Phenolische Verbindungen in roten und weißen Trauben verstehen

Entschlüsselung der Wissenschaft hinter Farbe, Geschmack und Textur von Wein

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Die Welt des Weins zieht seit langem Kenner und Liebhaber gleichermaßen in ihren Bann. Im Mittelpunkt dieses verführerischen Getränks stehen die phenolischen Verbindungen, deren Untersuchung für das Verständnis der Unterschiede zwischen den verschiedenen Weinsorten entscheidend ist. Diese Verbindungen, die für Eigenschaften wie Farbe, Geschmack und Textur verantwortlich sind, bieten einen Einstieg in die Kunst und Wissenschaft der Önologie.

Phenolische Verbindungen in roten Trauben

Rote Trauben enthalten eine Vielzahl von phenolischen Verbindungen, die hauptsächlich in zwei Kategorien eingeteilt werden: Nicht-Flavonoide und Flavonoide.

  • Nicht-Flavonoide: Zu den Nicht-Flavonoiden, die sich vor allem im Fruchtfleisch befinden, gehören Hydroxyzimtsäuren (wie Kaffeesäure und Kaftarsäure) und Benzoesäuren (wie Gallussäure). Diese Säuren spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Geschmacksprofils des Weins.
  • Flavonoide: Flavonoide, wie Flavanole und Flavonole, sind in den Samen, der Schale und den Stielen enthalten. Flavanole, darunter Catechine, tragen wesentlich zur Adstringenz und Struktur des Weins bei. Flavonole, wie Quercetin und seine Glucoside, sind vor allem in der Schale und den Stielen enthalten. Auch die Anthocyane, die dem Wein seine Farbe verleihen, sind eine Art von Flavonoiden, die in den Traubenschalen vorkommen.

Die Polymerisation dieser Verbindungen beginnt in der Traube selbst und bildet komplexere Strukturen wie Tannine, die für die sensorische Wahrnehmung des Weins von grundlegender Bedeutung sind.

Entwicklung der phenolischen Verbindungen während der Reifung

Während des Reifungsprozesses verändern sich die Tannine und Anthocyane in roten Trauben erheblich. Nach der Reifezeit, wenn die Trauben ihre Farbe ändern, beginnen sich diese Verbindungen zu akkumulieren und erreichen ihr Optimum bei der Reife. Danach beginnt ihr Gehalt zu sinken. Interessant ist, dass die Tannine aus den Kernen, obwohl sie in der Reifezeit einen hohen Gehalt erreichen, aufgrund der Verholzung der Kerne schwieriger zu extrahieren sind.

Variablen, die den Phenolgehalt in roten Trauben beeinflussen

Mehrere Faktoren beeinflussen die Konzentration der phenolischen Verbindungen in roten Trauben:

  • Die Größe und Anzahl der Kerne sowie die Dicke der Schale können das Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch verändern, was sich auf den Polyphenolgehalt auswirkt.
  • Faktoren wie das Probenahmeverfahren, der Erntezeitpunkt und die klimatischen Bedingungen können sich auf die Polyphenolkonzentration auswirken.
  • Auch die Lagerung und der Transport der Proben beeinflussen die Extraktion und die Konzentration dieser Verbindungen.

Messung der polyphenolischen Verbindungen in Rotweinen

Für die Weinherstellung ist es wichtig, die Menge an Tanninen, Anthocyanen und Gesamtpolyphenolen zu kennen. Die Vielfalt der Methoden zur Messung dieser Verbindungen macht es jedoch schwierig, die Ergebnisse verschiedener Weine zu vergleichen. Solange es keine internationale Standardmethode gibt, ist es wichtiger, Trends zu beobachten als absolute Werte.

Phenolische Verbindungen in weißen Trauben

Im Gegensatz zu roten Trauben enthalten weiße Trauben keine Anthocyane. Bei der Herstellung von Weißwein gibt es keinen oder nur einen begrenzten Kontakt mit den Schalen, so dass die wichtigsten phenolischen Verbindungen die im Fruchtfleisch vorhandenen sind, insbesondere die Nicht-Flavonoide wie die Hydroxyzimtsäuren.

Überwachung phenolischer Parameter in Weißwein

In Weißwein ist es möglich, bestimmte phenolische Parameter zu überwachen, wie z. B. die Messung der Gesamtpolyphenole, die Konzentration der Hydroxyzimtsäuren und die Gesamtkonzentration der Flavonoide.

Diese Analyse der phenolischen Verbindungen in roten und weißen Trauben ermöglicht ein besseres Verständnis der Elemente, die die Persönlichkeit eines jeden Weins ausmachen. Mit diesem Wissen können Winzer und Önologen ihre Techniken verfeinern, um Weine zu erzeugen, die nicht nur den Gaumen erfreuen, sondern auch die Essenz ihres Terroirs widerspiegeln.

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