Wie KI Bordeaux' Beste schützt

Der Aufstieg der KI in der Weinkontrolle in Bordeaux

22.01.2024

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Dank einer bahnbrechenden wissenschaftlichen Entwicklung steht die Weinindustrie, insbesondere in der Region Bordeaux, vor einem bedeutenden Wandel. Forschern ist es gelungen, ein System der künstlichen Intelligenz (KI) zu entwickeln, das in der Lage ist, die chemische Signatur von Weinen zu identifizieren. Diese neuartige Innovation verspricht ein leistungsfähiges Instrument im Kampf gegen Weinfälschungen und zur Unterstützung der Winzer bei ihrem Handwerk zu werden.

Der Weg zu dieser Errungenschaft begann mit der Anwendung der Chromatographie, einer Methode zur Trennung der Bestandteile einer Substanz. Stéphanie Marchand, Professorin und Spezialistin für chemische und sensorische Analysen am Institut für Reben- und Weinkunde in Bordeaux (ISVV), erklärt dieses Verfahren mit der Trennung von Tintenfarben auf einem nassen Papier. Das gleiche Prinzip wurde angewandt, um die Inhaltsstoffe des Weins zu dekonstruieren. Diese Daten wurden dann an ein Team in Genf unter der Leitung von Professor Alexandre Pouget weitergeleitet, das einen Algorithmus entwickelte, der die Entstehung dieser KI ermöglichte.

Im Rahmen des Projekts wurden Daten von 80 Châteaux aus der Region Bordeaux analysiert, die die Jahrgänge 1990 bis 2012 abdeckten. Jede Flasche wurde anonymisiert, nur durch einen Zahlencode identifiziert und ähnelte einer handelsüblichen Flasche ohne Etikett. Beeindruckend ist, dass die KI bei der Bestimmung der Terroirs jeder Flasche eine Trefferquote von 100 % erzielte. Diese Leistung ist der Höhepunkt einer mehrjährigen Zusammenarbeit von Experten.

Trotz dieses Erfolges ist die Kommerzialisierung der KI in Form einer Anwendung noch nicht geplant, da die Forscher der Meinung sind, dass sie sich erst in der Anfangsphase befinden und noch viel Potenzial zu erforschen haben. Dieses KI-Tool kann jedoch den Berufsverbänden helfen, die Echtheit von Wein zu garantieren. Darüber hinaus könnte es die Winzer bei der Verfeinerung ihrer Weinbereitungspraktiken durch Präzisionsweinbau unterstützen.

Die Einführung dieser KI wirft die Frage auf, wie sie sich auf die Rolle der Önologen und Sommeliers auswirkt. Stéphanie Marchand betrachtet diese Technologie jedoch nicht als Ersatz, sondern als ergänzendes Instrument. Während die KI fünf Stunden braucht, um die für die "Verkostung" eines Weins erforderlichen Daten zu verarbeiten, kann ein Sommelier dies in wenigen Minuten erledigen. Außerdem fehlt der KI trotz ihrer Fähigkeiten das wesentliche Element der Emotion, das Menschen beim Genuss von Wein empfinden.

Dieser technologische Fortschritt läutet eine neue Ära der Weinauthentifizierung und -produktion ein, in der sich jahrhundertealte Tradition mit modernster Innovation verbindet. Indem die Weinregion Bordeaux diese KI einsetzt, schafft sie einen Präzedenzfall für die weltweite Weinindustrie, in der Technologie und Tradition nebeneinander bestehen und sich gegenseitig bereichern können.

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