Shepherd Neame investiert 15 Millionen Pfund in kleinere Brauerei in Faversham

Die neue Anlage soll bis 2029 in Betrieb gehen. Shepherd Neame zieht sich aus großen externen Brauaufträgen zurück.

Freitag, 30. Oktober 2026

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Shepherd Neame investiert 15 Millionen Pfund in kleinere Brauerei in Faversham

Shepherd Neame teilte am Donnerstag, dem 29. Oktober, mit, in den kommenden drei Jahren 15 Millionen Pfund in den Bau einer kleineren, modernen Braustätte in Faversham in der Grafschaft Kent investieren zu wollen. Der britische Brauer zieht sich aus großen externen Aufträgen zurück und will sich stärker auf seine eigenen Biermarken konzentrieren.

Das Projekt soll die Effizienz steigern, die Kosten senken und zu höheren Erträgen beitragen. Die neue Anlage soll bis Ende 2029 fertiggestellt sein; die Bauphase wird nach ihrem Beginn voraussichtlich zwei Jahre dauern. Während des Übergangs wird am bisherigen Standort weiter gebraut.

Die Investition markiert eine deutliche Veränderung des Industriemodells des Unternehmens. Shepherd Neame erklärte, künftig keine großen Brauaufträge von Drittunternehmen mehr anzunehmen und sich stattdessen auf das Brauen des eigenen Portfolios zu konzentrieren. Zudem sollen Teile der Produktion im eigenen Haus mit ausgelagerten Arbeiten kombiniert werden, darunter die Abfüllung in Kleinformate.

Die neue Brauanlage wird in der bestehenden Abfüllhalle am Standort des Unternehmens im Zentrum von Faversham untergebracht. Die Halle soll Mitte 2027 geschlossen werden, um sie für ihre neue Funktion umzubauen. Nach Angaben des Unternehmens werden Teile der bestehenden Brauerei-Infrastruktur weiter genutzt, darunter Wasser aus dem artesischen Brunnen auf dem Gelände.

Shepherd Neame bezeichnete das Projekt als Maßnahme, um das Brauen in Faversham langfristig zu sichern. Der 1698 gegründete Brauer mit Sitz in der Stadt in Kent beschäftigte am 29. Oktober rund 1.600 Mitarbeitende und betrieb 280 Pubs. Das Geschäft umfasst die Bierproduktion und den Vertrieb sowie den Besitz und Betrieb von Pubs und anderen Gastronomiebetrieben.

Das Unternehmen betonte, dass die 15 Millionen Pfund eine geplante Investition und keine bereits getätigten Ausgaben seien. Finanziert werden soll das Projekt voraussichtlich durch den Verkauf nicht zum Kerngeschäft gehörender Immobilien. Shepherd Neame will seine Präsenz im Zentrum von Faversham auf das sogenannte „Heritage Core“ beschränken, eine Gruppe von Gebäuden hinter der Court Street. Parallel zur Umgestaltung der Brauerei will das Unternehmen ein zehnjähriges Entwicklungskonzept für das verbleibende Gelände vorlegen. Geplant sind Büros, Einzelhandelsflächen, ein Pub, Gastronomie- und Veranstaltungsräume, ein erweitertes Besucherangebot sowie ein neuer öffentlicher Bereich namens Brewery Square.

Die Strategie spiegelt den Druck und den Wandel im Brauereigeschäft wider. In den 17 Wochen bis zum 24. Oktober sank das gesamte Biervolumen bei Shepherd Neame nach eigenen Angaben um 0,6 Prozent; das Volumen der eigenen Biere ging um 2,2 Prozent zurück. Gleichzeitig entwickelte sich das Pubgeschäft besser. Die vergleichbaren Umsätze in den Pubs stiegen im selben 17-Wochen-Zeitraum um 6,4 Prozent, während die vergleichbaren Erlöse im verpachteten Pubportfolio im Zeitraum bis zum 26. September um 1,1 Prozent zunahmen.

Das Unternehmen erwartet nicht, dass die Änderungen an der Brauerei die Markterwartungen für das Geschäftsjahr 2027 beeinflussen werden.

Ein wesentlicher Teil des Kurswechsels ist das Ende einiger Aufträge für externe Marken. Die exklusive Lizenz von Shepherd Neame zum Brauen und Vertrieb von Singha Lager läuft nach Angaben des Unternehmens im April 2027 aus. Der Vertrag bringt derzeit 10,3 Millionen Pfund Umsatz ein. Das gesamte bestehende Biersortiment soll auch künftig in der neuen Anlage erhältlich sein, darunter Marken wie Spitfire, Bishops Finger und Whitstable Bay.

Die Ankündigung erfolgte vor der für Freitag, den 30. Oktober, angesetzten Hauptversammlung des Unternehmens. In seiner Mitteilung zur Geschäftsentwicklung erklärte Shepherd Neame, die Verbindung von Brauerei- und Pubgeschäft bleibe zentral für das Unternehmen. Es werde weiter in sein Pubportfolio investieren und zugleich den Brauereibereich neu ausrichten.

Das Investitionsprogramm für die Pubs konzentriert sich derzeit auf Standorte in London und soll künftig verstärkt auf Gasthäuser und Hotels an der Küste ausgerichtet werden. Zudem will das Unternehmen weiterhin Standorte mit begrenztem Potenzial verkaufen und die Erlöse in besser laufende Betriebe reinvestieren.

Für Shepherd Neame ist das Brauereiprojekt sowohl eine Kosten- und Kapazitätsentscheidung als auch eine Immobilienentscheidung. Mit einem kleineren Produktionsmodell und der Auslagerung bestimmter Verpackungsarbeiten will das Unternehmen seine Abläufe vereinfachen, nachdem die Brauvolumen zurückgegangen sind. Durch den Verkauf nicht zum Kerngeschäft gehörender Immobilien und die Konzentration auf ein kleineres, vom historischen Erbe geprägtes Zentrum in Faversham soll die Modernisierung der Produktion zudem finanziert werden, ohne eine zusätzliche finanzielle Belastung zu schaffen.

Das Unternehmen nannte weder vergleichbare Hektoliterzahlen zu den jüngsten Volumenrückgängen noch verwies es auf eine direkt vergleichbare frühere Brauereiinvestition. Es bezeichnete den Plan als Reaktion auf einen sich rasch wandelnden Biermarkt und erklärte, der neue Standort werde mehr Flexibilität bei der Weiterentwicklung und Erneuerung des Portfolios bieten.

Chief Executive Jonathan Neame sagte, die neue Brauerei werde auf künftige Anforderungen ausgelegt und von weiteren Investitionen in die Pubs begleitet. Der Plan solle die Abläufe modernisieren und zugleich das Brauen in Faversham als zentralen Bestandteil der Unternehmensidentität bewahren.

Die Mitteilung des Unternehmens wurde als Primärquelle für eine Marktmitteilung veröffentlicht. Eine Überprüfung der Strategie in anderen Bereichen des Geschäftsbereichs Brewing and Brands sei noch im Gange. Weitere Informationen sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

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