15.06.2026

Forscher haben PhenoMeNals vorgestellt, ein Open-Source-Framework, das darauf ausgelegt ist, Ertrag und Fruchtqualität von Reben vorherzusagen, indem es Phänologie-, Wetterdaten und agronomische Informationen kombiniert, wie aus einer in Agricultural and Forest Meteorology veröffentlichten Studie hervorgeht.
Das System wurde als praktisches Werkzeug für den Weinbau entwickelt, zu einer Zeit, in der Erzeuger mit volatileren Wettermustern und wachsendem Druck konfrontiert sind, Feldentscheidungen mit mehr Vorlaufzeit zu treffen. Die Studie beschreibt ein Framework, das phänologische Simulation mit zeitgesteuerten öko-physiologischen „Memory“-Signalen verknüpft und es Nutzern ermöglicht, Produktionsergebnisse über verschiedene Rebsorten und Weinbergsstandorte hinweg vorherzusehen.
In der Praxis soll das Modell Weinbauern dabei helfen abzuschätzen, wie sich die Reben vor der Lese voraussichtlich entwickeln werden, und das Management entsprechend anzupassen. Durch die Integration von Entwicklungsstadien der Kulturpflanze mit meteorologischen Bedingungen und weiteren Weinbergsdaten zielt das Framework darauf ab, Prognosen sowohl für den Ertrag als auch für die Qualität zu verbessern – zwei Variablen, die Traubenpreise, Lese-Logistik und die Planung der Kellerei prägen.
Die Autoren beschreiben PhenoMeNals als eine umfassende und anpassungsfähige Plattform für die Vorhersage im Weinberg. Seine Open-Source-Struktur ist ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes. Da auf den Code zugegriffen, er verändert und angepasst werden kann, könnten Forscher und Erzeuger das Framework an lokale Klimabedingungen, Produktionssysteme und Rebsorten anpassen, statt sich auf ein geschlossenes Modell zu verlassen, das für einen engen Satz von Bedingungen entwickelt wurde.
Laut der Studie nutzt das Framework fortgeschrittene Modellierungs- und Machine-Learning-Techniken, um diese Vorhersagen zu unterstützen. Diese Kombination soll den Erzeugern frühere Signale zur wahrscheinlichen Leistung des Weinbergs liefern und ihnen helfen, während der Saison fundiertere agronomische Entscheidungen zu treffen. Zu diesen Entscheidungen können je nach lokalen Praktiken und Vorschriften das Laubwandmanagement, der Zeitpunkt der Bewässerung, Anpassungen der Ertragsbelastung und die Vorbereitung der Lese gehören.
Die Veröffentlichung eines offenen Frameworks ist für den Weinsektor bemerkenswert, weil Prognosetools oft zwischen Forschungsgruppen, privaten Softwareanbietern oder regionsspezifischen Beratungssystemen fragmentiert bleiben. Ein Modell, das sich standortübergreifend anpassen lässt, könnte einige Unsicherheiten im Weinbergsbetrieb verringern und eine stärker datenbasierte Planung vom Feld bis zum Keller unterstützen. Für Produzenten von Wein und anderen Getränken auf Traubenbasis könnte dies potenziell die Planung von Kelterkapazitäten, Gärmanagement und Beschaffungsentscheidungen verbessern, wenn sich saisonale Bedingungen schnell ändern.
Die Studie spiegelt zudem einen breiteren Trend in der Landwirtschaft hin zu digitalen Werkzeugen wider, die über große kommerzielle Betriebe hinaus zugänglich sind. Indem die Entwickler das Framework als Open Source bereitstellen, scheinen sie auf eine breitere Nutzung in unterschiedlichen Produktionskontexten abzuzielen, einschließlich Regionen, die möglicherweise keinen Zugang zu proprietären Entscheidungsunterstützungssystemen haben. Das ist relevant, da die Klimavariabilität weiterhin langjährige Annahmen über Reifemuster, Fruchtzusammensetzung und Enderträge erschwert.
Obwohl die Studie das Framework als integrierte Lösung darstellt, wird sein praktischer Wert davon abhängen, wie gut es sich über unterschiedliche Weinberge und Jahrgänge hinweg bewährt. Die Reaktion der Reben kann je nach Standort, Sorte und Bewirtschaftungsstil stark variieren; daher dürfte die Einführung von lokaler Validierung und einfacher Bedienbarkeit abhängen. Dennoch verweist die Veröffentlichung auf ein wachsendes Interesse an Werkzeugen, die über einfache Wetterbeobachtung hinausgehen und versuchen zu erfassen, wie frühere Umweltbedingungen die Entwicklung der Reben im Zeitverlauf weiterhin beeinflussen.
Dieser Ansatz könnte besonders im Weinbau relevant sein, wo Qualität nicht nur durch Bedingungen kurz vor der Lese geprägt wird, sondern auch durch angesammelten Stress und Entwicklungen früher in der Saison. Ein System, das diese Nachwirkungen berücksichtigt, könnte Erzeugern ein detaillierteres Bild möglicher Ergebnisse liefern als herkömmliche kurzfristige Indikatoren allein.
Die Studie stellt PhenoMeNals als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach zugänglichen technologischen Lösungen in der Landwirtschaft unter dem Einfluss des Klimawandels und breiterer Produktionsherausforderungen dar. In Weinbergen, wo kleine Veränderungen bei Temperatur, Niederschlag oder Timing sowohl den Ertrag als auch die Traubenzusammensetzung verändern können, könnten bessere Prognosetools zunehmend wichtig werden, um Risiken zu steuern und zugleich die Fruchtqualität zu erhalten.
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