Hitze und Dürre verringern Weinernte in den Colli Euganei um 12 %

Lokale Verbände meldeten bis August einen Anstieg des Exportwerts um 6,5 %, trotz geringerer Erträge in den Hügeln nahe Padua.

Dienstag, 13. Oktober 2026

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Hitze und Dürre verringern Weinernte in den Colli Euganei um 12 %

Die Weinproduzenten in den Colli Euganei nahe Padua gehen mit einer kleineren Ernte, aber robusteren Auslandsverkäufen auf das Ende der Weinlese 2026 zu. Das teilten lokale Vertreter und Branchenverbände mit, die am Dienstag eine Zwischenbilanz der Saison vorstellten.

Derzeit wird die Ernte auf 12 % unter dem Durchschnitt der Vorjahre geschätzt. Hauptursache für den Rückgang sind Hitze und Dürre in der Hügellandschaft. Zugleich stieg der Wert der Exporte aus dem Gebiet in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 um 6,5 %. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage aus dem Ausland trotz des knapperen Angebots robust geblieben ist. Die Verbände, die die Zahlen vorstellten, nannten weder absolute Exportwerte noch Exportmengen und legten auch nicht genügend Daten vor, um festzustellen, ob der Anstieg auf höhere Preise, eine veränderte Produktzusammensetzung oder beides zurückzuführen war.

Die Colli Euganei, ein Weinbaugebiet in der Provinz Padua im Nordosten Italiens, umfassen rund 3.000 Hektar Rebfläche in den Hügeln. Im weiteren Gebiet um Padua erstrecken sich die Weinberge über mehr als 8.000 Hektar. Die vorläufige Bilanz für 2026 zeigt unterschiedliche Bedingungen im Flachland und in den Hügeln, wo die Erträge nach Angaben der Erzeuger stärker zurückgegangen sind.

Gianluca Carraro, Präsident des Konsortiums zum Schutz der Weine der Colli Euganei, mahnte, die Produktionsangabe sei noch vorläufig, da die offiziellen Meldungen der Erzeuger noch nicht vollständig eingereicht worden seien. Die Erträge im Flachland seien weitgehend stabil geblieben, während die Produktion in den Hügeln zurückgegangen sei, sagte er. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn bei der aktuellen Angabe von 12 % handelt es sich um eine Schätzung im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre und nicht um eine endgültige Mengenangabe in Hektolitern.

Die Weinlese 2026 begann zudem früher als üblich. Die Erzeuger starteten Anfang August mit der Lese, mehr als 10 Tage früher als sonst; bis Mitte September war sie nahezu abgeschlossen. Zuerst wurden die Trauben für Schaumwein gelesen, danach folgten Fior d’Arancio und schließlich die roten Rebsorten. Vertreter der Landwirtschaft erklärten, die Verschiebung spiegele einen zunehmend verbreiteten Trend wider: Wärmere Bedingungen lassen die Trauben im Saisonverlauf früher reifen.

Die Winzer berichteten, sie hätten darauf reagiert, indem sie die Trauben vor direkter Sonneneinstrahlung schützten und versuchten, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. In einigen Fällen begannen sie zudem bereits um 4 Uhr mit der Lese, um die heißesten Tagesstunden zu meiden. Trotz der erwarteten geringeren Produktion sei der Gesundheitszustand der Trauben insgesamt gut gewesen. Die nächtliche Abkühlung in den Hügeln habe außerdem dazu beigetragen, die Fruchtqualität zu bewahren, erklärten Branchenvertreter.

Die kleinere Ernte hat das Exportwachstum nicht gebremst. Laut der Branchenbilanz verzeichneten die Rotweine aus dem Gebiet von Januar bis August in Märkten wie den USA und Kanada einen Zuwachs von 8 %. Die Erzeuger meldeten außerdem eine Nachfrage nach Fior d’Arancio in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden, während Serprino in Japan und Südkorea an Bedeutung gewann. Einen Teil dieser Entwicklung führten die Verbände auf den Weintourismus zurück, der den Weingütern ihrer Ansicht nach hilft, neue Verbraucher und Märkte zu erreichen.

