27.04.2026

Die Produktion von Scotch Whisky dürfte in den kommenden Jahren zurückgehen, nachdem sie mehr als zwei Jahrzehnte lang stetig gewachsen ist. Grund dafür sind ein aufgebauter Bestand an reifenden Vorräten und eine kurzfristig schwächere Nachfrage, wie neue Branchendaten zeigen, auf die sich der Bericht vom Montag stützt.
Die Entwicklung markiert einen Kurswechsel für eines der wichtigsten Exportgüter Schottlands, dessen Kapazitäten schneller ausgebaut wurden als der langfristige Konsum. Die jüngsten Zahlen, die in Commercial Spirits Intelligence Nr. 138 aufgeführt sind, deuten darauf hin, dass die Produktion von den jüngsten Höchstständen auf ein Niveau sinken wird, das seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr erreicht wurde.
Die größte Anpassung wird beim Malt Whisky erwartet, der einen Großteil des Branchenwachstums getragen hat. Dort soll die Produktion nach Rekord- oder nahezu Rekordwerten in den vergangenen Jahren deutlich zurückgehen. Auch die Produktion von Grain Whisky dürfte sinken, allerdings in geringerem Umfang; dies spiegelt eine stärker konzentrierte Produktionsbasis und längerfristige Lieferverträge wider.
Die Abschwächung wirkt sich bereits auf Teile der Lieferkette aus. Die geringere Nachfrage nach Malzgerste beginnt, sich auf Landwirte, Mälzereien und verwandte Unternehmen auszuwirken. Das ist relevant, weil die Whiskyproduktion auf einen stetigen Zufluss von Gerste und anderen Vorprodukten angewiesen ist und Veränderungen bei den Brennvolumina die Beschaffungsmuster in der gesamten Branche rasch beeinflussen können.
John Kennedy, Geschäftsführer von Decant Index, sagte, die Branche habe seit einiger Zeit über dem Bedarf produziert und eine Korrektur sei wahrscheinlich. Die heute eingelagerten Spirituosenmengen bestimmten maßgeblich das künftige Angebot, insbesondere beim Malt Whisky, wo Alter und Knappheit zentral für den Wert seien.
Die unmittelbaren Auswirkungen auf Regale und Bars dürften begrenzt sein, da die Lagerbestände weiterhin hoch sind. Doch eine niedrigere Produktion bedeutet jetzt auch weniger neuen Brand, der für die künftige Reifung in die Lagerhäuser gelangt. Im Whiskygeschäft kann das später zu einer Verknappung führen, vor allem bei älteren Abfüllungen und Premium-Editionen.
Kennedy sagte, Phasen geringerer Produktion stützten im Laufe der Zeit häufig den Wert bestehender Bestände, weil Ersatzware schwerer zu beschaffen sei. Besonders am oberen Ende des Marktes könne das wichtig sein, wo Käufer für Altersangaben, Seltenheit und Kontinuität zahlten.
Die aktuelle Veränderung scheint eher eine Neujustierung als ein breiter Rückgang zu sein. Nach mehr als 20 Jahren Expansion bewegt sich die Branche jedoch in eine Phase, in der Angebot und Nachfrage näher beieinanderliegen – mit Folgen, die Kauf-, Preis- und Produktionsentscheidungen im Scotch Whisky noch über Jahre prägen könnten.
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