Schottischer Premierminister bedrängt Trump bei Treffen im Weißen Haus zu schottischen Whisky-Zöllen

Die Gespräche konzentrieren sich auf mögliche Zollsenkungen, da beide Seiten den transatlantischen Spirituosenhandel ankurbeln und die heimische Industrie unterstützen wollen

10.09.2025

Teilen

Scottish First Minister Presses Trump on Scotch Whisky Tariffs in White House Meeting

Der schottische Premierminister John Swinney traf sich mit Präsident Donald Trump im Oval Office, um über die Zukunft der Zölle auf schottischen Whisky zu sprechen. Das Treffen, das etwa 50 Minuten dauerte, fand im Vorfeld des bevorstehenden Staatsbesuchs von Präsident Trump im Vereinigten Königreich statt. Auch Außenminister Marco Rubio war bei den Gesprächen anwesend.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Möglichkeit, die Zölle auf schottischen Whisky, der in die Vereinigten Staaten exportiert wird, zu senken oder abzuschaffen. Die Vereinigten Staaten sind derzeit der größte Markt für schottischen Whisky, dessen Ausfuhren im Jahr 2024 auf fast 1 Milliarde Pfund geschätzt werden. Swinney betonte die Bedeutung dieses Handels für die schottische Wirtschaft und wies darauf hin, dass schottische Brennereien jedes Jahr auch große Mengen an Bourbon-Fässern aus Kentucky beziehen.

Swinney erklärte gegenüber Präsident Trump, dass eine bessere Zollvereinbarung für die Spirituosenindustrie beider Länder von Vorteil wäre. Er wies darauf hin, dass auch die amerikanischen Erzeuger niedrigere Zölle befürworten, und sprach sich für einen "Null-für-Null"-Ansatz aus, bei dem sich beide Seiten darauf einigen würden, die Zölle auf den Whisky der jeweils anderen Seite aufzuheben. Swinney sagte, dies würde das Wachstum der Branche auf beiden Seiten des Atlantiks fördern.

Während seines Gesprächs mit Präsident Trump bestätigte der First Minister seine Teilnahme am bevorstehenden Staatsbankett auf Schloss Windsor. Er bezeichnete die Tage vor dem Staatsbesuch als entscheidend, um ein günstiges Ergebnis für die schottische Whiskyindustrie zu erzielen.

Neben Handelsfragen sprach Swinney auch internationale Anliegen an, darunter die anhaltenden Konflikte in Gaza und Katar. Sein Besuch in Washington D.C. ist Teil einer Reihe von handelspolitischen Treffen mit Vertretern der beiden großen US-Parteien.

Zuvor war Swinney mit Mitgliedern des Distilled Spirits Council of the United States und der Scotch Whisky Association in Mount Vernon, dem historischen Wohnsitz George Washingtons und Standort seiner eigenen Whisky-Brennerei, zusammengekommen. Der Ort wurde wegen seiner historischen Verbindung zur amerikanischen und schottischen Whiskyproduktion gewählt.

Swinney berichtete in einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video von seiner Reise und erklärte, er habe Präsident Trump direkt seine Argumente für die Abschaffung der Zölle dargelegt. Er bekräftigte sein Engagement für die Förderung der schottischen Interessen im Ausland und die Unterstützung der ikonischen schottischen Whiskyindustrie.

Das Treffen im Weißen Haus war für 19.00 Uhr britischer Zeit angesetzt und sollte etwa eine halbe Stunde dauern, wurde aber im Laufe der Gespräche verlängert. Swinney traf am Dienstag in Washington ein und machte deutlich, dass er sich während seines Besuchs nachdrücklich für die wirtschaftlichen Interessen Schottlands einsetzen werde.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn