Schafe helfen einem Bordeaux-Weinberg, die Bodentemperatur um 2 °C zu erhöhen

Château Clarke sagt, dass die Winterbeweidung das Frostrisiko für junge Knospen verringerte, indem sie das Mikroklima im Weinberg mit einer energieärmeren Methode veränderte

23.06.2026

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Château Clarke, ein 54 Hektar großes Cru-Bourgeois-Gut in Listrac-Médoc, setzt Schafe ein, um seine Reben vor Spätfrost zu schützen, und ergänzt damit das Spektrum der in Bordeaux genutzten Kälteschutzmaßnahmen um ein ungewöhnliches Instrument.

Im Médoc können die Temperaturen in Frühlingsnächten unter den Gefrierpunkt fallen und junge Rebenknospen gefährden. Die Nähe Bordeauxs zur Gironde-Mündung hilft zwar, die Temperaturen zu mildern, doch Parzellen weiter im Landesinneren und tiefer gelegene Flächen können dennoch starke Einbrüche erleben, die Erträge bedrohen.

Nach Angaben des Guts hat die Beweidung durch die Herde in diesem Jahr dazu beigetragen, die Bodentemperatur um etwa 2 °C zu erhöhen. Der Effekt entsteht dadurch, dass die Tiere Gras fressen und den Boden mit ihren Hufen verdichten, wodurch die Biomasse reduziert und das Mikroklima im Weinberg verändert wird. Bei weniger Beschattung und Isolierung durch Vegetation ist der Boden stärker dem Sonnenlicht ausgesetzt und kann sich leichter erwärmen.

Lindsay Lemarchand, Weinbergsleiterin bei Château Clarke, sagte, das Gut sei in dieser Saison von größeren Schäden verschont geblieben – abgesehen von zwei „sehr schlechten Nächten“ im März. Sie sagte, der Schutz des Bodens vor langfristigen Schäden habe für das Anwesen Priorität, und dass Schafe im Winter im Weinberg zu halten diesen Ansatz unterstütze.

Das Gut setzt seit vier Jahren Schafe in seinen Weinbergen ein. Zudem verlässt es sich auf konventionellere Frostschutzmaßnahmen, darunter Windtürme und Kerzenbehälter zwischen den Rebzeilen.

In ganz Bordeauxs Linkem Ufer nutzen Winzer seit Langem Methoden wie Windmaschinen, Beregnung, Pflügen und sogar Hubschrauber, um Frostschäden zu begrenzen. Der Einsatz von Nutztieren bei Château Clarke verweist auf eine energieärmere Option, die bei Weinproduzenten Aufmerksamkeit erregen könnte, die nach Wegen suchen, zunehmend unvorhersehbare Frostereignisse zu bewältigen und zugleich den Druck auf die Böden zu verringern sowie die Abhängigkeit von intensiveren Eingriffen zu senken.

Château Clarke wurde 1973 von Baron Edmond de Rothschild übernommen.

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