05.09.2025

Jüngste Forschungsarbeiten unter Verwendung hochauflösender Klimadaten haben ein wachsendes Risiko der Pierce-Krankheit für Weinreben in Weinregionen auf der ganzen Welt aufgezeigt. Die von einem internationalen Wissenschaftlerteam durchgeführte Studie nutzte fortschrittliche Klimamodelle, um zu bewerten, wie sich veränderte Temperaturen und Wettermuster auf die Ausbreitung von Xylella fastidiosa, dem für die Pierce-Krankheit verantwortlichen Bakterium, auswirken. Dieser Krankheitserreger ist bereits dafür bekannt, dass er in Kalifornien und anderen Teilen der Welt erhebliche Schäden in Weinbergen verursacht.
Das Forschungsteam wandte ein klimabasiertes epidemiologisches Modell an, in das detaillierte Temperaturdaten aus dem CHELSA-Datensatz mit einer räumlichen Auflösung von etwa einem Kilometer einflossen. Diese Detailgenauigkeit ermöglichte es den Wissenschaftlern, subtile Schwankungen des lokalen Klimas zu erfassen, die einen großen Einfluss auf die Lebenszyklen sowohl des Bakteriums als auch seiner Insektenüberträger, wie z. B. Scharfschützen und Speckkäfer, haben können. Diese Insekten ernähren sich von Pflanzensäften und übertragen Xylella fastidiosa zwischen Pflanzen.
Durch den Vergleich der Ergebnisse der hochauflösenden CHELSA-Daten mit denen des weiter verbreiteten ERA5-Land-Datensatzes, der eine gröbere Auflösung von neun Kilometern hat, fanden die Forscher heraus, dass frühere Modelle das Risiko der Pierce-Krankheit in vielen Regionen unterschätzt haben könnten. Die neue Analyse zeigt, dass Gebiete, die bisher als wenig oder mäßig gefährdet galten, mit höheren Infektionsraten konfrontiert sein könnten, da sich das lokale Mikroklima sowohl für den Erreger als auch für seine Vektoren günstiger gestaltet.
Die Studie konzentrierte sich auf wichtige Weinbauregionen in Nordamerika, Europa, Südamerika und Australien. In Kalifornien, wo die Pierce-Krankheit bereits jährliche Verluste von über 100 Millionen Dollar in der Weinindustrie verursacht, sagt das neue Modell eine Ausdehnung der Hochrisikozonen in Gebiete voraus, die zuvor weniger betroffen waren. In Europa wird für die mediterranen Küstenregionen und Inseln ein erhöhtes Risiko prognostiziert, wenn die Erwärmung anhält. Die Ergebnisse weisen auch auf potenzielle Bedrohungen für Weinberge in Südamerika und Australien hin, wo Xylella fastidiosa bisher noch keine weit verbreiteten Ausbrüche verursacht hat, dies aber tun könnte, wenn die Bedingungen günstiger werden.
Die Forscher betonen, dass Weinberge besonders gefährdet sind, da sie sich oft in Gebieten mit komplexer Topografie befinden - Täler, Hänge und Flussufer -, in denen das Mikroklima über kurze Entfernungen dramatisch variieren kann. Diese Schwankungen können nicht nur das Wachstum der Reben beeinflussen, sondern auch das Überleben und die Vermehrung von Insektenüberträgern und Krankheitserregern. Infolgedessen können selbst kleine Veränderungen der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit auf lokaler Ebene erhebliche Verschiebungen in der Krankheitsdynamik auslösen.
Der Untersuchungszeitraum wurde so gewählt, dass er den jüngsten Anstieg der globalen Temperaturen infolge des Klimawandels widerspiegelt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass hochauflösende Klimadaten nicht nur mehr gefährdete Gebiete identifizierten, sondern auch einen schnelleren Anstieg des Risikos zeigten als Modelle, die Daten mit geringerer Auflösung verwendeten. Dies deutet darauf hin, dass die Bedrohung durch die Pierce-Krankheit bei fortschreitender globaler Erwärmung schneller zunehmen könnte als bisher angenommen.
Xylella fastidiosa gilt bereits als einer der gefährlichsten Pflanzenkrankheitserreger weltweit. Neben Weinreben befällt er auch Zitrusbäume, Mandeln, Oliven und andere Kulturpflanzen. In Brasilien infiziert er jedes Jahr etwa 200 Millionen Zitrusbäume. In der italienischen Region Apulien hat die Krankheit etwa 21 Millionen Olivenbäume vernichtet. Die wirtschaftlichen Verluste durch Xylella-bedingte Krankheiten gehen in den betroffenen Ländern jährlich in die Milliarden.
Die neuen Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig die Verwendung hochauflösender Klimadaten für die Vorhersage von Pflanzenkrankheitsrisiken und die Entwicklung von Managementstrategien ist. Genaue Risikokarten können Landwirten und politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, Überwachungsmaßnahmen gezielt einzusetzen, Bekämpfungsmaßnahmen zu ergreifen und für künftige Ausbrüche zu planen. Die Forscher weisen darauf hin, dass eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung von entscheidender Bedeutung sein wird, da der Klimawandel die Agrarlandschaften weltweit weiter verändert.
Diese Studie unterstreicht, wie Fortschritte in der Klimamodellierung wichtige Einblicke in aufkommende Bedrohungen für die globale Ernährungssicherheit liefern können. Da Weinberge und andere Kulturen einem zunehmenden Druck durch umweltbedingte Schädlinge und Krankheiten ausgesetzt sind, werden präzise Prognoseinstrumente für den Schutz der landwirtschaftlichen Produktion und der ländlichen Wirtschaft auf der ganzen Welt von entscheidender Bedeutung sein.
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