15.01.2026

Die italienische Weinindustrie ist nach wie vor ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft des Landes. Sie trägt 1,1 % zum nationalen BIP bei und bietet rund 303.000 Menschen Arbeit. Nach Angaben des Nationalen Verbands der Unternehmer und Landwirte (UNSIC) beläuft sich die jährliche Produktion auf rund 45,2 Milliarden Euro, mit einem Mehrwert von 17,4 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung des Sektors nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die wirtschaftliche Gesundheit Italiens im Allgemeinen.
Eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens Prometeia, die auf der Vinitaly 2024 in Verona vorgestellt wurde, zeigt, dass der Wein 58 % der Handelsbilanz des italienischen Agrar- und Ernährungssektors ausmacht. Ohne Wein würde mehr als die Hälfte dieser positiven Bilanz verloren gehen. Die Studie weist auch darauf hin, dass jeder Euro, der im Weinsektor ausgegeben wird, 2,4 Euro an Produktion und 0,9 Euro an Wertschöpfung erzeugt. Pro 62.000 Euro, die in der Weinversorgungskette produziert werden, wird ein Arbeitsplatz geschaffen.
Der Export ist ein wichtiger Teil dieses Erfolgs. Im Jahr 2022 erreichten die italienischen Weinexporte einen Rekordwert von 8 Milliarden Euro, 12 % mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2023 gingen die Ausfuhren leicht um 0,8 % zurück und beliefen sich auf 7,8 Mrd. Euro, aber Italien behauptete seine Position als Weltmarktführer, wie aus den Daten der Beobachtungsstelle UIV-Ismea hervorgeht. Im ersten Halbjahr 2024 erreichten die Flaschenweinexporte 2,6 Milliarden Euro, was 7,6 % der gesamten Agrar- und Lebensmittelexporte entspricht.
Der Weintourismus ist ein weiterer wachsender Faktor für die italienische Wirtschaft. Der Verband der Weinstädte schätzt, dass jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen an weinbezogenen Reisen teilnehmen und dabei durchschnittlich 124 Euro pro Tag ausgeben - 13 % mehr als der durchschnittliche Tourist. Im Jahr 2024 wird der Weintourismus einen geschätzten Wert von 2,9 Milliarden Euro generieren, was einer Steigerung von 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Regionen wie Barolo, Montalcino und Ätna verzeichnen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen pro vor Ort konsumierter Flasche: etwa 117 Euro in Barolo, 109 Euro in Montalcino und 82 Euro in Ätna.
Die Nachfrage nach intensiven Erlebnissen steigt bei den Reisenden, die Verkostungen, Workshops, Weinbergsbesichtigungen und Kooperationen zwischen Weinkellereien und lokalen Köchen suchen. Direktbuchungen über die Websites der Weingüter machen inzwischen fast 39 % des Umsatzes in diesem Segment aus. Der Sommer 2024 war besonders stark für den Gastronomie- und Weintourismus, wobei die Toskana, die Emilia Romagna und Apulien als Top-Ziele gelten.
Laut dem Italian Food and Wine Tourism Report 2024 bleibt die Toskana die beliebteste Region für Weintouristen: Fast 40 % besuchten sie in diesem Jahr aus kulinarischen Gründen und etwa ein Drittel plant, wiederzukommen. Emilia Romagna und Apulien folgen dicht dahinter, sowohl was die aktuellen Besuche als auch das zukünftige Interesse betrifft. Sizilien und Kampanien ziehen ebenfalls eine beträchtliche Anzahl von Besuchern an, während Venetien dank seiner berühmten Weine wie Prosecco und Valpolicella-Rotweine weiterhin Touristen anzieht.
Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung für den italienischen Weinbau dar. Experten erforschen neue Rebsorten, die den veränderten Bedingungen standhalten können, und wenden innovative Anbautechniken an, um den Wasserverbrauch zu optimieren und die Bodengesundheit zu verbessern. Praktiken wie der Einsatz von organischen Düngemitteln, Deckfrüchten und die Verringerung von Bodenstörungen tragen dazu bei, die Bodenstruktur und -feuchtigkeit zu erhalten und gleichzeitig die mikrobielle Artenvielfalt zu fördern - Schlüsselfaktoren für die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.
Die Vitalität des Bodens wird zunehmend als wesentlich für gesunde Weinberge anerkannt. Bodendecker verhindern Erosion, verbessern die Bodenstruktur und die Feuchtigkeitsspeicherung, erhöhen die Artenvielfalt, konkurrieren auf natürliche Weise mit Unkräutern, verbessern den Nährstoffkreislauf, indem sie atmosphärischen Stickstoff binden, und stabilisieren die Bodentemperatur.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Wassermanagement, da Dürreperioden immer häufiger auftreten. Techniken wie die Tröpfchenbewässerung und die Überwachung der Bodenfeuchtigkeit werden eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Reben in Trockenperioden ausreichend Wasser erhalten.
Die Klimakrise hat sich bereits auf die Produktionsmengen ausgewirkt. Schätzungen von Ismea, Uiv und Assoenologi aus dem Frühherbst deuten darauf hin, dass Italien im Jahr 2024 etwa 41 Millionen Hektoliter Wein produzieren wird - eine Zahl, die um 7 % gegenüber dem letzten Jahr gestiegen ist, aber immer noch unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 47 Millionen Hektolitern liegt.
Einige Regionen verlegen ihre Weinberge in höhere Lagen, um sich an die steigenden Temperaturen anzupassen, müssen aber sorgfältig Rebsorten auswählen, die für die neue Umgebung geeignet sind. Die Branche sieht sich mit erheblichen Risiken durch die globale Erwärmung konfrontiert, reagiert aber mit Innovationen und Nachhaltigkeitsbemühungen, die darauf abzielen, sowohl die Qualität als auch die wirtschaftliche Lebensfähigkeit zu erhalten.
Während Italien diese Herausforderungen meistert, spielt sein Weinsektor weiterhin eine wichtige Rolle nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Tourismus und auf den Exportmärkten - ein Beweis für die Widerstandsfähigkeit unter sich ändernden Bedingungen im In- und Ausland.
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