Das 2024 Power 100 Wein-Ranking

Wachstum spanischer und italienischer Marken inmitten von Marktkorrekturen

11.12.2024

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vega sicilia
Vega Sicilia an der Spitze der Power 100

Der Markt für edle Weine hat eines der schwierigsten Jahre des letzten Jahrzehnts hinter sich, geprägt von anhaltenden Preiskorrekturen und weit verbreiteten Rückgängen in den wichtigsten Liv-ex-Indizes. Trotz dieses Szenarios hebt die 2024 Power 100 Rangliste die Marken hervor, die es geschafft haben, dem Sturm zu trotzen und in einigen Fällen bemerkenswerte Ergebnisse zu erzielen. Dieser Bericht, der den Zeitraum vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 abdeckt, bewertet Marken anhand von Kriterien wie Preisentwicklung, Transaktionsvolumen und -wert sowie der Vielfalt der gehandelten Labels.

Da die Indizes Liv-ex 100, 1000 und Fine Wine 50 Rückgänge zwischen 9,2 % und 12,5 % verzeichneten, hat die Widerstandsfähigkeit bestimmter Marken die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen. Eine wichtige Entwicklung in diesem Jahr ist, dass die spanische Marke Vega Sicilia den Spitzenplatz für sich beansprucht, angetrieben durch die außergewöhnliche Leistung ihres Flaggschiffs Único. Das Transaktionsvolumen stieg um 193 %, und der Handelswert erhöhte sich um 310 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Erfolg, der durch die starke Nachfrage auf Schlüsselmärkten wie den Vereinigten Staaten unterstützt wird, unterstreicht das wachsende Potenzial spanischer Weine auf einem Markt, der traditionell von Regionen wie Bordeaux und Burgund dominiert wird.

Italien hat sich als die am schnellsten wachsende Region in der Power 100 Liste herauskristallisiert und ist mit 22 Marken vertreten - neun mehr als im Vorjahr. Dieses Wachstum ist vor allem auf den Erfolg von Erzeugern wie San Guido und Gaja zurückzuführen. San Guido, bekannt für seinen Sassicaia, kletterte aufgrund seiner konstanten Produktionsmengen und seiner im Vergleich zu den Standards des Luxusmarktes erschwinglichen Preise um 54 Plätze nach oben. Gaja, das sich den zweiten Platz sicherte, ist seit 2022 dank seines vielfältigen Angebots an Etiketten und Jahrgängen in der Rangliste stetig gestiegen. Diese Vielfalt spiegelt eine solide Markenstrategie und ein starkes Verbrauchervertrauen wider.

Im Gegensatz dazu befinden sich Bordeaux und Burgund in einem starken Wandel. In Bordeaux, das lange Zeit als stabiler Markt galt, sind die Preise für die letzten Jahrgänge um durchschnittlich 18,1 % gesunken, wobei Lafite Rothschild bemerkenswerte Rückgänge zu verzeichnen hatte, obwohl er nach Menge und Wert die meistgehandelte Marke ist. Ein Überangebot und hohe Freigabepreise sind die Hauptfaktoren für diesen Rückgang. Burgund hat eine der stärksten Korrekturen erlebt: Der regionale Index ist im letzten Jahr um 14,7 % und seit seinem Höchststand im Jahr 2022 um fast 28 % gesunken. Dieser Abschwung hat die Anzahl der Burgundermarken im Power 100 reduziert, obwohl es die Region mit der größten Vielfalt an gehandelten Marken bleibt.

Andere Regionen wie Kalifornien und die Champagne haben sich stabiler entwickelt. Kalifornien hält einen Anteil von 6 % am regionalen Handel, während der Marktanteil der Champagne leicht von 14,4 % auf 11,4 % zurückging. Trotzdem bieten die großen Champagnerhäuser weiterhin Beständigkeit, wobei Marken wie Egly-Ouriet ihre Präsenz in der Rangliste beibehalten.

Bei der Methodik der Power 100 werden die Preisleistung und die Handelsaktivität gegeneinander abgewogen, wobei der Wert und das Volumen der Transaktionen besonders berücksichtigt werden. Auf diese Weise werden nicht nur die wertvollsten Marken ermittelt, sondern auch die aktivsten und am stärksten diversifizierten Marken mit globaler Marktpräsenz.

In einem Markt, der von Unsicherheit und rückläufigen Weinverkäufen geprägt ist, hebt die diesjährige Power 100-Rangliste die stärksten Erzeuger hervor und unterstreicht die Bedeutung von Preis- und Vertriebsstrategien für die Bewältigung der aktuellen wirtschaftlichen Situation.

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