Chinas Weinimporte brechen 2025 um 21% ein, da sich die Marktschwäche verschärft

Italiens Exporte erreichen ein Jahrzehnttief, während Neuseeland und Deutschland mit steigenden Weißweinverkäufen an Boden gewinnen

26.01.2026

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China’s Wine Imports Plunge 21% in 2025 as Market Weakness Deepens

In den letzten Wochen konzentrierte sich die öffentliche Debatte in der Weinbranche auf die Besorgnis über die von den Vereinigten Staaten angekündigten höheren Zölle und die Enttäuschung über das ins Stocken geratene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur. Die Herausforderungen, vor denen die Weinerzeuger stehen, gehen jedoch über diese Themen hinaus. China, das einst als vielversprechender Markt für Importweine, auch aus Italien, galt, zeigt nun deutliche Anzeichen von Schwierigkeiten.

Nach den Daten von Wine Monitor by Nomisma erreichten die Weinimporte nach China im Jahr 2025 insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Diese Zahl entspricht einem starken Rückgang von 21 % gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang ist beträchtlich und hat viele in der Branche gezwungen, die Erwartungen, die vor der Covid-19-Pandemie gesetzt wurden, zu überdenken. Das Wachstum im Jahr 2024 war weitgehend auf die Rückkehr australischer Weine auf den chinesischen Markt zurückzuführen, nachdem sie drei Jahre lang aufgrund der von Peking auferlegten Zölle von über 200 % nicht auf den Markt gekommen waren. Nach diesem vorübergehenden Aufschwung sind die grundlegenden Schwächen des chinesischen Weinmarktes nun deutlicher zu Tage getreten.

Auch die italienischen Weinexporte nach China haben gelitten. Im Jahr 2025 erreichten die Ausfuhren mit 82 Millionen Euro den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt. Dieses Ergebnis verdeutlicht die Schwierigkeiten, denen sich die italienischen Erzeuger in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld gegenübersehen. Doch Italien ist nicht allein: Nur sehr wenigen weinproduzierenden Ländern ist es in den letzten Jahren gelungen, ihre Verkäufe nach China zu steigern.

Zwei Ausnahmen sind zu nennen: Neuseeland und Deutschland. Zwischen 2020 und 2025 stiegen die neuseeländischen Weinexporte nach China um 140 %, während Deutschland im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 34 % verzeichnete. Beide Länder haben von dem wachsenden Interesse der Chinesen an Weißweinen profitiert. Neuseelands Sauvignon Blanc und deutsche Rieslinge führen diesen Trend an. Tatsächlich sind 54 % der deutschen Stillweinexporte nach China Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Dop) aus den Regionen Mosel und Rheinhessen.

Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass sich die Vorlieben der chinesischen Verbraucher möglicherweise ändern. Traditionell dominierten Rotweine den Markt, doch die jüngsten Daten deuten auf eine allmähliche Hinwendung zu Weißweinen hin. Diese Entwicklung könnte langjährige Annahmen in Frage stellen und die Erzeuger dazu zwingen, ihre Strategien zur Positionierung ihrer Produkte in China zu überdenken.

Die Verlangsamung in China kommt zu einer Zeit, in der sich die weltweiten Handelsspannungen bereits auf den Weinsektor auswirken. Die Ungewissheit über die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und die Aussetzung des EU-Mercosur-Abkommens haben den Druck auf die Erzeuger weltweit erhöht. Die Schwierigkeiten sind nicht auf eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Land beschränkt, sondern erstrecken sich über alle wichtigen Märkte.

Die Weinunternehmen stehen nun vor schwierigen Entscheidungen darüber, worauf sie ihre Anstrengungen konzentrieren und wie sie sich an die sich rasch ändernden Verbrauchergewohnheiten anpassen sollen. Die Situation in China erinnert daran, dass man sich für das Wachstum nicht auf einen einzigen Markt verlassen kann, insbesondere wenn die globalen Bedingungen unsicher bleiben und sich der Wettbewerb verschärft.

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