14.11.2024

Die jüngsten Zahlen des US-amerikanischen Marktes für alkoholische Getränke zeigen beunruhigende Anzeichen für die Weinindustrie. Nach Angaben von IWSR, einem globalen Anbieter von Marktanalysen, ist der Gesamtabsatz von Alkohol in den ersten sieben Monaten dieses Jahres stärker zurückgegangen als erwartet. Der Gesamtrückgang beläuft sich auf -2,8 % und fällt damit stärker aus als die von den Analysten prognostizierten -1,9 %. Wein wurde mit einem Rückgang des Absatzvolumens um 4 % noch härter getroffen, was vor allem wichtige Märkte betraf.
In New York ist der Weinabsatz um -5 % gesunken, während andere Bundesstaaten wie Washington, D.C., Idaho, Kansas, Maryland und Oregon ebenfalls Rückgänge von mehr als -5 % meldeten. Eine Ausnahme bildete New Mexico, wo der Rückgang mit -2 % weniger stark ausfiel, was zwar negativ ist, aber im Vergleich zu den allgemeinen Trends des Sektors besser ist.
Die Daten des SipSource-Berichts, der von den Wine & Spirits Wholesalers of America veröffentlicht wurde, spiegeln die Schwierigkeiten der Branche wider und zeigen einen Rückgang des Verkaufsvolumens von -8 % bei einer Stichprobe von 450.000 Einzelhändlern im ganzen Land. Eines der besorgniserregendsten Probleme sind die Auswirkungen auf hochpreisige Weine, eine Kategorie, die früher das Wachstum antrieb. Dale Stratton, ein Analyst von SipSource, betonte den Druck auf den "Premiumisierungstrend", der nun in einem schrumpfenden Markt zu kämpfen hat. So verzeichnete das Segment der Spirituosen mit einem Preis von über 100 Dollar in Bars und Restaurants einen starken Rückgang von -12,5 %, während Weine mit einem Preis zwischen 50 und 99,99 Dollar einen moderateren Rückgang von -3,9 % beim Konsum in Lokalen verzeichneten.
Das Segment des Außer-Haus-Konsums blieb von diesen Trends nicht verschont. Die Verkäufe von Weinen mit einem Preis von über 100 $ gingen um 8,5 % zurück, was angesichts der Tatsache, dass etwa 80 % des Weinkonsums in den Vereinigten Staaten außerhalb von Restaurants und Bars stattfindet, beachtlich ist.
Auch die Branchenführer spüren den Druck. LVMH, ein wichtiger Akteur im Wein- und Champagnersektor, meldete in den ersten neun Monaten des Jahres einen weltweiten Umsatzrückgang von -7 %.
Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer. Der Prosecco-Absatz ist um 2 % gestiegen, und die Weine im Preissegment zwischen 50 und 100 $ verzeichneten einen leichten Anstieg um 1 %, wobei die US-Weine in diesem Bereich um 3 % zulegten. Bei den Sammlern sind die Verkäufe von weißem Burgunder im Vergleich zum Vorjahr um 9 % gestiegen, und die Chardonnays aus Oregon haben Marktanteile gewonnen.
Ein Segment, das ein starkes Wachstum verzeichnet, ist der alkoholfreie Wein. Die Pandemie hat die Nachfrage nach alkoholfreien Optionen beschleunigt, die laut IRI bis 2023 zweistellig ansteigen werden. Die Verbraucher ersetzen nicht unbedingt alkoholischen Wein, sondern ergänzen ihre Gewohnheiten im Einklang mit einem allgemeinen Trend zu Gesundheit und Mäßigung. Die beliebtesten alkoholfreien Weinsorten - Hardonnay, Sauvignon Blanc und Rosé - spiegeln die traditionellen Vorlieben wider.
Die Weinindustrie steht zwar vor großen Herausforderungen und einem komplizierten Weg zur Erholung, aber in bestimmten Nischen gibt es vielversprechende Anzeichen. Die bevorstehende Urlaubssaison und ein möglicher Anstieg des Verbrauchervertrauens könnten Chancen für Verbesserungen bieten. Hochwertige Weine und strategische Investitionen in Champagner könnten sich weiterhin als widerstandsfähig erweisen, da sich die Branche an das sich verändernde Verbraucherverhalten anpasst.
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