des Roséweins sieht vielversprechend aus, mit Chancen in neuen Segmenten und einer Konzentration auf Qualität und innovatives Marketing. Auch wenn die Provence nach wie vor als Maßstab gilt, diversifiziert sich der Markt und passt sich den sich wandelnden Verbraucherpräferenzen an. Mit der richtigen Kombination aus Markenbildung und Qualität kann Rosé weiterhin Verbraucher und Erzeuger gleichermaßen begeistern.

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