Die aktuellen Daten lassen jedoch wichtige Fragen zur wirtschaftlichen Grundlage des Exportzuwachses offen. In der Bilanz ist lediglich vom Exportwert, nicht aber von den verkauften Mengen die Rede. Ohne Angaben zu den Mengen lässt sich nicht sagen, ob die Weingüter weniger Flaschen zu höheren Preisen versandten, mehr Premiumweine verkauften oder ihre Auslandsabsätze mengenmäßig ausweiteten. Diese Datenlücke ist in einem Jahr bedeutsam, in dem die geringere Erntemenge das Angebot unter Druck setzen könnte.

Die Saison machte auch mehrere strukturelle Probleme für die Winzer in den Hügeln deutlich. Landwirtschaftsverbände erklärten, Dürre und wiederkehrende Hitze veränderten die Arbeit in den Weinbergen und erhöhten den Bedarf an Wasserspeichern, Bewässerungsmöglichkeiten und Klimaschutzmaßnahmen. Sie forderten kleine Speicherbecken zur Wasserbevorratung, die Instandhaltung von Flüssen, Gräben und Kanälen sowie einen besseren Schutz vor Hagel. Einige Vertreter warnten, der Weinbau in den Hügeln könnte sich allmählich in Gebiete mit leichterem Zugang zu Wasser verlagern, wenn der Druck anhält.

Carraro sagte, die Weinberge in den Hügeln benötigten einfachere Genehmigungsverfahren für das Bohren von Brunnen und gezieltere finanzielle Unterstützung. Andere Landwirtschaftsverbände forderten Forschungskooperationen mit Universitäten und Rebschulen, um Sorten zu entwickeln, die Hitze und Dürre besser standhalten. Confagricoltura, ein weiterer Landwirtschaftsverband, sprach sich zudem für einen besser geeigneten Versicherungsschutz bei klimabedingten Schäden und Schäden durch Tiere aus.

Auch Schäden durch Wildtiere bereiteten große Sorgen. Erzeuger berichteten, Wildschweine hätten in einigen Teilen des Gebiets Trauben gefressen und Netze, Mauern sowie Grundstücke beschädigt. In den am stärksten betroffenen Gebieten erreichten die Verluste bis zu 20 % der Trauben. Diese Zahl gilt jedoch nur für bestimmte Orte und nicht für das gesamte Gebiet. Die Winzer meldeten auch Schäden durch Rehe, erklärten jedoch, diese Verluste seien schwieriger zu dokumentieren.

Roberto Lorin, Präsident von Coldiretti Padova, sagte, die derzeitige Abschussquote reiche nicht aus, um das Problem einzudämmen. Er forderte mehr Kontrollen, öffentlich finanzierte Zäune und eine schnellere Entschädigung für Verluste. Carraro erklärte, das Gebiet benötige mehr Kapazitäten für das Aufstellen von Fallen und den Fang von Wildtieren. Die Beschwerden verdeutlichen die größere Sorge der Erzeuger, dass Klimabelastungen und Wildtierschäden gleichzeitig zunehmen und die Kosten in einem Jahr steigen, in dem die Produktion ohnehin voraussichtlich zurückgehen wird.

Lokale Vertreter und Landwirtschaftsverbände erklärten, es gehe um mehr als die Weinmenge dieses Jahres. Weinberge in den Euganeischen Hügeln sicherten Arbeitsplätze, schützten die Landschaft und trügen dazu bei, den Tourismus in der Region zu erhalten. Bislang ist die Saison 2026 von diesem gemischten Bild geprägt: eine durch Witterung und lokale Schäden bedingte kleinere Ernte, eine nach Angaben der Erzeuger weiterhin gute Qualität und steigende Exportwerte, obwohl die endgültigen Erntezahlen noch nicht vorliegen.

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