29.04.2026

Herita Marzotto Wine Estates hat mehr als 10 Millionen Euro in den Ausbau von Kettmeir investiert, der traditionsreichen Kellerei in Kaltern bei Bozen, während die italienische Weingruppe trotz eines schwierigen Marktes weiter Geld in ihr Kellernetzwerk steckt. Das Projekt wurde am 27. April eingeweiht und ist Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, die Qualität zu stärken, die Produktionskapazität zu erhöhen und die Energieeffizienz bei einem der bekanntesten Schaumweinproduzenten Südtirols zu verbessern.
Das in Fossalta di Portogruaro bei Venedig ansässige Unternehmen teilte mit, dass sich der Betrag bislang nicht im Detail aufschlüsseln lasse, er aber auf mehr als 10 Millionen Euro geschätzt werden könne, da zwei Drittel der Investitionen von Herita Marzotto Wine Estates im Jahr 2025, entsprechend 38 Millionen Euro, in die eigenen Kellereien flossen und Kettmeir den größten Anteil erhielt. In den Ausgaben enthalten sind auch frühere Arbeiten über einen Bauzeitraum von 18 Monaten, die dazu beitrugen, die Kellerei mithilfe eines Geothermie-Systems näher an die Energieautarkie zu bringen.
Herita Marzotto Wine Estates meldete für 2025 einen Gesamtumsatz von 246,6 Millionen Euro und zählt damit zu den führenden Weingruppen Italiens. Die Investition in Kettmeir steht für einen breiteren Trend in Südtirol, wo sich die Produzenten über mehrere Jahrzehnte von einer auf Menge ausgerichteten Weinbereitung hin zu einem Modell entwickelt haben, das auf Standortwahl, Präzision im Weinberg und hochwertigere Schaumweine setzt. Kettmeir, 1919 gegründet, hat sich zu einem der wichtigsten Namen der Region in der Metodo-Classico-Produktion entwickelt.
Alessandro Marzotto, General Manager des Weinguts, sagte, die Kellerei produziere derzeit rund 140.000 Flaschen Schaumwein bei einer Gesamtproduktion von etwa 420.000 Flaschen einschließlich Stillweinen. Ziel sei es, mittelfristig 300.000 Flaschen Schaumwein zu erreichen, sagte er, allerdings nur durch ein schrittweises Wachstum im Einklang mit Qualitätsverbesserungen und technischen Modernisierungen. Der Ansatz des Unternehmens sei es, „in kleinen Schritten“ vorzugehen und dabei jedes Detail im Blick zu behalten, das den späteren Wein beeinflusse.
Die Verbindungen der Familie Marzotto nach Südtirol reichen bis in die 1960er-Jahre zurück, als sie mit als Weißwein vinifiziertem Pinot Grigio internationalen Erfolg erzielte. Die Übernahme von Kettmeir im Jahr 1986 markierte ein tieferes Engagement für die Region und für Schaumwein. Seitdem hat sich die Kellerei ihren Ruf durch die Arbeit mit bestimmten Parzellen und Rebsorten aufgebaut, die sich für die Metodo-Classico-Produktion eignen, darunter Pinot Nero, Chardonnay und Pinot Bianco. Diese Trauben stammen von mehr als 60 Hektar Rebflächen lokaler Erzeuger.
Der erste Schaumwein des Weinguts, Athesis Brut, kam 1992 auf den Markt. Im Jahr 2000 folgte ein Rosé, danach Riserva 1919 und später Pas Dosé, mit dem Kettmeir 2019 sein hundertjähriges Bestehen markierte und internationale Anerkennung erhielt. Der neue Ausbau schafft unterirdische Räume für die Reifung von Metodo-Classico-Weinen und verdoppelt diese Fläche, ohne das Erscheinungsbild des historischen Gebäudes oberirdisch zu verändern.
Zum Projekt gehört auch ein Energiebaustein zur Verringerung der Umweltbelastung. Andrea Conzonato, Chief Executive von Herita Marzotto Wine Estates, sagte, Kettmeir sei 2024 nach einem strengen Standard als Carbon Neutral zertifiziert worden, der nicht nur die Emissionen aus der Produktion berücksichtigt, sondern auch jene im Zusammenhang mit von Dritten bezogenen Materialien des Unternehmens. Geothermie aus unterirdischen Wasserquellen und Solarenergie hätten die Kellerei energieautark gemacht und ihr geholfen, 2025 Italiens Sustainability Award zu gewinnen.
Die Renovierung geht über die Produktion hinaus. Herita Marzotto Wine Estates hat zudem einen neuen Besucherparcours geschaffen, der auf Sinneserlebnissen und Kunstinstallationen basiert und erklärt, wie Metodo Classico hergestellt wird. Die Führung endet an einer Wand mit den Unterschriften jener Winzer, die Trauben für den Keller von Kettmeir liefern. Zur Wiedereröffnung präsentierte das Unternehmen die Edition „Baustelle“, eine limitierte Auflage von rund 1.000 Flaschen Athesis Brut Rosé, die während der Bauarbeiten versehentlich mit Zement markiert worden waren und nun als Sonderedition eine Verbindung zwischen der Geschichte des Weinguts und seiner Zukunft herstellen.
Josef Romen, der bereits bei Kettmeir tätig war, bevor die Familie Marzotto das Unternehmen übernahm, sagte, die bislang erzielten Qualitätsresultate bestätigten, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei. Die neuen Reifekapazitäten sollten Kettmeir helfen, seine Position als eigenständiger Schaumweinproduzent aus Südtirol mit größerer Reichweite sowohl in Italien als auch auf den Exportmärkten zu festigen.
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