Sazerac übernimmt Full Sail Brewing und baut RTD-Produktion aus
Der Deal verschafft dem Spirituosenhersteller eine Brauerei in Oregon, während Brennereien mehr Kapazitäten für Dosenabfüllung und Verpackung von Cocktails suchen
Mittwoch, 4. November 2026
Sazerac teilte am Dienstag, dem 3. November, mit, Full Sail Brewing in Oregon übernommen zu haben. Damit will das Unternehmen die Produktionskapazität für sein wachsendes Geschäft mit trinkfertigen Getränken ausbauen.
Der privat geführte Spirituosenhersteller bestätigte den Deal gegenüber Brewbound, nachdem Berichte kursiert waren, wonach er die Brauerei auf die Lohnproduktion von Getränken ausrichten wolle. Sazerac erklärte, die Übernahme solle das wachsende RTD-Produktportfolio des Unternehmens unterstützen – ein Segment, in das Spirituosenhersteller verstärkt investieren, um ihre Kapazitäten für die Dosenabfüllung und Verpackung auszubauen.
Die Unternehmen machten keine Angaben zu den finanziellen Bedingungen. Sazerac legte auch nicht öffentlich dar, welche Folgen die Übernahme für den bestehenden Bierbetrieb von Full Sail, die Produktionsmengen oder die Belegschaft haben wird. Damit bleibt offen, welcher Anteil der Kapazität der Brauerei in Oregon künftig für Cocktails aus der Dose und andere trinkfertige alkoholische Getränke genutzt werden könnte.
Auch wenn diese Fragen noch offen sind, deutet die Übernahme auf einen umfassenderen Wandel in der Getränkeindustrie hin. Produktionsanlagen für Bier werden für Unternehmen außerhalb des traditionellen Brauereisektors zunehmend wertvoller. Grund dafür ist vor allem die Nachfrage nach trinkfertigen Produkten, die Brennereien dazu veranlasst, sich Kapazitäten zum Mischen, Abfüllen und Verpacken zu sichern. Der Deal könnte die Überschneidungen zwischen der Bier- und Spirituosenherstellung verstärken: Brauereiinfrastruktur wird zunehmend genutzt, um das Wachstum bei alkoholischen Getränken für den bequemen Konsum zu bedienen.
Für Sazerac bedeutet der Schritt, dass das Unternehmen nun über eine Brauerei in Oregon verfügt – zu einem Zeitpunkt, an dem große Getränkekonzerne versuchen, mehr Kontrolle über ihre Lieferketten zu gewinnen. Eigene Produktionskapazitäten können die Abhängigkeit von externen Partnern verringern und einem Unternehmen mehr Flexibilität verschaffen, wenn es neue Produkte auf den Markt bringt oder die Produktion anpasst.
Für die Getränkeindustrie insgesamt könnte die Transaktion ein weiteres Zeichen dafür sein, dass Brauereien mit freien Kapazitäten auch außerhalb des Biersektors zu strategisch interessanten Übernahmezielen werden. Da trinkfertige Cocktails weiterhin mit Bier, Wein und Spirituosen um Regalfläche konkurrieren, könnten Deals wie dieser die Herstellung alkoholischer Getränke und die Investitionsentscheidungen der Unternehmen verändern.